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Nachruf
Ehemaliger Pfarrer Hans-Joachim-Vanselow gestorben

Pfarrer i.R. Hans-Joachim Vanselow⇥
Pfarrer i.R. Hans-Joachim Vanselow⇥ © Foto: Kirchenkreis oberes Havelland
Volkmar Ernst / 22.03.2018, 22:29 Uhr
Großmutz (MOZ) Für die Familie, Freunde und Bekannte war er eigentlich nur „Jochen“. Und Jochen war bekannt, nicht nur in Großmutz, wo er gemeinsam mit seiner Frau Ellen seit 20 Jahren lebte, auch in Falkenthal, im Löwenberger Land, in Leegebruch und in Berlin. Hans-Joachim Vanselow war den Menschen gegenüber aufgeschlossen und fand schnell Freunde, und diese Freundschaften hielten.

Im schwäbischen Donauwörth erblickte er am. 3. Oktober 1948 das Licht der Welt. Nach der Schule studierte er Theologie und wurde Pfarrer. Sein Vikariat absolvierte er im Berliner Wedding, seine erste Pfarrstelle führte ihn in die St.-Jacobi-Gemeinde in Kreuzberg. Doch Vanselow kam zurück in den Wedding, in die Korneliusgemeinde. Zur einen Hälfte war er Gemeindepfarrer, zur anderen Hälfte Militärseelsorger bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr.

Von dort, an die Hektik der Großstadt gewöhnt, verschlug es Vanselow dann ins idyllische brandenburgische Dörfchen Falkenthal. Ein radikaler Wechsel, dem sich der Pfarrer jedoch gerne stellte. Schon Jahre zuvor war er gemeinsam mit seiner Frau Ellen von Berlin nach Leegebruch gezogen, vor gut 20 Jahren dann noch weiter ins Brandenburger Land nach Großmutz. Denn Jochen Vanselow liebte Tiere, insbesondere Pferde, doch die konnte er weder in Berlin noch in Leegebruch halten, sehr wohl aber in Großmutz. Er liebte das Reiten, Jahre später machte er sogar noch seinen Kutschenführerschein.

An seinem neuen Wirkungsort in Falkenthal setzte er von Anfang darauf, auf die Menschen in Falkenthal, Neuholland, Liebenberg, Klein-Mutz und Bergsdorf zuzugehen und ihnen die Kirche näherzubringen. Mit Unterstützung der Gemeinde rief er in Falkenthal beispielsweise das Erntedankfest wieder ins Leben. Mittlerweile ist es wieder eine feste Größe im dörflichen Leben. Er organisierte Ausstellungen, spielte sogar Theater und setzte sich auch für die Restaurierung des Kirchturms ein.

Hans-Joachim Vanselow war ein politischer Mensch und langjähriges Mitglieder der SPD. Aber ihm war auch wichtig, Arbeit und politisches Engagement zu trennen. Deshalb ließ er als Pfarrer seine Parteimitgliedschaft bewusst ruhen. Mit dem Wechsel in den Ruhestand konnte er dieses Engagement wieder aufnehmen. Aktiv war Vanselow ebenso in der Feuerwehr und im Dorf. Seiner Frau, die in Großmutz die Frauengymnastik-Gruppe ins Leben gerufen hatte, tat er es nach und organisierte Männerrunden, bei denen die Teilnehmer die Umgebung bei Spaziergängen erkundeten. Außerdem liebte es Vanselow, im Ruhestand nun endlich Hündin Paula an sieben Tagen in der Woche ausführen können.

Regelmäßige Reisen unternahm das Paar, um die drei Kinder, die in England und Frankreich leben, zu besuchen.

Hans-Joachim Vanselow starb am 20. März plötzlich und unerwartet an Herzversagen.

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