Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

B-96-Ausbau
Bürgerinitiativen machen mobil

Die Ortsdurchfahrt der B 96: Vor allem im Sommer ist sie für die Einheimischen in Fürstenberg, aber auch für Urlauber, geradezu unerträglich.
Die Ortsdurchfahrt der B 96: Vor allem im Sommer ist sie für die Einheimischen in Fürstenberg, aber auch für Urlauber, geradezu unerträglich. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 03.04.2018, 06:07 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Die Aufregung nimmt bei den konkurrierenden Bürgerinitiativen (BI) zum B 96-Ausbau merklich zu: Morgen beraten die Mitglieder des Arbeitskreises, der die Planung einer Umfahrung für Fürstenberg begleitet, im Rathaus der Wasserstadt. Das Land stellt eine Risikoanalyse vor.

Sowohl der Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg, der eine Westumfahrung der Wasserstadt scharf kritisiert, als auch die Bürgerinitiative „B 96–raus!“, die für die Westumfahrung eintritt, haben sich im Vorfeld der Beratung öffentlich zu Wort gemeldet.

Der Arbeitskreis stellt abermals klar, gegen die Westumfahrung zu sein, „weil der Naturpark unzerschnitten erhalten werden soll, weil die Umgehungsstraße Fürstenberg von seinen touristischen Zielen Peetschsee und Stechlin abgeschnitten wird, weil die Umgehungsstraße die Röblinseesiedling und Steinhavelmühle verlärmen wird, und damit das Ziel, Fürstenberg wieder zum Erholungsort zu entwickeln, konterkariert wird“. Außerdem kritisieren die Mitglieder des Arbeitskreises, dass die geplante Umgehungsstraße wegen ihres weiten Bogens nach Westen nicht an die L15 nach Lychen angeschlossen werden kann und damit der starke Verkehr von und nach Lychen weiter durch die Innenstadt fahren wird. Eine entsprechende Pressemitteilung hat der Steinförder Bernhard Hoffmann autorisiert.

Kritisiert wird die Mitteilung vom Sprecher der BI „B 96–raus!“, Gerd Palm. Vor allem eine Aussage störe ihn: Am 13. Februar habe Bernhard Hoffmann im Entwicklungsbeirat B 96 erklärt, gegen jeglichen Ausbau der B 96 zu sein. „Wir von der Fürstenberger BI ,B 96 raus!’ kämpfen dagegen für die Verlegung des Durchgangsverkehrs im Interesse der vielen Anwohner und der Stadtentwicklung zu einem staatlich anerkannten Erholungsort. Wir wissen, dass auch jede neue Trasse Belastungen für Menschen beziehungsweise Natur bringen wird. Die stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den gegenwärtigen Auswirkungen“, erklärt Palm.

Vom Naturpark würde nur ein sehr geringer Teil durch die Westumfahrung abgetrennt werden. Die Erholungsorte Steinförde und Steinhavelmühle würden vom Verkehrslärm nicht beziehungsweise nicht wesentlich beeinträchtigt. Sollte es erforderlich sein, könnte in Richtung Steinhavelmühle eine Lärmschutzwand errichtet werden, meint BI-Sprecher Palm.

„In Ihrer Aufzählung denken sie aber nicht an mögliche Veränderungen der linienbestimmten Trasse“, so der Sprecher weiter. Welche Umfahrung die Stadt Fürstenberg bekommt, „entscheiden nicht wir“. Es müsse jedoch schnell gehen, betont Gerd Palm.

Anders der Arbeitskreis: „Wir schlagen statt des Baus der Westumfahrung den Bau einer Trasse parallel zur Bahn (Trassenbündelung) vor mit einem Straßentunnel unter der Havel mit möglichst weitreichender Überdeckelung“, erläutert Bernhard Hoffmann.

Seinerzeit wurde diese Alternative zwar vom Sitzungsleiter,  dem stellvertretenden Landrat Egmont Hamelow, abgelehnt. Die Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), Kathrin Schneider, befürwortete jedoch, dass am Mittwoch über Alternativen zur Westumfahrung gesprochen wird.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG