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Zweites Flugzeug
Fallschirmspringer von GoJump organisieren sich neu

Sprungplatz Gransee: Nach einer verregneten Saison 2017 hofft man dort dieses Jahr wieder auf mehr Gäste.
Sprungplatz Gransee: Nach einer verregneten Saison 2017 hofft man dort dieses Jahr wieder auf mehr Gäste. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 03.05.2018, 16:43 Uhr
Gransee (MOZ) Eine Trennung von Tandemspringern und Fallschirmsportlern forciert GoJump für diese Saison. Auch soll an Wochenenden ein zweites Flugzeug zum Einsatz kommen. Darüber informierte Firmeneigner Jan Dietrich Hempelbei der Sitzung der Arbeitsgruppe Flugplatz.

Nicht zuletzt die vergangene Saison hat die Verantwortlichen dazu bewogen, Veränderungen am Konzept vorzunehmen. „Wir hatten sehr sehr schlechtes Wetter“, sagte Hempel rückblickend. Nur zwei Drittel der Vorjahresumsätze seien erreicht worden. Einbrüche habe es insbesondere bei den Tandemspringern gegeben. „ Und das sind die Leute, mit denen wir Geld verdienen“, so Hempel weiter. Die Zahl der Starts sank von 1 532 auf weniger als 1 400. Statt 25 000 gebuchten Plätzen wie 2016 wurden im Vorjahr noch 19 900 erreicht. Unterm Strich stand für 2017 ein Verlust von mehr als 100 000 Euro in den Büchern, den es auszugleichen galt. Natürlich hoffe man auf besseres Wetter diese Saison, doch bei den Abläufen etwas zu verändern, da sei man nicht drumherum gekommen. Der harte Kern der Festangestellten sei schon am Minimum angesiedelt. Einen Mangel an Nachfrage gebe es zudem nicht. Es gehe vielmehr  darum, die Sportler und Tandemspringer flexibel in die Luft zu bekommen. Den Sportlern wolle man sich dabei verstärkt zuwenden, betonte Hempel. Diese Zielgruppe sei vom vormaligen GoJump-Eigentümer Mike Vetter systematisch vertrieben worden. Mehr Starts seien organisatorisch durchaus machbar, pro Tag seien 50 kein Problem. Ein zweites Flugzeug, das von der selben Bauart wie die bisher eingesetzte Supervan 900 sei, erhöhe weder das Risiko noch die Kosten für die Firma, der mit der Anzahl der Absetzflüge von 2017 plus 100 rechnet. Die zweite Maschine soll ab Mitte Mai an Wochenenden zum Einsatz kommen. Eine Maschine sei für Sportspringer, eine für die Tandems, erläuterte Hempel. Wenn man die Tandemspringer, die der Firma mehr Umsatz bringen, vorziehe, provoziere das den Unmut der Sportler. „So konnte es nicht weitergehen“, sagte Hempel. Noch verhinderten aber Formalien den Einsatz der zweiten Maschine. So sei diese noch nicht aus dem amerikanischen Register entlassen worden, was eine Zulassung hierzulande verhindert.

Aus der Arbeitsgruppe bemängelte Reinhard Harndt, dass am Wochenende die GoJump-Maschine bei einer Beerdigung gestört habe. Alle Bestattungsunternehmen seien angeschrieben worden, dass sie Beisetzungen melden können, entgegnete Hempel. An dieser bewährten Praxis halte man fest. Womöglich sei eine Rückmeldung seitens des Bestatters in diesem Fall versäumt worden.

Unterschiedliche Landemanöver gibt es in der Regel nicht, gab es als Antwort auf eine weitere Nachfrage. So schnell wie erlaubt gehe es gen Boden. Allein wenn noch ein Fallschirmspringer in voller Montur sich im Flugzeug befindet, müsse der Anflug flacher erfolgen, was mit  der Sicherheitsausrüstung des Springers zusammenhängt, die sonst womöglich auslösen würde.

In der Arbeitsgruppe Flugplatz steht unterdessen eine personelle Veränderung ins Haus. Dr. Peter Seel aus Buberow, der für die Bürgerinitiative (BI) gegen Fluglärm bislang dem Gremium angehörte, ist nach Berlin gezogen, wie die Vorsitzende Sigrid Schlauer informierte. Als Nachfolger wurde seitens der BI der Granseer Marc Berger benannt.

Zur Saison

■ Neben einer Reihe von Firmenveranstaltungen findet bei GoJump dieses Jahr  auch „Pioniere des Freiflugs“ mit prominenten Springern statt.

■ Mitte Juli kommt der „Deutschland-Achter“ zum Trainieren nach Gransee.

■ Beim Kerngeschäft Fallschirmsprünge soll es laut Betreiber bleiben. Rundflüge seien aufgrund andere technischer Anforderungen nicht möglich. Beispielsweise verfügt die eingesetzte Supervan nur über rudimentäre Sitzgelegenheiten. ⇥(mhe)

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