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Stadtparlament
Linke fordert Fahrstühle an Wohnblöcken

gra_fü_strasse1 Fürstenberg 08.06.2018 Wohnblock Zehdenicker Straße 36
gra_fü_strasse1 Fürstenberg 08.06.2018 Wohnblock Zehdenicker Straße 36 © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 12.06.2018, 06:15 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Fahrstühle würden die kommunalen Wohnblöcke Zehdenicker Straße 35 und 36 deutlich aufwerten, davon ist die Linksfraktion im Fürstenberger Stadtparlament überzeugt. Sie brachte bei der jüngsten Zusammenkunft des Gremiums einen Antrag ein, wonach der Bürgermeister beauftragt werden soll, die technische Machbarkeit und die Förderfähigkeit zu prüfen. Außerdem möge er den Stadtverordneten Vorschläge zur Realisierung für das kommende Jahr unterbreiten.

Bisher scheiterte ein Einbau von Fahrstühlen unter anderem daran, dass ein Raum einer Wohnung genutzt werden müsste, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten. Andernfalls wäre nur ein Halt auf halber Etage möglich, hieß es in der Beschlussvorlage. Eine Firma biete nun die Nachrüstung von Gebäuden mit Aufzugsanlagen an, bei denen auf ganzer Etage gehalten werden kann.

Die technische Machbarkeit bedürfe keiner weiteren Prüfung, stellte Dr. Ralf Lunkenheimer, Leiter des Kommunalen Wohnungswirtschaftsbetriebes, fest. Die sei zweifellos gegeben. Als Stolperstein könne sich aber die Förderfähigkeit erweisen. Denn Unterstützung für derartige Projekte gebe es mittlerweile nicht mehr in Form von Zuschüssen, sondern nur noch als zinslose Darlehen – und das auch nur in entsprechend definierten Gebietskulissen. Die Kosten wären auf die Mieter umzulegen. Nehme man das realisierte Fahrstuhlprojekt am Kreuzdamm als Vergleichsgrundlage, erwarte die Mieter an der Zehdenicker Straße etwa eine Verdoppelung der Nettokaltmiete – von 4,20 auf 7,20 Euro, denn dort käme der Bau mindestens das Drei- bis Fünffache teurer als am Kreuzdamm. Hinzu kämen die Betriebskosten.

„Für wen wollt ihr eigentlich die Fahrstühle? Da sind doch fast nur junge Familie“, stelt Thomas Hentschel (AFO) fest. Manfred Saborowski (Die Linke) zweifelte die Informationen der Stadtverwaltung an. Gemäß dem Landtagsbüro seiner Partei sowie der Fahrstuhlfirma sei eine Förderung möglich. Dies wiederum wollte Hentschel so nicht stehen lassen. „Das hat euch der Hersteller erzählt. Die wollen aber ihre Produkte verkaufen.“ Saborowskis Fraktionskollege Andreas Intress betonte daraufhin, dass es sich lediglich um einen Prüfauftrag handele. Lothar Kliesch (SPD) bestand darauf, dass dann die Verwaltung aber nicht beauftragt werden könne, gleich konkrete Realisierungsvorschläge zu unterbreiten.

Schließlich fand der Antrag mit sechs zu vier Stimmen eine Mehrheit.(mhe)

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