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Operette
Schlossfestspiele mit überragender Aufführung

Café Kranzler in Neustrelitz: Die Aufführung ist ein Augen- und Ohrenschmaus für Freunde der Operettenmusik.
Café Kranzler in Neustrelitz: Die Aufführung ist ein Augen- und Ohrenschmaus für Freunde der Operettenmusik. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 10.07.2018, 18:17 Uhr
Neustrelitz Mit der Inszenierung der Operette „Wie einst im Mai“ haben am Freitag und Sonnabend die Festspiele im Schlossgarten Neustrelitz begonnen. Den rund 1 000 Zuschauern wurden bei bestem Wetter attraktive Kostüme, schwungvolle Melodien und ein effektvolles Bühnenbild präsentiert.

Am Ende der über zweistündigen Vorstellung, zu der die Theater- und Orchester GmbH als Ehrengäste die Familie Kollo mit dem Wagner-Tenor René Kollo (80) an der Spitze eingeladen hatte, gab es stehende Ovationen, Bravo-Rufe und minutenlangen Applaus. Die Veranstaltung endete mit einem Höhenfeuerwerk, das die Kulisse mit den Mitwirkenden in ihren historischen Kostümen und der Schlosskirche im Hintergrund  besonders erstrahlen ließ.

Mitwirkende waren der Opern- und Extrachor der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz, die Tänzerinnen und Tänzer der Deutschen Tanzkompanie  Neustrelitz und die Neubrandenburger Philharmonie, die von Panagiotis Papadopoulus, dem musikalischen Leiter der Aufführung, dirigiert wurde. Die Inszenierung besorgte Reinhardt Friese, ein Gastregisseur vom Theater Hof, und für die zeitgemäßen Kostüme und passende Ausstattung zeichnete Annette Mahlendorf verantwortlich.

In den Hauptrollen waren der Tenor Bernd Könnes und die Sopranistin Lena Kutzner, beides Solisten vom Neustrelitzer Theater, als Fritz Jüterbog und Ottilie von Henkeshofen zu erleben. Obwohl sie die schwere Aufgabe hatten, ihre Rollen als jugendliche Turteltäubchen, als gestandene Eheleute und als Menschen, die sich nach Jahren der Trennung wiedertreffen, zu spielen, meisterten sie das spielerisch und gesanglich mit Bravour.

Aber auch Andrés  Felipe Orozco als Stanislaus von Methusalem, Robert Merwald als Cicero von Henkeshausen sowie Viola Zimmermann als Mechthilde von Kiefernspeck und Angostura begeisterten mit Ihrem Spiel und Gesang das Publikum.

Mit „Wie einst im Mai“ hatten die Festspielmacher diesmal keine Wiener, sondern eine Berliner Operette ausgewählt. Mit schmissigen Melodien, einer turbulenten Handlung sowie komödiantischen Szenen sorgte diese besonders für Furore. Zum einen waren es bekannte Gassenhauer, wie „Es war in Schöneberg, im Monat Mai“ und weitere Altberliner Melodien, zum anderen der Berliner Dialekt, die beim Publikum für Erheiterung sorgten. Nicht selten wurde im Rhythmus der Lieder geklatscht und manch einer der älteren Gäste mag sich noch an seine Kindheit erinnert haben.

Hingucker waren die Kostüme der etwa 50 Darsteller. Neben Kleidern und Anzügen, wie sie um 1850 getragen wurden, mussten auch Kostüme  aus der Zeit um 1870 sowie für die folgende Jahrhundertwende geschneidert werden. Bei der abschließenden Straßenszene und  den Aufnahmen in einem Filmstudio wurden sogar Kleider getragen, wie sie um 1930  üblich waren.

Die Operette  „Wie einst im Mai“ von Walter und Willi Kollo erzählt die Geschichte der Familie von Henkeshofen und des Schlosserlehrlings Fritz Jüterbog. Ottilie, die Tochter des Majors von Henkeshofen und Fritz, sind seit ihrer Kindheit ineinander verliebt. Doch der einfache Arbeiter missfällt der Familie von Henkeshofen, sie intrigiert gegen den jungen Proletarier aus Standesgründen.

Ähnlich einem Bilderbogen wird die Geschichte der Familie von Henkeshofen und des pfiffigen und erfolgreichen Fritz Jüterbog über mehrere Jahrzehnte erzählt. „Wie einst im Mai“ erlebte seine Uraufführung am 4. Oktober 1913 im Berliner Theater. Der Sohn des Komponisten, Willi Kollo, besorgte 1943 eine musikalische und textliche Neufassung, die auch einige neue Musiknummern von ihm erhielt. Zu den bekanntesten Liedern gehören „Es war in Schöneberg“, „Die Männer sind alle Verbrecher“ und „Unter’n Linden, unter’n Linden“.

Festspielkalender

■  Weitere Vorstellungen der Operette „Wie einst im Mai“ werden am 12., 13., 14., 15., 19., 20., 21., 22., 26., 27. und  28. Juli gegeben. Beginn ist um  20 Uhr, außer den Vorstellungen am Montag, Donnerstag und Sonntag, die bereits um 15 Uhr beginnen.

■  Am 29. Juli um 20 Uhr steigt das „Finale Grande“ mit Höhepunkten aus „Wie einst im Mai“ und berühmten Operettenklassikern. Tickets können unter 033981 206400 oder 0395 5699832 erworben werden.⇥(jr)

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