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Agrar GmbH
Spargelbauern heißen Bienen willkommen

Korbinian Mayer von der Agrar GmbH Sonnenberg in einem der Blühstreifen, die das Unternehmen um Biotope inmitten der Spargelfelder bei Sonnenberg angelegt hat: Im Hintergrund stehen Beuten, die Imker der Region dort aufgestellt haben.
Korbinian Mayer von der Agrar GmbH Sonnenberg in einem der Blühstreifen, die das Unternehmen um Biotope inmitten der Spargelfelder bei Sonnenberg angelegt hat: Im Hintergrund stehen Beuten, die Imker der Region dort aufgestellt haben. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 12.07.2018, 18:14 Uhr
Sonnenberg (MOZ) Dass wirtschaftlicher und ökologischer Nutzen sich nicht gegenseitig ausschließen, will die Agrar GmbH Sonnenberg unter Beweis stellen. Zwischen einigen Spargelfeldern und angrenzenden Gehölzen und Söllen wurden Blüh- und Grünstreifen angelegt, auch einige Felder mit Phacelien bepflanzt.Imker stellten ihre Beuten auf.Bienen schwärmen aus.

Der Spargelanbau unter Folie, den die Agrar GmbH auf einer Fläche von etwa 490 Hektar betreibt, ist nicht unumstritten. Naturschützer stören sich daran. Die Agrar GmbH wiederum verdient damit ihr Geld. Trotzdem auf Umweltbelange Rücksicht zu nehmen, ist für Gregor Hufmann, den Chef der Agrar GmbH, aber kein Widerspruch. „Wir versuchen es so zu machen, dass es für alle passt. Es bringt ja nichts, wenn nur jeder mit dem Finger auf den anderen zeigt“, sagt er. Überdies sei es sowieso problematisch mit den schweren Maschinen  bis unmittelbar beispielsweise an einen Soll heranzufahren. Stattdessen wurden nun 15 Meter breite Blühstreifen mit Phacelien (siehe Foto) angelegt.  Hinzu kommt laut Hufmann jeweils ein 15 Meter breiter Grünstreifen, erst dann komme der Spargel. Ziel sei es, alle Biotope über Grünwege miteinander zu verbinden, so dass auch Amphibien wandern können. Vom Grünstreifen würden überdies auch Greifvögel profitieren.

Die Phacelien, die, abhängig von ihrem Standort, einem Mann nur bis zu den Knien oder auch bis zur Brust reichen, blühen indes auch auf einigen Feldern, unterm Strich auf 10 Hektar an Feldrändern und 20 Hektar auf weiteren Flächen.  Bei den Imkern der Region komme dies gut an, so Gregor Hufmann. Sieben Imker haben bereits ihre Beuten an den Feldern seines Betriebes aufgestellt. Für die Bienen gibt es indes nicht nur auf den Blüten der Phazelien Nektar zu holen, sondern auch auf den in viel größerer Zahl vorhandenen Blüten des Spargels, der nach Ende der Erntezeit ins Kraut geschossen ist. „Da gibt es ständig Ertrag für die Insekten“, so Hufmann weiter.

Hufmanns Mitarbeiter Korbinian Mayer teilt den Imkern ihre Stellplätze für die Beuten zu und behält im Auge, wo wie viele der Beuten stehen. „Je nachdem, wo der Spargel blüht,  will ja jeder zum Zug kommen“, sagt er. Bei einer Tour mit ihm zu Bienenkästen und Blühstreifen westlich von Sonnenberg ist im Geländewagen einiges an Entfernung zurückzulegen. Einige der Phazelienfelder liegen zwar nahe der Straße, einige Blühstreifen und besonders die Beuten, sind oft aber nicht oder nur schwer von der Straße aus zu erkennen. Einige hundert Meter querfeldein, teils hinter hügeligem Gelände sind sie verborgen.

Nicht überall auf den weitläufigen Flächen des Betriebes habe man diese Streifen angelegt, so Geschäftsführer Hufmann. Man habe erst in diesem Jahr damit begonnen und wolle schauen, wie sich das Ganze entwickle. Eine Ausweitung wolle er aber nicht ausschließen. „Man muss einfach Sachen probieren und gucken, was man erzielen kann für Natur und Menschen“, sagt er. So sei er auch dabei, einen Versuch mit größerem Abstand der Spargelreihen voneinander zu unternehmen – drei Meter statt zwei Meter – was bei einer Reduzierung der Folie auf dem Areal gleichzeitig mehr Versickerungsfläche bedeute, so Hufmann.

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