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Geschichte
Alexander der Große in Liebenberg

Begeistert: Dr. Thomas Steller vor der aus Fliesen hergestellten Nachbildung des Alexanderschlacht-Mosaikes.
Begeistert: Dr. Thomas Steller vor der aus Fliesen hergestellten Nachbildung des Alexanderschlacht-Mosaikes. © Foto: Volkmar Ernst
Violkmar Ernst / 07.11.2018, 15:22 Uhr
Liebenberg (MOZ) Von Volkmar Ernst

Einen ganz besonderes Kunstwerk können Geschichtsinteressierte und Museumsfreunde am Sonntag noch einmal auf Schloss und Gut Liebenberg bewundern: das aus Fliesen gefertigte Alexanderschlacht-Großbild.

Es zeigt die Begegnung von Alexander dem Großen mit dem Perserkönig Darius III. auf dem Schlachtfeld, während der Grieche das Perserreich erobert. Mitten im Getöse treffen die beiden Kontrahenten aufeinander. Sie führen die Streitwagen, wie es den Herrschern vorbehalten war. Es ist die beeindruckende farbige Nachbildung des 1831 in Pompeji gefundenen antiken Mosaik-Wandbildes von der Schlacht, allerdings auf Fliesen festgehalten. Ein ganz typisches Beispiel dafür, wie im Preußen des 19 Jahrhunderts antike Helden und heroische Tugenden verehrt wurden.

Der Fürst  zu Hertefeld hatte das Bild Mitte des 19. Jahrhunderts bestellt. Das Besondere daran ist, es gibt noch zwei weitere Nachbildungen. Von denen befindet sich eine in der Eremitage in Sankt Petersburg und die zweite in Potsdam. König Friedrich-Wilhelm IV. hatte diese bestellt und die Römischen Bäder damit geschmückt.

Fünf Mal drei Meter misst das Bild  und besteht aus 231 Fliesen, von denen bis auf eine alle noch vorhanden sind. Die Nachbildung war einst als Wandbild und auch als Fußboden eine Zierde des Schlosses. Durchaus also auch ein Gebrauchsgegenstand, wie die Abriebspuren auf der Glasur der Fliesen erkennen lassen. Im Zuge der Sanierungs- und Umbauarbeiten des Liebenberger Schlosses 2002 wurde das Kunstwerk, das zu jener Zeit noch eine Wand im Obergeschoss schmückte, abgenommen und die Teile eingelagert.

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals im September wurde das Bild in der Sommergalerie, die sich gleich neben der Kirche befindet, nun wieder zusammengelegt und gezeigt. Passend zur Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges am 11. November vor 100 Jahren ist es am Sonntag im Rahmen der von der DKB-Stiftung geplanten Veranstaltungen noch einmal zu sehen. Danach wird das Kunstwerk erneut eingepackt und wartet dann im Depot auf die Restaurierung und die weitere Nutzung.

Dr. Thomas Steller von der DKB-Stiftung ist die Begeisterung anzusehen, wenn er in der Sommergalerie vor dem Großbild steht. Er hat auch allerhand darüber zu berichten, denn es birgt so manches Geheimnis. Warum neben dem König der Fürst eine Nachbildung des Mosaikes  erwarb, ist eines. Warum auf der Standarte des Bildes in den Römischen Bädern ein Adler und auf der in Liebenberg ein goldener Hahn abgebildet ist, ein zweites.

Interessant ist ebenso die Darstellung selbst. Während Feldherr Alexander zuversichtlich nach vorn stürmt und sich sicher zu sein scheint, die Schlacht zu gewinnen, ist im Antlitz des Perserkönigs das blanke Entsetzen zu erkennen. Es ist die Angst, dem Angreifer hoffnungslos unterlegen zu sein.  „Alexander und Darius sind nicht nur als Feldherren abgebildet, sie sind als Menschen mit ihren Gefühlen zu erleben“, so Dr. Steller.

Veranstaltungen

Themennachmittag am 11. November: „Am Frieden krank oder Wege in die Demokratie“:

■ 12 bis 14.30 Uhr: Martinsbrunch im Schlossrestaurant (Infos: www.schloss-liebenberg.de)

■ 14.30 bis 15.20 Uhr: Schloss- und Ausstellungsführung „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 bis 1933“, Kaiserbrunnen im Schlosshof und Alte Waage (die Ausstellung kann ganztägig besichtigt werden)

■ 15.30 bis 16 Uhr: Besichtigung des Alexanderschlacht-Großbildes, Sommergalerie neben der Kirche

■ 16.30 bis 19 Uhr: Öffentliches Symposium sowie Impulsvorträge und Diskussionsrunde zu den Themen Erinnerung und Umgang mit dem Ersten Weltkrieg, Möglichkeiten zum Neuanfang und Perspektiven auf die Gegenwart und musikalisches Rahmenprogramm im Schloss-Saal. Die Teilnahme ist kostenfrei, um eine Anmeldung unter thomas.steller@dkb-stiftung wird gebeten.

■ 19 bis 20 Uhr Get-together im Schloss-Saal ⇥(veb)

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