Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Brandschutzübung
Qualm aus dem Rathaus

Thomas Pilz / 27.11.2018, 20:24 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Fürstenberg. Einen turbulenten Nachmittag erlebten die Mitarbeiter der Fürstenberger Stadtverwaltung am Dienstag: Plötzlich ertönte die Sirene, wenige Minuten später rückte bei ihnen die Feuerwehr an. Es war zum Glück nur eine Übung – aber eine ziemlich lebensnahe.

Qualm drang aus dem zweiten Obergeschoss. „Dort brennt es fiktiv im Serverraum, das ist eine der Ausgangssituationen, die bei der Übung für reale Bedingungen sorgen“, erklärte Undine Wunderlich, Leiterin des Ordnungsamtes und eine der wenigen Mitarbeiterinnen, die eingeweiht war.

Nun aber stand die Amtsleiterin, ebenso wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen, auf dem Marktplatz gegenüber des Rathauses. Links davon der dienstägliche Broilerstand, weiter entfernt die mobile Volksbank. Man bibberte etwas, allmählich füllte sich der Platz mit Rathaus-Mitarbeitern. Da ertönten dann auch schon die Martinshörner der heran eilenden Löschfahrzeuge, Eberhard Thun und Heike Döpke von der Polizei lotsten den B-96-Verkehr, wo sich nicht nur viele Brummis stauten. Zumal das Nadelöhr am Kontorhaus dicht war, die Strabag baute dort an der Regenentwässerung.

Fünf Mitarbeiter vermisst – stellte sich heraus. „Genau deshalb muss so etwas geübt werden“, merkte Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) an, der mit einem Pieper und Notizblock bewaffnet die Lage kontrollierte und bewertete.

Die vier Fürstenberger Wehren waren rasch vorgefahren, auch die Lychener Stadtwehr fand sich ein, ebenso zwei Rettungswagen. Die Drehleiter wurde ausgefahren, Schläuche professionell ausgerollt, Kameraden und Kameradinnen legten Atemschutz an und verschwanden in dem Gebäude. Kerstin Gerstendörfer und Jenny Haucke wurden über die Drehleiter aus dem Server-Raum gerettet, sie waren stilvoll mit „klaffenden Wunden verziert“ worden.

„Wir haben das noch nie geübt, es wird Zeit“, betonte Philipp. Die Alarmkategorie lautete „Gebäude groß“. Auf dieser Grundlage seien alle Wehren gerufen worden und mussten alle Mitarbeiter das Rathaus verlassen, aber nicht das Weite suchen, sondern an einem Sammelpunkt sich einfinden. Und man stelle fest, so Philipp, die Tageseinsatzbereitschaft der Fürstenberger Wehren könne sich durchaus sehen lassen.

Geplant hatte man das Szenario schon Wochen vorher. Das Spannende aber werde die Auswertung sein, merkte Philipp an. Erfreulich sei, dass die Stadt über einen Gefahrenabwehr-Bedarfsplan verfüge. Mit Experten und den Brandschutzbeauftragten des Hauses wurde auch ein Notfallplan fürs Rathaus erarbeitet.

Fakten und Zahlen

■  Zur Freiwilligen Feuerwehr  Fürstenberg gehören die  Ortswehren Blumenow, Bredereiche und  Himmelpfort.

■  Zum jetzigen Zeitpunkt nehmen 116 aktive  Kameraden, davon 22 weibliche, ihren  Dienst wahr. In den Jugendfeuerwehren  sind 43 Kinder und Jugendliche im aktiven Dienst.

■  Stadtbrandmeister ist Dirk Stolpe, Stellvertreter Lutz Kornetzky, Wehrführer ist Gordon Harnack.⇥(pilz)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG