Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Stadtparlament
Familien aus dem Umland willkommen

Vorzeigeprojekt: Das Haus Friedrich-Wilhelm-Straße 4 soll ab 2019 saniert werden.
Vorzeigeprojekt: Das Haus Friedrich-Wilhelm-Straße 4 soll ab 2019 saniert werden. © Foto: Marco Winkler
Thomas Pilz / 05.12.2018, 16:40 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Der Kommunale Wohnungswirtschaftsbetrieb (Kowobe) in Fürstenberg soll Grundsätze seiner Wohnungspolitik ändern. Nicht allein integrationsfördernder Zuzug soll künftig berücksichtigt werden, sondern auch die Ansiedlung von Familien aus dem ländlichen Raum.

Dafür sprachen sich mehrheitlich die Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung aus. Ein entsprechender Antrag des CDU-Stadtverordneten Olaf Bechert wurde positiv beschieden.

Zuvor hatte Bechert Bedenken geäußert, dass die wohnungspolitischen Grundsätze, so wie sie im Wirtschaftsplan 2019 festgelegt wurden, in der Öffentlichkeit missverständlich interpretiert werden können. In dem Papier heißt es unter dem Passus „Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung“: „Eine Chance, dem negativen demografischen Prozess teilweise entgegenzuwirken, sieht der Kowobe in einem integrationsfördernden Zuzug von Geflüchteten.“

Es gebe sicher in dieser Hinsicht „ein paar positive Beispiele“, was ja auch erfreulich sei. Aber, so Bechert, die Wortwahl im Wirtschaftsplan 2019 lege den Eindruck nahe, „Fürstenberg stellt sich als besonders integrationsfähig dar“. Dies sei ein Missverständnis, das so nicht stehen gelassen werden könne. Vielmehr sollte die Gesamtheit der wohnungspolitischen Chancen in den Blickpunkt gerückt werden, erklärte Bechert, und dies finde sich in dem großen Potenzial von Berlinern, die auch wegen der außerordentlich gestiegenen Mieten in der Hauptstadt raus aufs Land ziehen wollen. Fürstenberg mit seiner günstigen Zugverbindung sei attraktiv für solche Pendler und deren Familien. „Und das ist auch wichtig für die mögliche Wiedereröffnung einer weiterführenden Schule in Fürstenberg“, erklärte der CDU-Stadtverordnete.

Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) widersprach. Aus seiner Sicht interpretiere Bechert in den oben genannten Passus zu viel hinein. Fakt sei, dass Voraussetzung für eine gelungene Integration die notwendigen Hilfen von Bund/Land und EU seien. „Wir können auch das Thema nicht einfach außen vorlassen, zumal es in der Unterkunft Waldstraße inzwischen Menschen mit Asyl-Anerkennung gibt, die noch immer dort wohnen, weil es schlicht in der Stadt an Wohnraum mangelt“, merkte Philipp an. Man sollte den Integrations-Prozess zur Kenntnis nehmen und ihn fördern, fügte er hinzu.

Von dieser Warte aus müssten Wohnungen massiv instandgesetzt werden. Es gebe abgesehen davon eine gute Grundstückssituation, die für Zuzügler eine Rolle spielen könnte. Mit dem Eigentümer des Bebauungsplan-Gebietes „Feldbäckerei“, Jochen Hollinderbäumer, stehe die Stadtverwaltung in Kontakt, um das Areal mittels einer Planänderung eventuell in Wohnbauland umzuwandeln, erläuterte das Stadtoberhaupt.

Bechert machte einen Vorschlag zur Güte: Der Kowobe solle danach „den Zuzug von Familien aus dem ländlichen Raum und den integrationsfördernden Zuzug gleichermaßen berücksichtigen“. Darauf einigte sich das Parlament.

Fakten und Zahlen

■  Der Kowobe verzeichnet eine gestiegene Nachfrage nach preisgünstigen, altersgerechten und barrierefreien Wohnungen.

■  Vor allem deshalb soll das Haus Friedrich-Wilhelm-Straße 4 für mehrere Millionen Euro saniert werden (inklusive Förderung).

■  Am 31. Dezember 2017 standen in Fürstenberg und den Ortsteilen insgesamt 51 Wohnungen leer, was einer Quote von 11,89 Prozent entspricht, die seit nunmehr sechs Jahren sich auf den Wert eingepegelt hat.⇥(pilz)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG