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Naturpark
Zu viele Weißfische in Klarwasserseen

Alle Hände voll zu tun: Das Team um Fischerei-Experte Andreas Sidow beim Fischen.
Alle Hände voll zu tun: Das Team um Fischerei-Experte Andreas Sidow beim Fischen. © Foto: Privat
Matthias Henke / 10.12.2018, 17:34 Uhr
Menz (MOZ) Wie ist es um den Fischbestand in den Seen des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land bestellt? Zwar ist bekannt, welche Arten in den Gewässern vorkommen, nicht aber in welcher Anzahl. Bereits seit einigen Jahren läuft ein Projekt, bei dem Angler und Fischer ehrenamtlich Statistik führen. Vergangenes Jahr wurden die Ergebnisse für den Großen Törnsee bei Dollgow vorgestellt (wir berichteten). In diesem Jahr waren nun vier weitere Gewässer an der Reihe: der Menzer Roofensee, der Peetschsee bei Fürstenberg, der Große Glietzensee nördlich des Stechlins und der Tortsee bei Großzerlang.

Die Fäden liefen bei Andreas Sidow zusammen, im Berufsleben bei der Unteren Jagd- und Fischereibehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin tätig. Dieses Projekt  unterstütze er jedoch ausschließlich ehrenamtlich, wie er betonte. Für die Zählung wurden Stehnetze beziehungsweise Kummreusen verwendet. Letztere werden aufgrund des höheren Arbeitsaufwandes normalerweise in der Binnenfischerei nicht verwendet.

1,1 Tonnen Fisch wurden 2018 beispielsweise aus dem Roofensee geholt. An drei Standorten wurden dort Kummreusen aufgestellt. Zwischen April und Oktober wurde ihr Inhalt etwas drei Dutzend Mal an Land beziehungsweise ins Boot gezogen. Bei dieser Gelegenheit waren aber nicht nur die Fische zu entnehmen und zu wiegen, sondern auch die Reusen zu reinigen und gegebenenfalls instandzusetzen. Verunreinigungen führten mitunter zu einem Beschweren der Auftriebskörper der Netze, was ihre Effektivität minderte.

Doch schon im Mai bemerkten die Angler und Fischer, dass sich die Fangmenge deutlich reduzierte. Es verfingen sich keine großen Schwärme mehr. „Das werden wir in Zukunft berücksichtigen“, so Sidow. Für Klarwasserseen sei dies typisch.

Es trat auch zu Tage, was die Fachleute längst vermuteten.  Weißfische dominieren in dem Gewässer, das gilt nicht nur für den Roofensee. Allein eine halbe Tonne Blei und knapp 280 Kilogramm Plötzen verfingen sich in den Reusen des Menzer Sees. Auch von den in den 1980er-Jahren eingesetzten, aus Asien stammenden Karpfen gibt es noch einige Exemplare. Blei, Plötze, Rotfeder,  Güster und Co. wurden denn auch zielgerichtet entnommen. Zurückgesetzt wurden dagegen Hechte – immerhin 95 Kilogramm wurden gefangen. Andere Fische wurden privat verwertet, der größte Teil aber als Futter abgegeben, etwa an den Tierpark Kunsterspring.

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