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Fußball
SV Altlüdersdorf bindet Talent aus der Region

Stefan Zwahr / 24.01.2019, 12:02 Uhr
Altlüdersdorf (MOZ) Über Jahre hinweg war Sven Marten das einzige lokale Aushängeschild des SV Altlüdersdorf. Nun ist es dem Fußball-Oberligisten gelungen, wenige Monate nach Pascal Schölzke (Liebenwalde) einen weiteren Youngster aus Oberhavel an sich zu binden. Dieser spielt für die Reserve.

Dustin Bergner ist nun Vertragsspieler bei den Lila-Weißen. Der 18-Jährige setzte seine Unterschrift am Dienstagabend unter eine langfristige Vereinbarung. Bislang hat der Granseer noch kein Spiel für die erste Männermannschaft bestritten, doch die Verantwortlichen des SVA halten große Stücke auf ihn. „Wir sehen in ihm viel Potenzial. So einen Spieler musst du halten“, sagt Steven Bergmann, Trainer des Reserveteams. „Da junge Spieler immer begehrt sind, und es davon in Oberhavel leider nicht so viele gibt, wollten wir ihn fest an uns binden.“

Der Jugendliche freut sich auf weitere Jahre beim SVA. „Das ist mein Verein.“ Den Weg nach Altlüdersdorf fand Bergner, der seine ersten Schritte als Fußballer bei Eintracht Gransee machte, als B-Jugendlicher. In der A-Jugend kickte er (ebenfalls per Gastspielgenehmigung) bis zum Sommer vergangenen Jahres für den Kreisligisten SV Zehdenick.

„Dann habe ich mich der Her­ausforderung gestellt“, blickt der Fußballer ein gutes halbes Jahr zurück. Da machte er die Sommer-Vorbereitung des Oberliga-Teams mit – zumindest für 14 Tage. „Dann wurde es ein bisschen viel.“ Der Teenager stieß nicht an fußballerische Grenzen, musste sich aber eingestehen, dass es schwer sei, Fußball und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Mit dem Beginn der Maurer-Ausbildung ergab sich ein neuer Aufwand. „Der Lehrbauhof ist in Oranienburg, die Schule in Hennigsdorf. Das ist halt immer ein bisschen schwer.“

Der Verein sehe den Spieler laut Bergmann „immer noch bei der Ersten“. Dennoch äußerte Bergner den Wunsch, zunächst in der Landesklasse Erfahrungen sammeln zu können. „Die Zweite trainiert auch eine Stunde später. Das kommt mir entgegen.“ Bergmann: „Dustin fühlt sich momentan wohler in der Landesklasse und will sich beweisen, was er vom ersten Spiel an sehr gut gemacht hat.“

Für den SVA II kam er in der Hinrunde in zwölf Punktspielen zum Einsatz, erzielte dabei ein Tor per Freistoß.  In der vergangenen Saison gelangen ihm für die Zehdenicker A-Junioren (die Kreismeister wurden) noch 16 Tore. Da spielte der Youngster aber auch noch im Angriff. „Ich brauche ihn auf der ,Sechs’, will ihn da fördern und fordern“, so Bergmann. Dieser lobt, dass sein Schützling „den diagonalen Überpass“ spielen könne. Die für ihn neue Position nehme er gut an. „Er musste lernen, Zweikämpfe zu gewinnen. Er hat schnell reingefunden, hört gut zu und setzt alles sehr gut um.“

Im Juniorenbereich hatte Bergner (der es nie in die Kreisauswahl geschafft hatte) immer in vorderster Front gespielt. Nun im defensiven Mittelfeld zum Einsatz zu kommen, sei zunächst eine Umstellung gewesen. „Man gewöhnt sich aber daran. Ich fühle mich gut da.“ Überhaupt sei die Entscheidung, es in Altlüdersdorf zu versuchen, richtig gewesen. „Ich habe mich der Her­ausforderung gestellt. Und ich denke, dass ich sie sehr gut angenommen habe.“ Dass sich das Team nach der Hinrunde auf dem vorletzten Tabellenplatz der Landesklasse wiederfindet, sei keine schöne Situation. „Hinter uns liegen schwierige Monate, aber wir müssen immer weiterkämpfen, um als Mannschaft aus der Situation zu finden. Wir wollen es in der Rückrunde besser machen. Ich sehe uns auf einem guten Weg.“­

Was nach der Saison passiert, vermag der junge Fußballer – der aufgrund der Ähnlichkeit mit dem belgischen Profi von vielen „De Bruyne“ genannt wird – nicht zu sagen. Er habe keinen Karriereplan. „Mal gucken, was die Zukunft bringt. Ich setze mich da nicht unter Druck.“ Er wolle auch nicht sagen, dass es unbedingt mit dem höherklassigen Fußball funktionieren muss. „Aber ich will es schon in die erste Mannschaft schaffen.“

Steven Bergmann glaubt, dass es der Granseer schaffen wird. „Es wird für ihn einfacher, wenn wir als Mannschaft wieder in ruhigem Fahrwasser sind. Die jetzige Situation bringt ihn aber auch weiter. Sie wird ihn formen und stärker machen.“ Bergner werde auch künftig seine Leistung bringen. „Wir wollen ihn auf seinem Weg unterstützen und behutsam aufbauen. Ich würde mich freuen, wenn er dann irgendwann wieder oben angreift.“

Situation bei der SVA-Reserve

Der SV Altlüdersdorf II überwintert nach jeweils vier Siegen und Unentschieden sowie sechs Niederlagen auf dem vorletzten Tabellenplatz der Landesklasse Nord. Am 16. Februar steht das Nachholspiel beim Oranienburger FC Eintracht II an.

Eine große Hypothek: Aufgrund der Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls werden dem Team drei Punkte abgezogen. Folglich stehen nur 13 Punkte aus 14 Spielen auf der Habenseite.

Dem perfekten Saisonstart mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen (drei Siege, ein Remis) folgte der Einbruch.

Die Gründe sieht Trainer Steven Bergmann in der schwierigen personellen Situation. „Wir haben im Sommer viele junge Spieler geholt, die wir in Ruhe aufbauen und heranführen wollten.“ Dann änderte sich die Situation: Kevin Krysiak und Agbor Solo Tabe fielen aus, André Luis Jimenez Lucas Correa war lange verletzt, Kevin Stübs verschlug es berufsbedingt ins Ausland. Auch Kevin Bogenhardt war aufgrund einiger Rückschläge nicht fit. „Diejenigen, die vorneweg laufen sollten, brachen weg. Das kannst Du irgendwann nicht auffangen“, so der Coach.

Talentierte Spieler wie Dustin Bergner oder die Zwillinge Nils und Julius Unglaube hätten es dann richten müssen. „Die Spieler, die in Ruhe herangeführt werden sollten, mussten sofort ran. Das funktioniert nicht. Sie können nicht gleich in einer neuen Mannschaft funktionieren. Sie sind noch nicht so abgebrüht“, betont Steven Bergmann. Unter diesen Bedingungen sei es natürlich schwer, die Punkte zu holen.

Erschwerend kam hinzu, dass es in der Hinrunde vier Platzverweise gab.

Unglückliche Niederlagen wie gegen Birkenwerder blieben auch nicht aus. „Gegen den BBC haben wir ein mega Spiel gemacht, aber 1:2 verloren. Irgendwann fängst du an, an dir selbst zu zweifeln. Du stehst dir selbst im Weg.“

Zwei Neuzugänge stehen für die Rückrunde bereit. Marius Wutschick und der Brasilianer Guigo (beide 28 Jahre) kommen. „Das sind zwei Stürmer, die uns besser machen werden“, so der Coach.

„Wir sind im Abstiegskampf“, betont der Trainer, der zuversichtlich ist: „Ich weiß, was wir für eine enorme Qualität haben, wenn alle da sind. Dann wird es vielleicht auch einfacher. Von den Mannschaften, die im Keller stehen, haben wir vielleicht die größte Qualität. Das ist aber die größte Tücke, wenn man sich darauf ausruht. Die Jungs wissen, dass ich gewisse Tugenden erwarte und immer an den Kampfgeist appelliere. Das ist ihnen bewusst.“

Die Grundlagen werden während der Vorbereitung in drei wöchentlichen Trainingseinheiten gelegt. „Wir werden viel Laufarbeit machen. Technisch sind wir stark. Da unten wird es aber auf das Läuferische ankommen.“ Bewusst gibt es zudem Testspiele gegen starke Gegner, „die uns fordern“.⇥(sz)

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