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Kitas
Wasserstadt sucht neue Essenslieferanten

Wer spielt, muss auch essen und trinken: Ab 2021 wird die Stadt neue Essenanbieter suchen.
Wer spielt, muss auch essen und trinken: Ab 2021 wird die Stadt neue Essenanbieter suchen. © Foto: Matthias Henke
Thomas Pilz / 14.03.2019, 07:00 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Hauptsache, es schmeckt – das zählt schon lange nicht mehr. Begleitumstände der Bewirtung von Kita-Kindern, der pädagogische Rahmen, ja selbst die Inhaltsstoffe kommen neuerdings auf den Prüfstand.

Zum Beispiel in der Fürstenberger Kita Kleine Strolche. Elke Funk, die Leiterin der Einrichtung, und der stellvertretende Bürgermeister, Sebastian Appelt, betonen, dass eine Neuausrichtung der Versorgung der Kinder vor dem Hintergrund der Rechtslage und elterlicher Anforderungen immens wichtig sei, zugleich müsse man sich mit dem Thema aber differenziert auseinandersetzen. "Das geht nicht von heute auf morgen", erklärt Appelt. Zumal alles auch mit Kosten verbunden ist.

Zurzeit bezahlen die Eltern den Anteil der häuslichen Ersparnis, das sind derzeit 1,50 Euro pro Mahlzeit. Den Rest steuert die Kommune bei. "Wichtig zu verstehen, das gilt lediglich für die Kita- und Hortkinder, Kinder, die nicht den Hort besuchen,  aber dennoch eine Mahlzeit zu sich nehmen, zahlen den vollen Preis", erläutert Appelt, zugleich Finanzexperte der Stadt Fürstenberg.

Der Landkreis genehmigte die neue Kita-Satzung der Kommune im Dezember, rückwirkend gilt sie ab August 2018. Auf einen Hinweis legte der Landkreis aber Wert: Künftig müssen in den Kitas der Kommune auch Frühstück und Vesper angeboten werden.

Das versetzt die Kommune aber in die Situation, zum Beispiel in der Kita Havelspatzen in Bredereiche erst einmal Umbauten vorzunehmen, um das Angebot zu gewährleisten. Anders sieht das in der Kita Kleine Strolche aus.

Der größte Kindergarten der Wasserstadt beherbergt derzeit 222 Strolche, und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, merkt Elke Funk an. Auch die Essensversorgung funktioniere gut. Es gebe bei den Strolchen und den Hortkindern zwei Wahlessen, aus denen die Erzieherinnen gemeinsam mit ihren Schützlingen wählen, welche Speise sie gerne hätten. Erfreulich sei, so die Kita-Leiterin: Überwiegend positive Reaktionen könne man derzeit feststellen.

Und auch die Sorge vor Platznöten in den städtischen Einrichtungen ist nach Aussage der Stadtverwaltung unbegründet: "Alles in allem sieht es derzeit so aus, dass wir in allen Einrichtungen bei der Aufnahme von Kindern noch Spielräume nach oben haben", merkt Appelt an.

Abgesehen davon. "Es bedarf nun grundsätzlich eines Konzeptes für die Versorgung der Kita-Kinder", erklärt der stellvertretende Bürgermeister.

Die Stadt stelle sich dieser Herausforderung. Auf den Prüfstand gehörten nunmehr die Qualität des Essens, der Anteil biologisch wichtiger Inhaltsstoffe und auch die pädagogische Komponente. "Wir werden aber auch eine Marktanalyse betreiben und attraktive Anbieter kontaktieren", erläutert Appelt.

Hintergrund ist die Verpflichtung für die Kommune, den Auftrag europaweit auszuschreiben. Analyse und Konzept würden einige Zeit in Anspruch nehmen, "wir wollen das gründlich und in Ruhe vorbereiten", merkt Appelt an. Zum Jahresbeginn 2021 solle das Konzept in die Tat umgesetzt werden können. Schon jetzt müsse allen Beteiligten aber klar sein, so Appelt: "Zum Nulltarif ist das Ganze nicht zu haben, wir rechnen mit Mehrkosten von etwa 210 000 Euro jährlich."

Doch da kommt die allseits populäre Frage auf, "Kinder wer soll das bezahlen?". Appelt kann die Eltern beruhigen: Die Stadt werde den Zuschuss für den Anbieter des Essens erhöhen müssen, die Eltern müssten nicht mehr zahlen. Ein entsprechender Haushaltsansatz befindet sich bereits im mittelfristigen Finanzplan der Kommune, so der Kämmerer.

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