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Diskussionsrunde
Staatssekretär verteidigt Respekt-Rente

Viel Papier: Arbeitsstaatssekretär Rolf Schmachtenberg (Mitte) versorgte seine Zuhörer in der Alten Reederei in Fürstenberg nicht nur mit Informationen aus erster Hand, sondern auch mit reichlich Informationsmaterial.
Viel Papier: Arbeitsstaatssekretär Rolf Schmachtenberg (Mitte) versorgte seine Zuhörer in der Alten Reederei in Fürstenberg nicht nur mit Informationen aus erster Hand, sondern auch mit reichlich Informationsmaterial. © Foto: Wolfgang Gumprich
Wolfgang Gumprich / 15.03.2019, 12:14 Uhr
Fürstenberg Überraschende Zahlen brachte Dr. Rolf Schmachtenberg aus dem Bundesarbeitsministerium in die Alte Reederei mit: Die durchschnittliche Rente für Ost-Männer beträgt derzeit 1 151 Euro, Ost-Frauen erhalten 918 Euro.

Im Westen des Landes überweist die Rentenversicherung an die Männer 1 067 Euro, an die Frauen 628 Euro. Damit spiegele das Rentensystem die gesellschaftliche Lage in Deutschland. Im Westen das Allein-Verdiener-Modell, im Osten das Doppel-Verdiener-Modell. Insgesamt gibt es rund 22 Millionen Rentner, darunter knapp 18 Millionen Männer und Frauen, die ihre Altersrente beziehen. Während im Westen noch andere Renten wie die Betriebsrente eine Rolle spielen, beträgt diese im Osten nur ein Prozent. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales berichtete am Mittwochabend aus erster Hand über die aktuelle Diskussion zur (Grund-)Rente.

Die Höhe der Netto-Rente werde auch durch äußere Faktoren, wie die Miete, beeinflusst. Während in den anderen EU-Länder rund 70 Prozent Wohneigentümer leben, sei Deutschland ein "Mieterland"; hier haben nur 52 Prozent Wohneigentum. Schmachtenberg möchte die erste Säule der Rente – neben der betrieblichen und privaten Rente – stabilisieren. Dazu diene der Rentenpakt, der die Rente bis zum Jahr 2015 bei 48 Prozent halte. Ein weiterer Schritt sei die Grundrente.

Wer mindestens 35 Jahre in Vollzeit gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll mehr haben als andere, die nie oder nur kurz gearbeitet haben, so Schmachtenberg. Auch Teilzeitarbeit, Kindererziehungs- und Pflegezeiten zählten mit. So würde sich die Rente verdoppeln und bei rund 900 Euro liegen. Schmachtenberg gesteht, dass man trotz der Rentenverdoppelung damit keine großen Sprünge machen könne. Ebenso würde ein Mindestlohn von 12,80 Euro nach 45 Jahren eine Rente von etwa 900 Euro ergeben. Eine Bedürftigkeitsprüfung, wie die CDU sie fordert, lehnt der Staatssekretär der SPD ab. Hierbei gehe es nicht um die Zahnarztgattin, die immer wieder als Beispiel herangezogen werde, sondern um Rentner, die jenseits der 70 seien, die nun Angst hätten, sich "finanziell nackig" zu machen.

Nach der Einführung der Neuen Grundrente, auch Respektrente genannt, möchte Schmachtenberg die Rentenversicherung für Selbstständige einführen. Sie betrifft etwa vier Millionen Menschen in Deutschland, darunter seien nicht nur Ärzte und Rechtsanwälte, sondern auch viele Künstler, die eher am Rande des Existenzminimums leben würden. Genauso möchte Schmachtenberg die Beamten an der gesetzlichen Rentenversicherung beteiligen.

Trotz aller Kritik an der gesetzlichen Rente hält Schmachtenberg das sogenannte Äquivalenzprinzip – je mehr Beiträge eingezahlt werden, umso mehr Rente gibt es – für zukunftssicher.

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