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Grundschule
Abgeordnete brüskieren Kämmerin

Schönes Gebäude, aber mittlerweile für die rund 240 Schüler der Havelland-Grundschule viel zu klein: Der Umzug in das Gebäude an der Marianne-Grunthal-Straße verzögert sich um mindestens ein Jahr.
Schönes Gebäude, aber mittlerweile für die rund 240 Schüler der Havelland-Grundschule viel zu klein: Der Umzug in das Gebäude an der Marianne-Grunthal-Straße verzögert sich um mindestens ein Jahr. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 15.03.2019, 19:21 Uhr
Zehdenick (MOZ) Der Umzug der Havelland-Grundschule in das Gebäude der Exin-Oberschule an der Marianne-Grunthal-Straße wird sich um mindestens ein Jahr verzögern. Die Verwaltung hat es offenbar versäumt, die Planung für die Umgestaltung des Gebäudes 2018 in Auftrag zu geben, obwohl das Geld im Haushalt eingeplant war.

Dafür aber sind die Räume für den Hort fertig und könnten sofort bezogen werden. Ob es dazu kommt, obwohl es sich Kinder und Erzieher sich sehr wünschen, ist fraglich. Am Dienstag will Dirk Wendland als amtierender Bürgermeister ein Gespräch mit Erziehern und Eltern zu diesem Thema führen.

Bei den notwendigen Umbauarbeiten für die Schule soll nun aber alles ganz schnell gehen. Das forderten die CDU-Fraktion und der Abgeordnete Norbert Gerth (für SPD) in einem gemeinsam Antrag, der den Stadtverordneten am Donnerstagabend zur Beschlussfassung vorlag. Sie forderten, die Verwaltung möge die im Haushaltsentwurf 2019 ausgewiesenen Gelder bereits vor Bestätigung des Etats Ende April freigeben, damit schon jetzt ein Planer beauftragt werden kann. Ansonsten drohe erheblicher Zeitverzug und der Umzugstermin zum Schuljahr 2020/21 könnte erneut in Gefahr geraten. Zumal erst nach Fertigstellung der Planung ein entsprechender Bauantrag eingereicht werden könne. Der sei nötig, weil aus einer Ober- eine Grundschule werden soll, für die andere Anforderungen gelten. Auch der Speisesaal sei in seinem jetzigen Zustand nicht für die Grundschule mit rund 240 Schülern geeignet.

Wendland versprach den Abgeordneten, bis kommenden Donnerstag mit der Kommunalaufsicht zu klären, ob Mittel aus dem Haushalt 2019 vorzeitig in Anspruch genommen werden können. Damit stellte sich Wendland offen gegen seine Kämmerin Verena Rönsch. Sie warnte: "Ich kann die Mittel vor Ende der vorläufigen Haushaltsführung nicht freigeben." Es sei weder dem Bürgermeister noch den Abgeordneten erlaubt, dort einzugreifen. "Der Beschluss müsste beanstandet werden, sollte er dennoch so getroffen werden", erklärte Rönsch. Einzig der Abgeordnete Bernd Krumbach (SPD) äußerte sich ähnlich kritisch: Es sei doch illusorisch, die Gelder schon jetzt abzurufen.

Doch Wendland blieb dabei, er will die Sache in der kommenden Woche mit dem Landkreis Oberhavel klären und dann jeden einzelnen Abgeordneten über das Ergebnis informieren, entweder per E-Mail oder per Telefon. Für Norbert Gerth ist die Sache indes klar: Die Entscheidung über den Vorgriff auf den Haushalt liege allein beim Hauptverwaltungsbeamten, also dem Bürgermeister, wenn sich ein Vorhaben bereits in der Pipeline befinde. Das habe seine Nachfrage beim Landkreis ergeben. Hermann Reichl (CDU) unterstützte ihn: "Man muss auch mal mit Risiko ins Geschäft gehen", warb er um Zustimmung. Rönsch warnte erneut: "Diese Maßnahme ist nicht angefangen. Mit dem Hauptgewerk ist noch nicht begonnen worden, deshalb wäre der Beschluss zu beanstanden", blieb sie unnachgiebig. Zu der Äußerung von Gerth sagte sie: "Es kommt auch immer darauf an, wie man fragt", zog sie die Aussagekraft der Antwort, die Gerth vom Landkreis erhielt, in Zweifel. Die Abgeordneten ignorierten alle Warnungen der Finanzchefin: Elf Abgeordnete stimmten für den Antrag, fünf dagegen, zwei enthielten sich.

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Egal Egal 18.03.2019 - 13:00:51

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Egal Egal 18.03.2019 - 08:00:18

Kein Wunder...

das sowas dauernd passiert. Die Pappnasen der Verwaltung haben nur damit zutun hre Kaffeetassen durch die Gegend zu tragen, statt zu arbeiten. Man muß sich nur mal vors Einwohnermeldeamt setzen zum warten. Sehr Beschäftigt sehen die "Tassenträger" nicht aus, die da minütlich vorbei schlendern.

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