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Lehrermangel
Drei-Seen-Grundschule steht vor dem Kollaps

Die Fassade ist in Ordnung: Innen rumort es derzeit aber außerordentlich. Zu wenig Lehrer unterrichten.
Die Fassade ist in Ordnung: Innen rumort es derzeit aber außerordentlich. Zu wenig Lehrer unterrichten. © Foto: Thomas Pilz
Von Thomas Pilz / 30.03.2019, 10:00 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Akuter Lehrermangel und Schwierigkeiten bei der Integration von Flüchtlingskindern – über die Zustände in der Drei-Seen-Grundschule diskutierten Fürstenbergs Stadtverordnete am Donnerstagabend. Empörte und besorgte Eltern hatten die Stadtverwaltung und das Parlament im Vorfeld über "verheerende Zustände" am Berliner Berg unterrichtet. Der Stadtrat einigte sich, einen "Brandbrief" an Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zu schicken. Schonungslos sollen die Zustände beim Namen genannt werden. Zudem soll der Verein zur Förderung von Bildung (VFB) aus Salzwedel, der sich auf solche Situationen quasi spezialisierte und mit EU-Mitteln helfend eingreift, in der Schule das Lernen und Integration wieder ermöglichen helfen, kündigte Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) an.

Eine Mutter hatte zuvor "Alarm" geschlagen: Es wäre schön, würde für die Kinder erst einmal wieder adäquater Unterricht bis zur 6. Klasse ermöglicht.  Zu viele wichtige Fächer wie Mathematik würden nicht unterrichtet. "Darunter leiden die Kinder", warnte sie. Philipp sagte, die Situation derzeit sei absolut unzumutbar. Der Ausfall habe ein Ausmaß angenommen, der nicht geduldet werden könne. Er habe auch inzwischen den Eindruck, das Land interessiere sich nur für Themen, wenn in den Medien so richtig lautstark Kritik ertönt, so der Bürgermeister. Vom Staatlichen Schulamt heiße es lediglich, mit der Situation müsse man vor Ort selber fertig werden. Inzwischen sei es so, dass Lehrer krank werden, weil sie für Kolleginnen einspringen und sie die Arbeit nicht bewältigten.

Schulleiterin Marion Poltier erklärte, erst für das kommende Schuljahr seien vom Land drei neue Lehrerstellen bewilligt worden. Sand im Getriebe sei auch bei der Integration der Flüchtlingskinder, räumte sie ein. 31 Kinder seien es, 185 Kinder gingen insgesamt in die Schule. Die meisten Kinder lernten gut, aber einige verhielten sich störend. Deutsch zu lernen, sei auch nach einem Jahr ein Riesenproblem für die Kinder der Flüchtlinge, wenngleich sie deutschsprachige Beleidigungen rasch aufschnappten.  "So wie auch deutsche Schüler schnell Schimpfwörter in fremder Sprache lernten", merkte Poltier an.

Thomas Burmann (CDU) betonte, daran zeige sich, dass das Land und der Kreis kleine Kommunen wie Fürstenberg absolut allein ließen bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Das Desaster schüre Vorurteile in der Bevölkerung. (pilz)

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