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Umweltfrevel
Autowrack an der B 167 wird entsorgt

Umweltfrevel: Seit gut einem Monat steht das Auto auf dem Rastplatz und wurde mittlerweile ausgeschlachtet.
Umweltfrevel: Seit gut einem Monat steht das Auto auf dem Rastplatz und wurde mittlerweile ausgeschlachtet. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 02.05.2019, 12:52 Uhr
Liebenberg (MOZ) Ein inzwischen ausgeschlachteter Ford K sorgt für Verdruss. Bernd Keichel-Enders aus Freienhagen hat das Fahrzeug gesehen und das Ordnungsamt des Löwenberger Landes darüber informiert. Wenn Kinder das Wrack entdecken und darin spielen, dann könnten sie sich verletzen. Ebenso könnten Öl und Benzin auslaufen und in den Boden sickern. Für ihn klare Indizien dafür, dass hier Gefahr im Verzug ist, wie er mitteilt und sich darüber beklagt, dass die Behörden nichts unternehmen.

Doch das Wrack kommt weg. "Der Landkreis wird es in den nächsten Tagen entsorgen lassen und auf dem Areal ebenso für Ordnung sorgen", so die klare Ansage von Constanze Gatzke, Pressesprecherin beim Landkreis Oberhavel. Wie lange der Platz sauber bleibt, das kann allerdings auch sie nicht sagen. Denn eigentlich handelt sich gar nicht um einen offiziellen Rastplatz. Es ist es nur eine größere Haltebuchte, in die der Linienbus einfahren kann, damit er nicht in der langgestrecken Kurve auf der Bundesstraße halten muss. Doch Trucker nutzen das Areal, um hier eine Rast einzulegen, manchmal auch über Nacht, ebenso andere Kraftfahrer. Die Folge sind Hinterlassenschaften wie leere Trinkflaschen und Kartons, die, wie eben auch das Autowrack, kein Schmuck für den Platz sind.

Tatsächlich ist es so, dass das Autowrack seit dem 25. März auf dem Parkplatz-Areal steht. Da wurde dem Fahrer im Rahmen einer Verkehrskontrolle die Weiterfahrt untersagt. Das hat der Landkreis als zuständige Behörde inzwischen ermittelt. Die Polizei hatte das weder dem Kreis noch der Gemeinde mitgeteilt, da die Beamten davon ausgingen, dass der Fahrer oder der Halter das Auto abholen werde. Warum das nicht geschah, ist unklar und muss nun ermittelt werden. Zu jenem Zeitpunkt soll sich das Fahrzeug allerdings noch in einem fahrbereiten Zustand befunden haben. Es war auch verschlossen. Doch inzwischen fehlen die Räder, die Windschutzscheibe ist eingeschlagen, aus dem Inneren des Autos wurde entwendet, was abzuschrauben oder herauszureißen war. Wann das geschehen ist, auch das konnte bislang nicht mit Sicherheit ermittelt werden. So weit, so schlecht.

Das Löwenberger Land hat den Kreis am 24. April über das Wrack informiert. "Wir haben dann mit der Polizei gesprochen, die uns mitgeteilt hat, dass sie das Fahrzeug für weitere Ermittlungen nicht mehr braucht. Nun versuchen wir, den Halter zu ermitteln", informierte Constanze Gatzke weiter. Sollte der nicht ermittelt werden können, wird der Kreis und damit die Allgemeinheit für die Entsorgung aufkommen müssen, so die Pressesprecherin weiter. Insofern wird das Müllproblem auf dem Parkplatz in absehbarer Zeit vermutlich wieder auftauchen. Wie dem entgegengewirkt werden kann, da sind Gemeinde, Kreis und Polizei gleichermaßen ratlos. Den Platz sperren? Geht nicht. Wer würde sich auch daran ohne regelmäßige Kontrolle halten? Ein Dixi-Klo und Mülleimer könnten als Alternative aufgestellt werden. Solchen Angeboten steht die Pressesprecherin skeptisch gegenüber. Die Toilettenhäuschen werden bestimmt nicht lange stehen, sondern umgekippt. Auch würden die Mülleimer nicht lange halten und vielleicht sogar dazu anregen, noch mehr Hausmüll zu entsorgen, vermutet sie.

Da ist guter Rat teuer. Für den Landkreis gibt Pressesprecherin Constanze Gatzke dennoch den Hinweis an alle, die solcherlei Umweltfrevel entdecken, dies zu melden, auch wenn es manchmal länger dauert, um den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Haben Sie auch ein Problem? Wir bleiben für Sie dran. Schreiben Sie eine Mail an lokales@oranienburger-generalanzeiger.de oder rufen Sie unter 03301 596368 an.

Illegale Abfallentsorgungen

Fast 90 000 Euro gibt der Landkreis Oberhavel jährlich für die Beseitigung illegal entsorgten Abfalls in der Natur aus. Die Summe beinhaltet das Einsammeln des Mülls, dessen Transport und die eigentliche Entsorgung.

Die Menge an illegal entsorgten Hausmüll und Siedlungsabfällen in der Umwelt und an den DSD-Stellplätzen wird vom Landkreis mit 620 bis 660 Tonnen angegeben. Sie ist seit 2013 in etwa konstant  geblieben.

Festzustellen ist allerdings insbesondere im Südteil des Kreises ein Anstieg der Entsorgung von gefährlichen Stoffen wie teerhaltige Abfälle und Asbest. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Menge 2018 sogar verdoppelt.⇥veb

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