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Schulbesuch
Schüler beschäftigen sich mit der Pressefreiheit

Leseprobe: Mit einem Blick in die Zeitung begann der Unterricht mit "Lehrer" Markus Baluška (hinten) am Freitag.
Leseprobe: Mit einem Blick in die Zeitung begann der Unterricht mit "Lehrer" Markus Baluška (hinten) am Freitag. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 04.05.2019, 12:00 Uhr
Grüneberg (MOZ) Anlässlich des Tages der Pressefreiheit stellte sich ein Mitarbeiter unserer Zeitung den Fragen von Achtklässlern an der Libertasschule im Löwenberger Land.

Journalist sein, ist nicht leicht. Lehrer sein, auch nicht. Das musste am Freitag auch Markus Baluška, freier Mitarbeiter unserer Zeitung, feststellen, als er vor der Klasse 8 b der Libertasschule in Löwenberg anlässlich des Tages der Pressefreiheit über dieses Thema informierte und mit den Achtklässlern diskutierte. Immerhin war Unterrichtsbeginn um 7.55 Uhr, und das ist für Journalisten eine doch eher ungewöhnliche Arbeitszeit. Aber auch die Jugendlichen brauchten einige Zeit, um richtig in Gang zu kommen. Immerhin war es auch schwere Kost. Was ist eigentlich Pressefreiheit, was Zensur?

Danach gefragt, wie gut er in der Schule war, antwortete Baluška salomonisch: "Weil ich schon in der Schule wusste, dass ich Journalist werden wollte, war ich in Fächern, die ich für die Ausübung dieses Berufs für entbehrlich hielt, doch faul."  Entsprechend sei auch das Abi-Zeugnis ausgefallen. Das habe sein Vater zwar mit einer handgreiflichen Maßregelung quittiert, ihm später jedoch freundschaftlich auf die Schulter geklopft, als er die Aufnahmeprüfung an der Journalistenschule mit Bravour gemeistert hatte. Hätte Schulleiter Axel Klicks diesen Artikel erst gegenlesen wollen und, weil ihm die Passage nicht gefallen hätte, deren Streichung gefordert, dann wäre das eine Zensur und hätte er dies mit der Drohung untermauert, ansonsten die Presse nicht mehr einzuladen, wäre das schon ein erheblicher Eingriff in die Pressefreiheit gewesen. Doch so etwas würde Axel Klicks nie machen.

Beleidigungen sind keine Zensur

Dass es verboten sei, eine Person zu beschimpfen oder zu diskriminieren, habe übrigens nichts mit Zensur, sondern nur etwas mit Höflichkeit und Respekt zu tun, sagte Baluška.

Erst einmal aufgewacht, wurde dann mehr oder weniger munter weiterdiskutiert: Was macht die Medien heute aus? Was wird von ihnen erwartet? Eine Zeitung gibt es noch in vielen Haushalten. Doch gelesen wird sie eher von den Eltern und kaum von den Jugendlichen. Was sie dazu bewegen könnte? Klar doch, wenn im Ort etwas passiert. Wenn die Akteure und deren Namen bekannt sind und man sich im Ort begegnen kann.

Die große Politik, die interessiert einen Teenager eher weniger. Geht es um den Sport, dann sind die Ergebnisse schnell im Netz abgefragt oder werden von Freunden auf Facebook oder innerhalb einer Whats-App-Gruppe geteilt.

Wie unterschiedlich die Wahrnehmung des gleichen Sachverhalts sein kann, wurde schließlich beim Vergleich des Inhalts der beiden in der Region vorhandenen Tageszeitungen deutlich. Je größer das Bild, je länger der Artikel, umso wichtiger ist der Inhalt. Wer wird zitiert und warum? Warum sind Namen so wichtig und vor allem, dass sie richtig geschrieben werden? Wer mag schon, wenn der eigene Name unter dem Zitat oder Bild falsch geschrieben steht und wenn ihm das dann auch noch vorgehalten wird? Weiter ging’s mit der Frage, wie objektiv ein Artikel sein kann. Reicht eine Informationsquelle aus oder besteht dann die Gefahr, dass einseitig informiert wird? Das Fazit: Je mehr Personen befragt werden, umso besser.

Viel in der Welt herumkommen und interessante Leute kennenlernen, das mache unter anderem den Beruf des Journalisten aus und auch so interessant, so Baluška. Den Menschen zuhören und das Gehörte weiterzugeben, das sei eine verantwortungsvolle und wichtige Tätigkeit, die nicht durch Zwänge eingeschränkt werden dürfe, stellte er fest. Der Journalist liefere die Fakten. Damit er das tun könne, müsse es die Pressefreiheit geben. Denn niemand dürfe darüber entscheiden, was der Öffentlichkeit kundgetan oder ihr vorenthalten werde.

Presse

Der Oberbegriff  Presse leitet sich von der Druckerpresse ab. Er bezog sich auf alle Druck-Erzeugnisse wie Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und Plakate.

Heute steht der Begriff für das Nachrichten- und Meinungswesen. Dazu gehören ebenso der Hörfunk, das Fernsehen und das Internet.

Die Presse wird häufig auch als vierte Gewalt bezeichnete und hat in einer demokratischen Gesellschaft einen wesentlichen Einfluss auf die öffentliche Meinung.

Deshalb ist in Deutschland in Artikel 5 des Grundgesetzes die Pressefreiheit als Grundrecht festgeschrieben.⇥veb

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