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Linke
Wahlkampf beim "Frühlinksfest"

Erinnerte an Karl Marx: Die Landtagsabgeordnete Gerrit Große war Gastrednerin auf dem Frühlingsfest der Linken.
Erinnerte an Karl Marx: Die Landtagsabgeordnete Gerrit Große war Gastrednerin auf dem Frühlingsfest der Linken. © Foto: privat
Volkmar Ernst / 08.05.2019, 16:29 Uhr
Löwenberg (MOZ) Mit ihrem "Frühlinksfest" startet die Linke im Löwenberger Land in den Kommunal- und Europawahlkampf. Auf dem neu gestalteten Karl-Marx-Platz wurde gefeiert.

Schön ist er geworden, der Karl-Marx-Platz in Löwenberg. Bislang fristete die Freifläche doch eher ein Schattendasein und wurde wenig genutzt. Nun hat die Gemeinde das Areal neu gestalten lassen. Die beiden Denkmale, das für den Philosophen Karl Marx  und das in Erinnerung an den Todesmarsch, wurden durch Wege zugänglich gemacht. Die Rasenfläche wurde durch Wege erschlossen und sogar Sitzbänke aufgestellt. Damit kann der Karl-Marx-Platz nun genutzt werden, von müden Wanderern, die sich hier ausruhen, ebenso, wie von Parteien und Vereinen, die dort für Veranstaltungen ihre Zelte und Sitzgelegenheiten aufstellen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx die Linke im Löwenberger Land auf dem Platz zu einem "Frühlinksfest" eingeladen. Nun wurde dort erneut in den Frühling gefeiert, damit sich die Kandidaten der Linken zur Kommunal- und Europawahl vorstellen und den Einwohnern der Großgemeinde empfehlen können. Doch Ralf Wunderlich, Kreisgeschäftsführer der Linken und zugleich Kandidat für den Hoppenrader Ortsbeirat und die Gemeindevertretung, kann sich gut vorstellen, dass noch viele "Frühlinksfeste" auf dem Platz folgen werden. "Wir wollen daraus eine feste Tradition machen."

Als Rednerin hatte die Linke die Oranienburger Landtagsabgeordnete Gerrit Große eingeladen, die passend zum Ort das Buch "Mohr und die Raben von London" mitgebracht hatte und daraus einige Passagen vortrug, um dann in die heutige Zeit überzuleiten und dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert von den SPD den Rücken zu stärken: "Ja, der Kevin hat Karl Marx verstanden. Es sind die Eigentumsverhältnisse, an die wir ranmüssen", so die Politikerin. Kühnert hatte die Vergesellschaftung der Gewinne von BMW gefordert und damit einen Sturm der Entrüstung, selbst in seiner Partei, ausgelöst. Demgegenüber gab es unter dem Motto "Proletarier aller Länder vereinigt euch!" Zuspruch von Gerrit Große. "Das ist heute richtiger denn je. Das Kapital hat sich globalisiert. Befristete, prekär Beschäftigte  und tariflich Beschäftigte müssen zusammenstehen", übersetzt sie den Ausspruch.

Gut 50 Gäste waren zum Frühlingsfest gekommen. Für die Kinder  gab es eine Hüpfburg, Popcorn und Kinderreiten, da die Oranienburger Kreistagskandidatin Kathrin Willemsen ihr Pferd mitgebracht hatte. Doch die Erwachsenen und Jugendlichen interessierte mehr, für welche Belange die linken Kandidaten in der Gemeinde eintreten wollen.

Folgende Schwerpunkte haben sich die Linken gesetzt:

Die Kitagebühren sollen sukzessive abgeschafft und die Öffnungszeiten der Kitas den Bedürfnissen der Eltern angepasst werden. Der Schulstandort Löwenberg soll weiter als Schulzentrum ausgebaut und die Ganztagsbetreuung auch auf den Grundschulbereich ausgedehnt werden. Weiterhin wird ein beitragsfreies, gesundes, aus regionalen Produkten vor Ort gekochtes Essen in den Kitas und der Schule gefordert. Zusätzlich soll der Bereich der digitalen Bildung kontinuierlich ausgebaut werden.

Im Bereich der Mobiliät wird gefordert, dass eine Fahrzeit von maximal 60 Minuten für Schüler aus allen Ortsteilen zur Schule inklusive des Gymnasiums in Gransee eingehalten wird. Eine bessere Busanbindung auch der kleinen Ortsteile, ein stündlicher Halt des RE 5 in Löwenberg und der Bau einer E-Bike-Ladestation am Bahnhof in Löwenberg sind weitere Punkte. Der Ausbau der Radwege und ein dazugehöriger Reinigungs- und Winterdienst sowie eine Lärm- und Abgasentlastung beim Bau der B96-neu für die Ortsteile sind weitere Forderungen.

Die Förderung des sozialen Wohnungsbaus für alle Altersgruppen, die Unterstützung der mobilen Lebensmittelversorgung und von Dorfläden, der Erhalt der medizinischen Infrastruktur und die Entlastung der Hausärzte durch den Einsatz einer mobilen Krankenschwester charakterisieren den Bereich "Leben und Wohnen". Eingeschlossen darin sind der Erhalt und Ausbau der Dorfgemeinschaftshäuser, die Förderung von Feuerwehr und Vereinen sowie die Stärkung des Ehrenamtes und die Einführung eines Ehrenamtstickets für die freiwilligen Helfer.

Um die Wirtschaft, Arbeit und Umwelt zu unterstützen wird der Ausbau der digitalen Infrastruktur im Gigabitbereich und ein 5-G-Netz überall gefordert. Die Erarbeitung eines Energiekonzeptes und für die Nutzung des Regenwassers werden ebenso angemahnt wie die Unterstützung und der Ausbau der Ökoland- und Tierwirtschaft. Für mehr Artenvielfalt sollen Blühstreifen auf öffentlichen Flächen angelegt werden.

Linke Kandidaten für die Gemeindevertretung

Als Interessenvertreter empfehlen sich Diana Wunderlich (46 Jahre, Callcenteragentin), Ralf-Ulrich Steinberg (60 Jahre, Agraringenieur), Elias Boras (75 Jahre, Rentner), Detlef Loerke (65 Jahre, Rentner) und Ralf Wunderlich (46 Jahre, IT-Systemkaufmann).

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