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Forstmesse
Roboter schlagen Schneise

Computergesteuerte Waldarbeit: Raupe Moritz ist eigentlich ein Roboter, der außerordentlich flexibel die Förster unterstützen kann. Allerdings bedarf es eines Fachmannes, der das Gefährt effektiv zum Einsatz bringt.
Computergesteuerte Waldarbeit: Raupe Moritz ist eigentlich ein Roboter, der außerordentlich flexibel die Förster unterstützen kann. Allerdings bedarf es eines Fachmannes, der das Gefährt effektiv zum Einsatz bringt. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 15.05.2019, 14:30 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Zwischen Fürstenberg und Steinförde veranstaltet die bayerische Firma Baywa eine Messe mit neuen Maschinen, bei denen Computertechnik dominiert.

Lärm, Stimmengewirr und Autogeräusche mitten im Wald zwischen Fürstenberg und Steinförde. Dem näher kommenden Beobachter eröffnet sich an diesem sonnigen Dienstagvormittag eine merkwürdige Szenerie: Hundert und mehr Förster und Waldarbeiter in Dienstmontur stehen dicht gedrängt vor großen Maschinen, tuscheln leise, auf ihre Köpfen orangene Schutzhelme eines Kettensägen-Anbieters.

Auf Fahnen, Aufstellern  und Transparenten prangt der Begriff: BayWa. Er steht für Bayerische Warenvermittlung landwirtschaftlicher Genossenschaften AG und meint einen der größten deutschen Mischkonzerne, der auch Forsttechnik anbietet. Die Landeswaldoberförsterei Steinförde ist für 2019 auserkoren, eine der wenigen Messen der BayWa im Bundesgebiet zu veranstalten, auf der die modernsten Technologien in dieser Branche zu bestaunen sind. Zum Beispiel die Raupe Moritz.

Mit diesem ferngesteuerten Planier-Roboter können Brachflächen, auf denen keine oder nur kleine Bäume wachsen, nicht nur gepflügt und eingeebnet werden. Automatisch kann das Gefährt auch Saatgut ausbringen, Bucheckern beispielsweise oder Eicheln beziehungsweise Samen anderer Baumarten. In sicherer Entfernung steht der Pilot und dirigiert Moritz über die Fläche. Selbst dem Laien leuchtet die Zeit- und Arbeitskraftersparnis ein, die der Investor dank der Raupe bewirken kann. Und das Saatgut? "Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung stellt sich Saatgut als großer Vorteil heraus, denn es kann besser mit trockenen und heißen Sommern umgehen, etwa dem vom vorigen Jahr, viel besser als junge Bäume aus der Baumschule", merkt Eberhard Kühne an, Mitarbeiter der Landeswaldoberförsterei.  Aus Sicht der Experten gehöre Saatgut somit die Zukunft.

Vor allem einen Einspareffekt erhoffen sich die anwesenden Experten auch von anderen Maschinen, die vorgeführt werden: Neuestes Holzhack-Gerät, ein Rückewagen, ein Planierhobel zum Anlegen von Waldwegen, Forstmulcher und Universalfräsen sowie Husqvarna-Sägetechnik.

Sven Oldorff, Leiter der Oberförsterei, freut sich über den Besucherandrang. Das Fachpublikum stammt sowohl aus Berlin als auch Mecklenburg-Vorpommern, dem gesamten Land Brandenburg, es arbeitet für die Bundesforst und ist in Sachsen-Anhalt beheimatet. Und dann betont Oldorff: "Die Personalzahlen nehmen ab von Jahr zu Jahr, das Alter der Mitarbeiter hingegen steigt." Fakt sei, leistungsstarke Technik sei mittlerweile das A und O des Arbeitens im Wald. Auch für die Unternehmen, die beauftragt würden. Das zeigte sich in Zusammenhang mit den jüngsten Sturmereignissen, beispielsweise im Herbst 2017.

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