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Fußball
"Ich habe eine sehr unglückliche Aufgabe vor mir"

Bleibt Trainer des SVA: Steffen Borkowski
Bleibt Trainer des SVA: Steffen Borkowski © Foto: Arne Färber
Stefan Zwahr / 29.05.2019, 12:34 Uhr
Altlüdersdorf (MOZ) Auch in der schwersten Stunde seiner Trainerlaufbahn gibt sich Steffen Borkowski kämpferisch. Nach der Nachricht vom Rückzug des SV Altlüdersdorf aus der Oberliga, die auch ihn in dieser Endgültigkeit recht überraschend traf, brauchte der 54-Jährige ein paar Stunden, um die ersten Gedanken zu ordnen. Es sei ernüchternd, sagt der Coach der Lila-Weißen. "Schon der Abstiegskampf hat Spuren hinterlassen. Ich habe viel investiert. Das hat Kraft gekostet." Nun bereite ihm der Blick in die Zukunft Kopfschmerzen und schlaflose Nächte.

In der Brandenburgliga wird der SVA seine neue sportliche Heimat finden – nachdem bislang alle Planungen für eine zehnte Saison in der Oberliga ausgelegt waren. "Ich habe eine sehr unglückliche Aufgabe vor mir. Es ist eine wahnsinnige Herausforderung, in der Kürze der Zeit ein Team aufzustellen, das keine Lachnummer wird." Der Verein müsse sich darüber im Klaren sein, dass es sein kann, dass sich die Truppe im Niemandsland wiederfindet.

Vereinschef Dieter Neumann betont, sich dessen bewusst zu sein. Am Dienstag hatte er die Öffentlichkeit von den Entwicklungen in Kenntnis gesetzt – vor dem Gespräch mit der Mannschaft. "Es ist sehr unschön gelaufen. Das ist ein sehr unglücklicher Weg, der gewählt wurde", bemerkt Borkowski. "Die Mannschaft war stinksauer." An ein Training sei daher am Dienstag nicht zu denken gewesen. "Es ist eine Situation, für die man kaum Worte findet. Das muss jeder erst einmal verarbeiten." Die Spieler seien in sich gekehrt und nicht aufnahmefähig gewesen. "Am Freitag treffen wir uns wieder. Mal sehen, ob dann schon jemand gesprächsbreit ist." Der Coach befürchtet aber, dass das Gros der Mannschaft wohl gehen wird. "Vorher geht es aber darum, es vernünftig zu Ende bringen zu wollen. Daran habe ich appelliert. Wir haben noch zwei Spiele. Es ist unsere Pflicht, bis zur letzten Minute alles zu geben."

Borkowski hatte bis zuletzt für einen Verbleib in der Oberliga gekämpft. "Aus meiner Sicht hätte das auch mit den vorhandenen finanziellen Möglichkeiten mehr Sinn gemacht. Die Spieler wären zu Kürzungen bereit gewesen. Nun gibt es einen Schnitt, in dessen Folge wir ohne Mannschaft dastehen. Die Kurzschlusshandlung in der Form habe ich nicht verstanden." Der Trainer bestätigt, dass die Vereinsoffiziellen sogar über einen Neuanfang in der Landesliga nachgedacht hätten. "Das konnte verhindert werden. Nun wollen wir versuchen, in der Brandenburgliga die Klasse zu halten."

Zur Verfügung würde ein sehr ordentlicher Etat in stehen. "Der Weg nach Altlüdersdorf bleibt für Spieler aber dennoch. In der Kürze der Zeit ein Team aufzubauen, wird eine Herkulesaufgabe."

Dass Steffen Borkowski auch in der Brandenburgliga Trainer bleibt, stand für ihn außer Frage. "Es ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich bin in Gransee geboren, lebe in der Region und fühle mich wohl. Und der SVA ist weiterhin kein schlechter Verein." Ein Ende mit Schrecken sei auch besser als eine Insolvenz. "Die Entscheidung ist darum auch ein Stück weit vernünftig – auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass wir eine abgespeckte Variante in der Oberliga fahren."

Gar keine Zukunft gibt es für die zweite Mannschaft. Diese spielt in der Landesklasse und wird komplett abgemeldet. "Es tut mir leid für das Team und den Trainer", sagt Steffen Borkowski. Steven Bergmann habe aus dem Nichts eine Mannschaft aufgebaut. "In der Art und Weise aus der Presse zu erfahren, dass es vorbei ist, ist schlechter Stil." Für seine eigene Arbeit würden sich dadurch zusätzliche Schwierigkeiten ergeben. "Wir haben keinen Unterbau mehr und müssen uns insgesamt so breit aufstellen, dass wir Ausfälle auffangen können."

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