Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Schloss Schwante
Schloss Schwante: Positionen, Aktionen, mögliche Investoren

Ein Kleinod: Das Schloss Schwante und sein Park stehen seit Tagen im Fokus der Aufmerksamkeit.
Ein Kleinod: Das Schloss Schwante und sein Park stehen seit Tagen im Fokus der Aufmerksamkeit. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 11.06.2019, 21:45 Uhr
Schwante (MOZ) Am Mittwoch treffen sich Fraktionsvertreter des Gemeindeparlaments, Verwaltungsmitarbeiter und die bisherige Interessentin für das Schloss Schwante. Die Frage bleibt, ob es einen Konsens geben wird zwischen dem Wunsch der Schwanter und anderer Menschen in Oberkrämer, den Schlossweg und Schlosspark öffentlich zu halten, und der angestrebten Privatsphäre einer Berliner Investorin. Diese kam am Montagabend auf einem Protest-Picknick im Schlosspark ins Gespräch mit den Teilnehmern der Aktion.

Initiiert hatte die Aktion, an der mehr als 80 Menschen teilnahmen, die SPD Schwante/Oberkrämer. "Ich bin begeistert über den Aktionismus", sagt Uta Hoffmann (SPD) einen Tag später gegenüber unserer Zeitung. Auch die Investorin lobt sie. Es sei mutig gewesen, sich den Teilnehmern zu stellen. "Das ist ein großer Schritt in die Öffentlichkeit", sagt sie. "Etwas, das die Verwaltung nicht macht."

Gretchenfrage

Und in der Tat: Bisher äußerte sich Bürgermeister Peter Leys (BfO) nicht zur aufgekochten Stimmung rund um den Schlossweg. Der BfO-Vorsitzende Matthias Schreiber findet am Dienstag auf Nachfrage klare Worte: "Wir halten am Wegerecht fest." Das sei jedoch nur die eine Position, schränkt er ein. Die Situation sei komplizierter. "Wir wollen gleichzeitig den Leerstand des Schlosses unbedingt verhindern." Beide Seiten in Einklang zu bringen sei eine Gretchenfrage.

Die CDU Schwante will das Thema auf die Tagesordnung der konstituierenden Sitzung am 17. Juni setzen und eine Empfehlung ausgesprochen wissen. Noch deutlicher sind die Linke und die SPD. Die Linke lehnt eine Schließung des Schlossparks für eine ausschließlich private Nutzung kategorisch ab. Die SPD ist derselben Meinung: "Ich werde das ablehnen", sagt Uta Hoffmann. "Wir können über Kompromisse reden, aber öffentliches Gut muss auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben." Sie bezeichnet den Park als "unser Tafelsilber", das nicht mit Geld aufzuwiegen sei.

Die Debatte ist emotional aufgeladen. Der Schlosspark dient als kurzer Weg für Schul- und Kita-Kinder sowie als Ort der Erholung. Trotz ihrer Nein-Stimme hofft Uta Hoffmann, dass die Berliner Interessentin nicht abspringt. "Ich heiße die Investorin willkommen, wir haben einen respektvollen Umgang miteinander."

Das bestätigt auch die mögliche Investorin in einem Gespräch mit unserer Zeitung am Dienstag. "Wir hatten am Montag gute Begegnungen und wirklich schöne drei Stunden", sagt sie. Ihren Namen möchte sie in der Zeitung nicht lesen.

Mögliche Investorin äußert sich

Sie fühle sich in Schwante durchaus willkommen geheißen. "Es geht bei den Aktionen nicht gegen uns als Person", sagt sie. "Uns ging es am Montag auch nicht darum, in der Sache Grund zu gewinnen, sondern darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen." Mit ihr könnte eine neue Form der Kultur nach Schwante ziehen. So plane sie einen Skulpturenpark, einen Ort der kulturellen Begegnung. Das könne eventuell im Sinne der Kunst auch Schließzeiten des Parks nach sich ziehen.

Am Ende des Tages handelt es ich um eine Privatsache, an wen der jetzige Schlossherr Christian Schulz verkauft. Uta Hoffmann ist jedoch wichtig, zu sagen: Die Dienstbarkeit des Weges sei auch sichergestellt, sollte es zur Zwangsversteigerung kommen. "Wir fordern alle Mitglieder der Gemeindevertretung Oberkrämer auf, die verbriefte Dienstbarkeit nicht ohne Not zu löschen", appelliert sie.

Wie der Fraktionsvorsitzende der Linken, Patrick Zechel, dieser Zeitung kürzlich mitteilte, gibt es mehrere Interessenten. Der Ortsverbandschef Sebastian Wolf konkretisiert diese Aussage mittlerweile auf der Facebook-Seite der Linken.

So habe sich auf dem Picknick am Montag ein bekannter Opernsänger präsentiert, der Ambitionen habe, das Schloss samt Areal zu kaufen. "Er stellte seine Idee zum Schloss vor mit dem klaren Bekenntnis zum hohen Wert des öffentlichen Zugangs zum Schlosspark", teilt Sebastian Wolf mit. Der Opernsänger wolle das gastronomische und kulturelle Angebot halten. Auch Sebastian Wolf richtet das Wort an die Gemeindevertreter: "Ein Ausverkauf von öffentlichen Zugängen ist weder notwendig noch gewollt."

Robur-Bus soll zum Schloss kommen

Der RBB-Bus soll am Freitag, 21. Juni, um 16.30 Uhr am Schloss halten. Das teilt Anja Rettschlag auf Facebook mit. Der RBB konnte das am Dienstagabend nicht bestätigen.

Weiterhin läuft eine Malaktion: Bilder vom Schloss oder Park können in der Nussbau- und Ahorn-Apotheke abgegeben werden.⇥win

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG