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Umwelt
Wasserbeutel als Baumretter

Optisch nicht unbedingt schick, aber sehr hilfreich. Birkenwerder setzt Wassersäcke ein, um Jungbäume kontinuierlich zu versorgen. Die Nachbargemeinden ziehen jetzt nach.
Optisch nicht unbedingt schick, aber sehr hilfreich. Birkenwerder setzt Wassersäcke ein, um Jungbäume kontinuierlich zu versorgen. Die Nachbargemeinden ziehen jetzt nach. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 12.06.2019, 07:00 Uhr
Birkenwerder (MOZ) Das üppige Grün an den Straßenbäumen in den vier S-Bahn-Gemeinden täuscht. Die Bäume leiden seit Jahren unter den extremen Wetterbedingungen. 2017 regnete es in den Sommermonaten quasi ohne Ende, ein Jahr später war es extrem heiß und trocken. Das geht an den Bäumen nicht spurlos vorbei.

"Bei uns sind einige neu gepflanzte Bäume eingegangen", bestätigt Hilmar Schütte vom Umweltamt in Birkenwerder. Als Beispiele nennt er 15 Ebereschen in der Flandrischen-, Thüringer-, und Schwäbischen Straße sowie einige Birken, Ahorne und Linden und eine große Kiefer im restlichen Gemeindegebiet. "Ursache für das Absterben der Bäume sind aber nicht nur die extremen Witterungsbedingungen", so Schütte. Das habe die Bäume geschwächt. Den Rest hätten dann Splint- und Prachtkäfer erledigt. Die angegriffenen Bäume konnten sich nicht mehr gegen den Tierbefall wehren. Die Käfer zerstörten die Leitungsbahnen. "Allerdings ist es normal, dass bei Neuanpflanzungen einige Exemplare aus unterschiedlichen Gründen nicht anwachsen", so Schütte. Er schätzt den Schaden durch Hitze und Dauerregen in den vergangenen zwei Jahren "im Großen und Ganze" als geringer als erwartet ein. Die eingegangenen Exemplare werden wieder ersetzt.

Die verhältnismäßig geringen Schäden an den Straßenbäumen in Birkenwerder führt Schütte auch auf den Einsatz von sogenannten Wassersäcken zurück. Seit zwei Jahren werden die Neuanpflanzungen mit den dunkelgrünen Säcken bestückt. Darin befinden sich gut 70 Liter Wasser, die kontinuierlich, aber langsam und gleichmäßig den Baum wässern. "Das ist sehr praktisch, besser als ein Platzregen und spart Personalkosten", erklärt Schütte den Vorteil der Säcke. Denn die Mitarbeiter des Baumhofs müssen nicht mehr alle zwei Tage gießen. Eine Füllung reicht je nach Wetterlage bis zu einer Woche. "Manchmal füllen sogar Anlieger die Säcke", freut sich der Baumexperte über die Unterstützung. Insgesamt hat Birkenwerder 680 Säcke im Einsatz. Die Wassersäcke, die den Baum umschließen, haben sogar noch einen weiteren Vorteil: "Sie helfen gegen Hundeurin", hat Schütte gesehen. Die Hunde können nicht mehr direkt gegen den Stamm pinkeln.

Andere Kommunen ziehen nach

Auch in den Nachbargemeinden hat sich herumgesprochen, dass der Wassersack gute Dienste leistet. Das Mühlenbecker Land hat für diesen Sommer 100 Exemplare bestellt, die derzeit angebracht werden. "Wenn es gut funktioniert, werden wir nächstes Jahr weitere Wassersäcke bestellen", kündigte Marco Schultze vom Grünordungsamt an. Ein Überblick über abgestorbene oder geschädigte Bäume in der Gemeinde liegt noch nicht vor.

Auch aus Glienicke gibt es noch keine aktuellen Zahlen zu Schäden im Baumbestand. "Was aber jetzt schon zu beobachten ist, dass zum Beispiel Eichen sehr unter der Trockenheit leiden, was an den schwach belaubten Kronen zu erkennen ist, und dass einige Fichten aufgrund von Stress unter dem Befall von Borkenkäfern leiden", teilte Gemeindesprecher Arne Färber mit.

Anlieger können helfen

Die Wasserbeutel gibt es für Privatleute im Online-Einzelhandel zu kaufen. Der Preis bewegt sich ab 20 Euro. Für Kommunen, die größere Mengen ordern, ist der Stückpreis geringer.

Spätestens wenn sich die Blätter kräuseln, ist das ein Warnsignal dafür, dass das Gehölz zu wenig Wasser bekommt.

Die S-Bahn-Gemeinden bitten die Anlieger, bei großer Hitze früh morgens oder spät abends die Straßenbäume zu gießen. Gerade Jungbäume können mindestens zwei Zehn-Liter-Eimer täglich vertragen.⇥zeit

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