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Wanderbühne
Theater-Premiere in Zehdenick offenbar gerettet

Am Montagabend im Hafen von Rechlin-Nord: Das Traumschüff "Genossin Rosi" wird für den Abtransport vorbereitet. Doch dann stellt sich heraus, dass der Transportanhänger zu kurz für das Schiff ist.
Am Montagabend im Hafen von Rechlin-Nord: Das Traumschüff "Genossin Rosi" wird für den Abtransport vorbereitet. Doch dann stellt sich heraus, dass der Transportanhänger zu kurz für das Schiff ist. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 02.07.2019, 16:53 Uhr - Aktualisiert 03.07.2019, 11:23
Zehdenick (MOZ) Fehlgeschlagen ist am Montagabend der Versuch, das Traumschüff "Genossin Rosi" im Yachthafen von Rechlin-Nord an der Müritz auf einen Transporter zu verladen. Wie sich erst vor Ort herausstellte, war der Anhänger zu kurz für das Schiff, das eigentlich am Dienstagmorgen in der Marina Am Prerauer Stich in Zehdenick mit Hilfe eines Krans wieder ins Wasser gesetzt werden sollte.

Doch dazu ist es nicht gekommen. Nachdem die Verladung fehlgeschlagen war, wurde das Schiff in Rechlin wieder zu Wasser gelassen. Die für Sonnabend, 6. Juli, angekündigte Theaterpremiere auf der Schlosshalbinsel in Zehdenick ist aber nicht in Gefahr. Der Crew sei es gelungen, mittels zusätzlicher Metallschienen das Boots doch noch auf den Anhänger zu hieven, so dass der der Transport am Dienstagabend beginnen konnte. Der Überlandtransport des Schiffes ist notwendig, weil die Schleuse Zaaren noch bis voraussichtlich 21. August aufgrund von Bauarbeiten gesperrt ist.

Erfolgreiche Spendenaktion

Im Mai sah es noch düsterer aus für die geplanten Veranstaltungen. Die Baustelle gefährdete 14 Veranstaltungen in den Tourstationen Zehdenick, Liebenwalde, Oranienburg, Brieselang und Potsdam. Die Schleuse auf dem Wasserweg zu umfahren, sei aus terminlichen Gründen nicht möglich gewesen, dann müssten rund 500 Kilometer Umweg gefahren werden. Die Kosten für den Transport liegen bei rund 7 000 Euro. Durch eine ins Leben gerufene Crowfunding-Aktion kam rund die Hälfte der Summe zusammen. Die andere Hälfte wurde durch Spenden aufgebracht, die direkt auf das Konto der Genossenschaft überwiesen wurden.

Eigentlich sollten schon am Dienstag die letzten Proben für das Stück "Hinter den Fenstern" beginnen, bei dem es um das Altern auf dem Land geht. Das Besondere an der Veranstaltung in Zehdenick ist, dass es die erste von drei barrierefreien Veranstaltungen bei der diesjährigen Tour ist. In Zusammenarbeit mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, wird diese Veranstaltung organisiert. Audiodeskription, Dolmetschung in Gebärdensprache sowie Schriftdolmetschung werden geboten. Ebenerdige Zugänge und barrierefreie Toiletten sind vorhanden. Die Theater-Uraufführung wird um 18 Uhr starten, wenn es gelingt, das Schiff noch rechtzeitig nach Zehdenick zu bringen. Die Theatercrew schreibt über das Stück: "Im idyllisch ländlichen Leinewitz dreht die Zeit mächtig an ihrem Rad: die Einwohner werden älter, die Beine müder, die Gedächtnisse durchlässiger – und die folgende Generation hat längst die Gegend verlassen. Nun wird auch noch die Dorfärztin Helga in Rente gehen, natürlich ohne Nachfolge. Der Ort droht eine medizinische Versorgungswüste zu werden. Wäre da nicht Start-Up-Gründer Raul mit seiner "Arztpraxis von Morgen" – einer App für Video-Sprechstunden. Doch die Leinewitzer haben sich das anders vorgestellt…" Im Anschluss findet ein Podiumsgespräch mit Jürgen Dusel und Expert aus der Region zum Thema medizinische Versorgung auf dem Land statt: "Dorf sucht Arzt. Oder: Was, wenn die letzte Praxis schließt?" Beginn ist um 19.30 Uhr. Am Sonntag, 7. Juli, gibt es eine offene Bühne. Ab 16 Uhr sind die Band "Heymbrecht" und der Singer-Songwriter Dominic Merten zu hören.

Bundesverkehrsministerium lehnt Finanzierung ab

Das Traumschüff-Theater geht bereits zum dritten Mal mit dem Theaterschiff "Genossin Rosi" auf Tour. Mit ihrer schwimmenden Wanderbühne hat die gemeinnützige Traumschüff eG etwa 50 Veranstaltungen an 23 verschiedenen Orten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg geplant. Der Tourauftakt fand am 18. Mai in Havelberg statt.

Aufgrund von Bauarbeiten an der Schleuse Zaaren und Sperrung der Bundeswasserstraße bis Ende August drohte ein Teil der Tournee ist Wasser zu fallen. Auch Zehdenick wäre davon betroffen gewesen. Die Lösung: Der Schiffstransport auf dem Landweg. Allerdings verschlingt die Aktion rund 7 000 Euro.

Nachdem das Bundesverkehrsministerium  es abgelehnt hatte, den Überlandtransport zu finanzieren, wurde auf der Internet-Plattform betterplace.org eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Rund die Hälfte der Summe kam dabei zusammen. Der Rest durch andere Spenden.⇥ris

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