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Fußball
Kapitän der Nationalelf wechselt nach Zehdenick

Steffen Kretschmer / 19.07.2019, 18:00 Uhr
Zehdenick (Moz) Mit einem guten Gefühl, aber wenig Hoffnung seien sie vor einigen Tagen auseinandergegangen. Umso größer ist nun die Freude bei Ronny Erdmann, Manager des SV Zehdenick 1920, dass es doch mit der Verpflichtung von Alexander Hess geklappt hat. Der Schlüssel: "Ich habe nicht lockergelassen. Normalerweise kannst du einen solchen Spieler nicht holen." Denn im Kampf um den Verteidiger musste der SV Zehdenick nach Angaben von Erdmann "höherklassige Mitbewerber" ausstechen.

Verantwortliche bleiben dran

Von genau dieser Hartnäckigkeit des Klubs aus Oberhavel berichtet auch Alexander Hess: "Die Verantwortlichen, allen voran Ronny Erdmann, haben sich einfach sehr stark um mich bemüht. Mir wurde außerdem  von den tollen Fans und der Stimmung berichtet, und auch die Gespräche mit Trainer Daniel Runge waren super. Wir waren sofort alle auf derselben Wellenlänge."

Eine gewichtige Rolle für die Wechsel-Entscheidung des in Strausberg stationierten Berufssoldaten spielte auch dessen schon bald anstehender Umzug nach Wandlitz. Er habe sich bewusst für einen Verein in der dann näheren Umgebung entschieden. "Ich wollte nicht ständig die Pendelei zwischen Berlin und Brandenburg und damit mehr Zeit für meine Familie haben", sagt Alexander Hess. "Des Weiteren bauen wir am Wohnhaus weiter fleißig um, sodass ich auch da viel Zeit verbringen werde.  "In Zehdenick hat mich trotz anderer Angebote einfach das Gesamtpaket überzeugt.  Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich auch die Tatsache, dass in Brandenburg auf Naturrasen und nicht wie in Berlin sehr viel auf Kunstrasen gespielt wird."

Der 31-Jährige wechselt von den Reinickendorfer Füchsen und mit der Empfehlung von 81 Berlin-Liga- und 21 Landesliga-Spielen in den zurückliegenden sechs Spielzeiten zum SV Zehdenick 1920. "Gleichzeitig ist er auch Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft der Bundeswehr, und einen solchen Spieler verpflichtet man wirklich nicht alle Tage. Seine Vita sagt alles. Für uns ist diese Verpflichtung eine richtige Hausnummer", so Ronny Erdmann.

Verein musste reagieren

Eine Hausnummer, die der Landesligist aus Oberhavel dringend braucht. Denn die zurückliegende Saison war mit Platz zehn überhaupt nicht nach dem Geschmack der Zehdenicker. Erdmann: "Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist es völlig logisch, dass wir unzufrieden sind. Wir hatten große Probleme in der Defensive und mussten deshalb personell reagieren."

Damit der SVZ nicht noch einmal 65 Gegentore in 30 Saison-Partien kassiert, wurde Alexander Hess in die Havelstadt gelotst. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe in Zehdenick und hoffe, dem Verein sportlich weiterhelfen zu können, um eine bessere Platzierung als im vergangenen Jahr zu erreichen. Natürlich möchte ich auch dazu beitragen, die Abwehr stabiler zu machen und den Spielaufbau aktiv mitzugestalten", sagt der Verteidiger.

Mit 27 Spielern hat Erdmann in den vergangenen Tagen und Wochen Gespräche geführt. Als Neuzugänge vermeldet der SVZ mit den 18-jährigen Joan Völker (Templin), Jonas Kleßny und Marian Goetz (beide eigener Nachwuchs) sowie Alexander Hess nur vier Spieler. "Diese Bilanz ist okay, zeigt aber auch, wie schwierig es ist, Jungs zu verpflichten", erklärt Manager Ronny Erdmann. "Wenn du keine Beziehungen hast oder diese nicht nutzen kannst, wird es ganz schwierig."

Im Falle des Abwehr-Routiniers von den Füchsen half Benjamin Brandt – er hat beim SVZ seinen Vertrag verlängert – mit, die Werbetrommel zu rühren. "Er hat vom Verein geschwärmt", sagt Alexander Hess. "Mich freut es besonders, dass ich mit Benny, mit dem ich auch in der Bundeswehr-Auswahl kicke, nun auch in einem Verein spielen kann."

So geht für Erdmann der Plan auf, für den der SV Zehdenick 1920 in Zukunft stehen soll. Die Mischung von jüngeren und älteren Spielern soll ihren Teil dazu beitragen, dass es Spielzeiten wie die vergangene nicht mehr geben soll. "Unsere Talente können von den Erfahrenen wie Alexander Hess lernen. Ich bin überzeugt davon, dass er eine gute Rolle in unserer Abwehr spielen wird."

Saison-Vorbereitung an der Ostsee

Ins Trainingslager nach Warnemünde brach der Landesligist am Donnerstag auf. Am Freitag um 6.30 Uhr war wecken angesagt und wenig später ging es mit der ersten Einheit los. Zwei weitere folgten. Bis Sonntag absolvieren die Spieler dieses ordentliche Pensum. "Die Jungs haben richtig Ballett gemacht", sagt Ronny Erdmann.

Genau das ist dem Manager wichtig. "Die Mannschaft ist nicht zum Feiern dorthin gefahren. Dafür hatten wir die Abschlussfahrt nach Barcelona. Alle denken immer, dass das auch jetzt wieder ein Spaßlager ist. Dem ist aber nicht so. In Warnemünde geht es anders zur Sache." Deshalb gelte für alle Spieler auch ein Alkoholverbot.

Nicht alltäglich findet Team-Manager Ronny Erdmann, dass die Mannschaft überhaupt die Möglichkeit hat, in ein solches Trainingslager nach Warnemünde zu fahren. Sein Dank gehe deshalb an den gesamten Vorstand und im speziellen an den 2. Vorsitzenden Lutz Günther, der "alles hervorragend mit organisiert" hat.⇥skr

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