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Agroforst
Klimaschutz im Feldformat

Vor-Ort-Termin auf dem Acker bei Großmutz (von links): Landwirt Matthias Winter und Ralph Wittwer vom Kreisbauernverband mit den Linkenpolitikern Kirsten Tackmann (MdB), Ralf Wunderlich und Anke Schwarzenberg (MdL).
Vor-Ort-Termin auf dem Acker bei Großmutz (von links): Landwirt Matthias Winter und Ralph Wittwer vom Kreisbauernverband mit den Linkenpolitikern Kirsten Tackmann (MdB), Ralf Wunderlich und Anke Schwarzenberg (MdL). © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 09.08.2019, 18:18 Uhr
Ortsmarke (MOZ) Die Vorgabe ist klar, auch die Landwirte sollen etwas für den Umweltschutz tun. So weit, so gut. Klar ist aber auch, dass ein Landwirt von dem, was seine Scholle einbringt, leben und eine Familie ernähren können muss. Ein Spagat, der nicht einfach zu meistern ist. Deshalb suchen Politiker der Linken derzeit im Rahmen ihrer Agrardialog-Tour durch Brandenburg das Gespräch mit Landwirten.

Freitag steuerten die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann und ihre Kollegin Anke Schwarzenberg aus dem Landtag gezielt die Agroforstfläche von Matthias Winter in Großmutz an, um wahrlich in die Röhre zu gucken. Denn auf der vom Landwirt bewirtschafteten Fläche ragen, im Abstand von rund 38 Metern in einer Flucht stehend, ebensolche Röhren aus dem Boden. Darin befinden sich junge Bäume – Elsbeere, Baumhasel, Eberesche und sogar Rot- und Traubeneichen. Die Röhren oder Tubex-Hüllen werden als Schutz gebraucht, damit Reh, Hase & Co. die jungen Setzlinge nicht abfressen. Obwohl die Rohrwände an Plastik erinnern, seien sie doch biologisch abbaubar, versichert Winter dem Tross Neugieriger, die sich auf dem Feld versammelt haben.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) bewirtschaftet Winter das gut zehn Hektar  große Areal. Er baut ganz normal Feldfrüchte an: Raps, Sonnenblumen, Gerste, Lein und Mais.

Studenten haben das bislang durchgängige Areal jedoch vor zwei Jahren separiert. Im Abstand von 38 Metern wurden die Bäume in Reihen gesetzt und diese zusätzlich mit kleinen Sträuchern ergänzt, in denen Bienen und Schmetterlinge aber auch Hasen und Mäuse Schutz finden.

In einer Langzeitstudie will die HNEE ermitteln, ob und wenn ja, wie sich Land- und Forstwirtschaft ergänzen können. So sollen Sträucher und Bäume den Erdabtrag verringern und andererseits den Wasserhaushalt stabilisieren helfen. Der Anreiz für den Landwirt: Die Bäume soll er auch ernten dürfen, wenn sie in 40, 50 oder mehr Jahren zu stattlichen Exemplaren herangewachsen sind. Bis dahin soll das Laub als zusätzlicher Dünger genutzt werden.

Ob das Miteinander tatsächlich klappt, dass muss die Zeit zeigen. Helfen können indes die Politiker in der Art, dass sie sich für die Förderfähigkeit auch solcher Projekte einsetzen. Bislang gibt es dafür nichts, weder vom Kreis, noch vom Land oder Bund. Klare Ansage an die Politiker, da muss was passieren. Klare Antwort von den Politikern: "Wir wollen solche Projekte, also müssen wir sie auch fördern und die dafür notwendigen Voraussetzungen schaffen", versprach Kisten Tackmann den Beteiligten an der Runde.

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