Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Selbsthilfe
Zehdenicker Mehrgenerationenhaus unter neuer Leitung

Arbeitet an einem neuen Profil des Mehrgenerationenhauses: Projektkoordinatorin Madlen Kaliebe (links), hier mit ihrer Sekretärin Nicole Schmidt.
Arbeitet an einem neuen Profil des Mehrgenerationenhauses: Projektkoordinatorin Madlen Kaliebe (links), hier mit ihrer Sekretärin Nicole Schmidt. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 10.09.2019, 20:30 Uhr
Zehdenick (GZ) Madlen Kaliebe hat die Leitung des zuletzt führungslosen Mehrgenerationenhauses (MGH) "Zehdenicker Bienenstock" übernommen. Als Quereinsteigerin versucht die 36-Jährige, dem  Haus ein neues Profil zu geben. Sie will ein echtes Mehrgenerationenhaus schaffen, das auch von der arbeitenden Bevölkerung angenommen wird, was sich auch in den Öffnungszeiten widerspiegeln sollte, die zurzeit wenig arbeitnehmerfreundlich seien, weiß die Mutter eines erwachsenen Sohnes, der Bundeswehrsoldat ist.

Madlen Kaliebe ist eine Heimkehrerin. Nach dem Besuch der Realschule Zehdenick legte sie am Oberstufenzentrum in Neuruppin ihr Fachabitur im sozialen Bereich ab. Anschließend entschied sie sich für eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin. Zwar wurde sie nach der Ausbildung übernommen, doch dann kam der Wunsch auf, sich beruflich zu verändern. Zuletzt war sie Vertriebsleiterin für Norddeutschland bei einem Sicherheitsunternehmen. Als sie die Stellenausschreibung des Arbeitslosenverbandes Brandenburg las, dass die Stelle für die Leitung des Mehrgenerationenhauses in Zehdenick neu zu besetzen ist, bewarb sie sich. Sie hatte Glück und wurde zum 1. Juni dieses Jahres eingestellt. Ihren Lebensmittelpunkt hat sie jetzt wieder in ihrer Heimatstadt. "Zehdenick hat sich in den vergangenen 18 Jahren sehr verändert, aber nicht unbedingt zum Positiven", spielt sie auf den Leerstand in der Berliner Straße an.

Seitdem sie die Leitung des MGH übernommen hat, versucht Madlen Kaliebe dem Haus ein neues Profil zu geben und will einen Imagewandel herbeiführen. Das MGH werde in der Öffentlichkeit zu sehr mit der Zehdenicker Tafel in Verbindung gebracht, die gegenwärtig von 150 Haushalten genutzt werde. Dabei müsse ein Haus der Generationen aber für alle Altersgruppen etwas bieten und dabei helfen, Brücken zu schlagen zwischen Jung und Alt. Das will sie dadurch erreichen, dass sie in einem ersten Schritt Schüler fürs Nähen und Stricken begeistert will, um ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen. Um drohender Kinderarmut entgegenzuwirken, plane sie den Aufbau eines Familienzentrums, in dem werdende Eltern betreut werden. Auch die Themen Demenz und Alzheimer spielen weiterhin eine wichtige Rolle im Angebot des MGH. So gebe es weiterhin eine Betreuungsgruppe Demenz, haushaltsnahe Dienstleitungen werden angeboten, aber auch Kinderbetreuung für Eltern, die einen wichtigen Termin wahrnehmen müssen, aber nicht wissen, wo sie ihre Kinder lassen sollen. Außerdem gebe es mit dem Sozialdienst ein Beratungsangebot und mit dem Schreibbüro praktische Hilfe zur Selbsthilfe.

Als Projektkoordinatorin sei es ihre Aufgabe, die Ein-Euro-Jobber sowie die Bufdis fachlich anzuleiten, so wie Nicole Schmidt, die gerade den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) im MGH absolviert, bevor sie später eine Berufsausbildung zur Bürokauffrau beginnen wird. Zurzeit ist sie als Sekretärin die rechte Rand der Chefin.

Bis November möchte Madlen Kaliebe einen Plan ausgearbeitet haben, welche festen Termine es im Veranstaltungskalender des MGH 2020 geben wird. Dann soll das neue Konzept stehen. Feststeht, die starren Öffnungszeiten von 8 bis 16 Uhr werden sich nach hinten verschieben, um mehr Berufstätige für die Arbeit des MGH zu begeistern. Außerdem wolle sie ein Netzwerk aufbauen, dazu habe es bereits Gespräch mit der Stadt Zehdenick, den Schulen und Kitas gegeben. "Es wird neue Projekte geben, die auch tatsächlich angenommen werden."

Verband istTräger des Hauses

Der Arbeitslosenverband Brandenburg ist Träger des Mehrgenerationenhauses. Finanziert wird es aus Bundesmitteln und Zuwendungen der Kommune.

Es gibt 13 verschiedene Projekte mit zwei Festangestellten sowie 30 Leuten in verschiedenen Maßnahmen.⇥ris

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG