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Straßenausbau
B-96-Umfahrungsgegner formieren sich

Staugefahr immer freitags: Der Transitverkehr auf der B-96-Ortsdurchfahrt stellt die Einheimischen auf eine harte Geduldsprobe.
Staugefahr immer freitags: Der Transitverkehr auf der B-96-Ortsdurchfahrt stellt die Einheimischen auf eine harte Geduldsprobe. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 07.10.2019, 21:30 Uhr
Fürstenberg (MOZ) Spätestens im Herbst sollte der Landesbetrieb Straßenwesen die endgültige Variante einer von ihm bevorzugten B-96-Umfahrung für die Wasserstadt bekannt geben. Uwe Feiler, Bundestagsabgeordneter der CDU für den hiesigen Wahlkreis teilte mit, dass frühestens Anfang 2020 der Planfeststellungsbeschluss vorliege.

Wie weit die Entscheidung tatsächlich gediehen ist, war am Montag trotz Nachfrage vom Landestrieb nicht zu erfahren – derweil formieren sich die Gegner der vom Land und von der Kommune bevorzugten Westvariante, die auch durch sensible Naturräume führen könnte. 305 Unterschriften seien im Rahmen eines Bürgerbegehrens von der Initiative gegen die Westvariante gesammelt worden. Das teilen die Fürstenberger Winfried Pagel und Margit Hirsch mit.

Ein Protestbrief ist ans Land gegangen, im Anhang des Schreibens befinde sich die Unterschriftenliste, heißt es in einer Mitteilung.  Wobei sich die Kritiker nicht per se gegen den Ausbau der Bundesstraße wehren.  "Der Ausbau der Bundesstraße B 96 und Europastraße 251 für in- und ausländische Lkw-Transporte und den Transitverkehr entspricht der aktuellen Verkehrspolitik und ist insofern in Ordnung."

Aber dass der Straßenneubau "den Wert einer traditionellen touristischen Region komplett zerstört", dies sei nicht in Ordnung und nicht hinnehmbar. Wobei die Kritiker durchaus System dahinter vermuten, weil offenbar in West- und Ostdeutschland bei einem solchen Thema mit zweierlei Maß gemessen werde: "In Rhön, Eiffel, Schwarzwald wäre ein Transitstraßen-Neubau für täglich 10 000 Kfz mitten durch ein Touristen-Städtchen oder Durchfahrung der Kernzone der Tourismusregion undenkbar."

Worum geht es aber bei dem Bürgerbegehren? "Das Bürgerbegehren richtet sich gegen den Ausschluss von 34 Trassenvarianten von der vertiefenden Variantenuntersuchung durch den Landesbetrieb Straßenwesen", erklären die Initiatoren in Anspielung auf erste Diskussionen bei der öffentlichen Sitzung zum Thema Anfang April 2018 im Rathaus Fürstenberg.  Varianten, die somit dem Bundesministerium nicht zur Entscheidungsfindung vorgelegt worden seien, wurde bemängelt. Darunter seien auch Varianten zur östlichen Umfahrung der Stadt und Tunnel-Lösungen.

Alternativen, die die Initiatoren des Bürgebegehrens anregen, waren allerdings schon verworfen worden: Eine Tunnel-Lösung sei etwa möglich: "wie in Jena oder Rangsdorf, möglicherweise im zwölf Meter tiefen Alten Bahngraben (parallel zu Feldmark, Bahnweg) sowie durch eine Untertunnelung von Havel und Bahngleistrasse", meinen die Initaitoren.

Auch eine weite Ost-Umfahrung sei möglich mit Anbindung von Lychen und Templin, mit Graben- und Tunnel-Abschnitten.

Politische Initiativen der Bürger

Regelmäßig kommt der B-96-Entwicklungsbeirat zusammen. Dessen Vorsitzender ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Feiler. Mitglieder sind unter anderem Gewerbetreibende aus Oberhavel und aus Mecklenburg-Vorpommern, die auf einen zügigen Ausbau der Bundesstraße seit Jahren drängen.

Die Internetseite dieser Kampagne hat die Bezeichung www.b96.jetzt. Zahlreiche Statements sind verzeichnet.

In Fürstenberg und auch länderübergreifend gibt es mehrere Bürgerinitiativen, die den Ausbau fordern, aber mit unterschiedlicher Position. Eine ist "B 96 – raus!", eine weitere ist der Arbeitskreis Lebendiges Fürstenberg.⇥pilz

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