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Tourismus
Holzlaster blockieren Radfernweg bei Himmelpfort

Holzstapel am Rand des Radfernweges: Sie sind keineswegs ungewöhnlich. Allerdings müssen die Lkw-Fahrer, die das Holz abtransportieren, sich korrekt verhalten.
Holzstapel am Rand des Radfernweges: Sie sind keineswegs ungewöhnlich. Allerdings müssen die Lkw-Fahrer, die das Holz abtransportieren, sich korrekt verhalten. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 08.10.2019, 19:30 Uhr
Himmelpfort (MOZ) Holztransporte nerven nicht nur Anwohner zum Beispiel der Hauptstraßen in Menz. Auch in Himmelpfort ärgern sich Bürger zunehmend über die großen 40-Tonner und vor allem über deren Fahrweise.

Etwa das Ehepaar Kettner. Rolf Kettner und seine Frau sind regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs – vorzugsweise auf dem für Drahtesel gut ausgebauten Radfernweg Berlin-Kopenhagen. Unter anderem zwischen dem Weihnachtsort und Ravensbrück verläuft ein Streckenabschnitt bekanntlich durch ein herrliches Waldgebiet. Dort fahren die Kettners des Öfteren entlang, meistens morgens, um sich fit zu halten, Sauerstoff zu tanken und die schöne Natur zu genießen. Derzeit wird der Wald aber, wie der erboste Rolf Kettner berichtet, intensiv für den Holzeinschlag genutzt.

Was passiert? "Die Holztransporter nutzen den Radfernweg, was sie aber nicht dürfen", betont der verärgerte Himmelpforter. Einen Lkw habe er unlängst wieder beobachtet, als er von Ravensbrück geradelt kam. Ein Laster, der auf dem Radweg stand und dessen Fahrer wohl die feste Absicht hatte, den Weg entlangzufahren.

Das Ärgerliche an solch einer Situation: Gleich neben dem Radweg befindet sich eine Schotterpiste, die die Trucks eigentlich gut und gerne nutzen könnten. "Umso unverständlicher ist es, dass die Kraftfahrer den Asphaltweg wählen, der eigentlich Radfahrern vorbehalten ist.

"Ich sehe das doch alles ein, dass die Forstbetriebe Holz einschlagen und es vermarkten", erklärt der Himmelpforter. Wer auch immer das tue, vielleicht auch die Landesforst, habe sicher wirtschaftliche Rahmenbedingungen einzuhalten. "Aber nicht auf Kosten der Leute, die als Radfahrer den Weg nutzen, der für sie vorbehalten ist", ärgert er sich. Zumal die Autos doch die Schotterpiste fahren könnten. Doch damit nicht genug: "Die Forstbehörde hat doch auch schon einen Weg an der alten Bahntrasse angelegt, extra für die Holztransporter, da müssen die doch nicht den Radfernweg nutzen", wundert sich Kettner. Zumal der Witz bei der Sache sei: Der Schotterweg sei doppelt so breit wie der Radweg, also für die großen Fahrzeuge besser geeignet.

Der Leiter der Landeswaldoberförsterei Steinförde, Sven Oldorff, hat Verständnis für die Kritik. Wobei er zu bedenken gibt, dass die Landesforst derzeit zwar auch Holzeinschläge in dem Gebiet vornehme, es aber dort auch Privatwald gebe, wo ebenfalls Firmen Holz vermarkten. Oldorff betont, er fordere sämtliche Kraftfahrer in Diensten der Landesforst immer wieder auf,  sich korrekt zu verhalten und zum Beispiel nicht den Radfernweg entlang zu fahren. Eigentlich sollen die Lkw hin zur Landesstraße den Weg lediglich kreuzen. Auszuschließen sei gleichwohl nicht, dass es Fuhrunternehmen und Kraftfahrer gebe, die sich Abkürzungen suchen. Zum Glück sei dort aber die Polizei sehr aktiv und kontrolliere, merkt der Forstbeamte an.

Details zu dem Tourismusangebot

Ende der 90er-Jahre ist der Radfernweg Berlin-Kopenhagen mit öffentlichen Mitteln errichtet worden. In Betrieb genommen wurde er Abschnitt für Abschnitt um 2001.

Die Instandhaltung obliegt den Kommunen, oft verwehren Poller Autofahrern die Nutzung des Weges.⇥pilz

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