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Uckermark-Havel
Langjähriger Verbandsvorsteher verabschiedet

Dank für 28 Jahre Engagement: Michael Nitschke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes überreicht Dieter Wolff einen Blumenstrauß (von links). Wolffs Nachfolgerin ist Karola Gundlach (rechts), seine bisherige Stellvertreterin.
Dank für 28 Jahre Engagement: Michael Nitschke, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes überreicht Dieter Wolff einen Blumenstrauß (von links). Wolffs Nachfolgerin ist Karola Gundlach (rechts), seine bisherige Stellvertreterin. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 08.11.2019, 08:00 Uhr
Burgwall (MOZ) Einen weiteren Verbandsvorsteher mit einer ähnlich langen Amtszeit gebe es wohl noch in Brandenburg. "Aber dienstälter ist keiner im Land", betonte Turgut Pencereci, Geschäftsführer des Wasserverbandstags Brandenburg am Donnerstag bei der Verabschiedung von Dieter Wolff.

Seit Gründung des Verbandes Uckermark-Havel Ende 1991 zeichnete Wolf dafür verantwortlich. Nicht immer schipperte der Verband in ruhigem Fahrwasser, einige juristische Auseinandersetzungen waren zu führen. Doch das Schiff blieb auf Kurs. "Der Verband ist gut aufgestellt, und als ich den Saal betreten habe und die Atmosphäre hier erlebte, habe ich gemerkt, das ist ein Gemeinschaftswerk", so Pencereci weiter. Dafür gebühre Dieter Wolff der Dank aller. Auch in puncto Geschäftsführung setzte man auf Kontinuität.  Seit der Gründung gab es auch nur zwei Geschäftsführer. Von 1992 bis Ende 2003 führte Ulrich Hoffmann die Geschäfte, ihm folgte der aktuelle Chef  Michael Nitschke.

Dieser war es schließlich, der Wolff am Donnerstag nach dem Überreichen des obligatorischen Blumenstraußes zur Verabschiedung vor den Saal lotste, wo die Mitarbeiter des verbandseigenen Bauhofs warteten. Einen massiven hölzernen Sessel hatten sie als Abschiedsgeschenk auf der Palettengabel eines Traktor herangeschafft, in die Rückenlehne das Logo des Verbandes eingearbeitet. Diese Überraschung sei gelungen, lobte Wolff, der zudem ankündigte, die Arbeit des Verbandes nicht ganz aus den Augen verlieren zu wollen. Schließlich ist er immer noch Mitglied.

Erste Frau an der Spitze

Bereits vor den Abschiedsgeschenken und lobenden Worten hatten die Mitglieder des Verbandsausschuss die personellen Weichen für die Zukunft gestellt und einen neuen Vorstand gewählt. Auf den dienstältesten Verbandsvorsteher folgt die erste Frau an der Spitze eines solchen Gremiums in Brandenburg – ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Verbandes. Lychens Bürgermeister Karola Gundlach, bislang Stellvertreterin, wurde zur Nachfolgerin von Dieter Wolff bestimmt. Erst in einer Stichwahl hatte sie es in den Vorstand geschafft, erhielt anschließend aber einstimmig das Vertrauen des Verbandsausschusses. Es war die erste Zusammenkunft dieses Gremiums nach der Strukturreform des Verbandes. Zuvor war es üblich, dass die Mitgliederversammlung den Vorstand wählt.

Neuer Vize ist Gransees stellvertretender Amtsdirektor Nico Zehmke.  Die weitere Vorstandsmitglieder sind Christian-Andreas Hierdeis, Sebastian Markhoff, Anne-Katrin Liebe, Reiner Schultz und Marcel Witzlau. Bis auf Witzlau (Zehdenick) stammen sie alle aus der Uckermark (Templin und Ortsteile). Und bis auf den Granseer Harald Zehmke (Gransee), der knapp in der Stichwahl den Kürzeren zog, gab es keine weiteren Kandidaten aus Oberhavel.

Im Ausschuss Stimmberechtigte aus Oberhavel kommen aus dem Amt Gransee- und Gemeinden sowie den Städten Fürstenberg und Zehdenick. Die Ückermärker Seite des Verbandsgebietes erstreckt sich auf die Kommunen Templin, Lychen, Gerswalde und Boitzenburg.

Mehr zur Arbeit des Wasser- und Bodenverbandes Uckermark-Havel sowie zu rechtlichen Rahmenbedingungen, die die Verantwortlichen noch vor einige Herausforderungen stellen, findet sich in der morgigen Ausgabe.

Aufgaben und Struktur

Der Verband unterhält die Gewässer zweiter Ordnung im Verbandsgebiet und betreibt wasserwirtschaftliche Anlagen. Er erfüllt gesetzlich übertragene Aufgaben, wie die Unterhaltung der Landesgewässer. Freiwillig kann der Verband Projekte zur Renaturierung von Gewässern und zur Landschaftspflege ausführen.

Gewässer zweiter Ordnung sind Gewässer, die nicht Bundeswasserstraßen sind oder anderweitig vom Land als Gewässer erster Ordnung definiert wurden.

Gesetzliche und freiwillige Mitglieder sind im Verband vertreten. Der Bund, das Land, Kreise, Städte und Gemeinden sind gesetzliche Verbandsmitglieder für ihre eigenen Grundstücke im Verbandsgebiet. Eigentümer von Grundstücken im Verbandsgebiet können auf Antrag Verbandsmitglied werden. Die Gemeinden sind gesetzliche Verbandsmitglieder für alle übrigen Grundstücke im Verbandsgebiet.

Das höchste Organ ist der Verbandsausschuß, den die Mitglieder wählen. Der Ausschuß wählt den Vorstand. Der Verband wird durch den ehrenamtlichen Verbandsvorsteher und den Vorstand geleitet. Mitarbeiter der Geschäftsstelle und des Bauhofs sind verantwortlich für die Durchführung der Arbeiten.⇥red

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