Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Volleyball
Ex-Nationalspielerin steigt beim VSV Havel ein

Sofort mittendrin: Kathleen Weiß brauchte wenig Anlaufzeit, um sich im Team des VSV Havel Oranienburg zurechtzufinden.
Sofort mittendrin: Kathleen Weiß brauchte wenig Anlaufzeit, um sich im Team des VSV Havel Oranienburg zurechtzufinden. © Foto: Steffen Kretschmer
Steffen Kretschmer / 03.12.2019, 13:18 Uhr - Aktualisiert 03.12.2019, 14:06
Oranienburg (MOZ) Am Ende konnte auch sie die Niederlage des VSV Havel Oranienburg nicht verhindern. Beim 2:3 gegen den BBSC Berlin II wirkte es dennoch so, als hätte Kathleen Weiß nie woanders gespielt. Die 35-Jährige, in deren Vita 311-Spiele für die A-Nationalmannschaft der Frauen zu finden sind, motivierte, legte gut auf und punktete für das Team aus der Kreisstadt.

Frau Weiß, auf diese Weise im Tie-Break zu verlieren, ist so ziemlich die bitterste aller Niederlagen, die man im Volleyball kassieren kann.

Kathleen Weiß: Mit zwei Punkten Unterschied zu verlieren, ist immer ärgerlich. Nach einem relativ verschlafenen Start sind wir ganz gut ins Spiel gekommen, dann aber wieder eingebrochen. Am Ende war es trotzdem ein Kampf auf Augenhöhe.

Ist das dann Pech, oder ist dieses verlorene Spiel auf Kleinigkeiten zurückzuführen, die der VSV hätte besser machen können?

Ich als ehemalige Profi halte nicht ganz so viel davon, von Pech zu sprechen. Ich denke, dass es natürlich Kleinigkeiten gab, die wir besser hätten machen können. Ich kann aber nichts vergleichen, da ich ja mit dem VSV bisher noch nicht trainiert oder gespielt habe.

Sie sprechen es an. Es war quasi für Sie ein Kaltstart im neuen Team. Sie sind sehr erfahren. Klappt es mit der Abstimmung auf dem Feld recht schnell, oder braucht das noch Zeit?

Das ist eine Trainingsfrage. Ich bin es gewohnt, dass, wenn ich etwas mache, ich auch oft trainiere. Wenn man aber einen normalen Job und viel um die Ohren hat, ist es natürlich schwieriger, an großen Dingen zu arbeiten. Ich bin mir aber aus persönlicher Sicht sicher, dass es bei weiteren Spielen und Trainingseinheiten mit der Abstimmung noch besser wird. Bisher war ich nur bei einer Einheit dabei.

Ihre Karriere haben Sie als Zuspielerin verbracht. Beim VSV haben Sie am Sonntag eine andere Rolle eingenommen. Wie kamen Sie damit zurecht?

Für mich ist das ein Experiment auf Annahme außen. Das ist das, was ich sonst nie spiele. Gegen den BBSC war das schon nicht schlecht, auch wenn es natürlich noch einige Dinge gibt, die ich besser machen kann.

Wie bewerten Sie das Niveau in der 3. Liga?

Ich tue mich schwer, das mit dem zu vergleichen, wie es früher war. Ich glaube aber, dass das Niveau in den vergangenen Jahren breiter sowie besser geworden ist, und es viele gibt, die gut spielen können. In der Liga sieht man ja auch, dass es viele knappe Partien gibt und insgesamt alles sehr eng zugeht.

Das klingt aber so, als ob es Ihnen als ehemaliger Nationalspielerin viel Spaß bereitet hat, für Oranienburg auf dem Feld zu stehen.

Auf jeden Fall. Früher hätte ich sicher gesagt, dass ich entweder richtig oder gar nicht spielen will. Das passt natürlich, wenn man die Wahl hat. Wenn das aber nicht mehr der Fall ist, zockt man logischerweise auch sehr gerne so.

Erklären Sie doch mal, wie es dazu kam, dass sie plötzlich im Aufgebot des VSV Havel zu finden waren.

Im Prinzip über Freunde. Wie das so oft der Fall ist. Die Mädels hier kenne ich daher sogar schon zwei, drei Jahre lang. Bevor ich im vergangenen Jahr nach Bulgarien gegangen bin, hatte ich mit der Anne Matthes damals sogar schon ein paar Mal in Oranienburg mittrainiert. Dadurch kannten wir uns schon und der VSV hat ja aktuell auch großen Personalmangel durch Verletzungen. Deshalb wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust dazu hätte, hier zu spielen. Bevor sie gar nicht mehr auflaufen können, oder nur  mit wenigen Wechslern dastehen, helfe ich natürlich gerne aus. Ich musste also nicht lange überlegen. Wenn ich niemanden gekannt hätte, hätte ich wahrscheinlich aber auch nein gesagt.

Was hätten Sie dann gemacht? Eine sportliche Pause?

Genau. Wenn sich irgendwo etwas anbieten sollte, würde ich auf jeden Fall wohl in der zweiten Liga spielen. Ich bin örtlich gebunden, da ich in Güstrow ein Studium absolviere. Deshalb müsste das schon irgendwo in der Nähe sein. Dadurch schließt es sich auch irgendwo schon wieder von alleine aus, auf noch höherem Niveau zu spielen, da ich nur unregelmäßig trainieren kann. Dadurch sind die Möglichkeiten sehr begrenzt.

Trotzdem klingt es nicht so, dass es hier eine einmalige Sache für Sie in der Kreisstadt war.

Wir sind jetzt erst einmal so verblieben, dass ich auf jeden Fall bis Weihnachten hier bin. Dann werden wohl schon die ersten Verletzten wieder zurückkommen und dann sollen die auch wieder spielen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG