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Einzelhandel
Weiterer Supermarkt überflüssig

Riesenandrang: Bei strömendem Regen hasteten hunderte Kauflustige am 27. November in den neu eröffneten Rewe-Markt. Einen weiteren Supermarkt befürworten Zehdenicks Stadtväter aber nicht.
Riesenandrang: Bei strömendem Regen hasteten hunderte Kauflustige am 27. November in den neu eröffneten Rewe-Markt. Einen weiteren Supermarkt befürworten Zehdenicks Stadtväter aber nicht. © Foto: Wolfgang Gumprich
Thomas Pilz / 05.12.2019, 17:04 Uhr
Zehdenick (MOZ) Fast schon empört haben zahlreiche Zehdenicker Stadtverordneten reagiert, als Hartmut Leib, SPD-Obmann im Stadtrat, für ein Investitionsansinnen der Kaufland-Warengruppe warb.

Vielleicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die Sitzung des Parlaments, auf der dieses Themas behandelt wurde, fand am Tag nach der turbulenten Eröffnung des Rewe-Marktes an der Grünstraße statt.

Gleichwohl erläuterte Leib den Antrag der SPD-Fraktion, wonach Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) zu beauftragen sei, die Ansiedlungsabsicht der Kaufland-Warengruppe zu unterstützen. Und zwar bei der Suche nach einem entsprechenden Investitionsgrundstück.

Allein schon diese Suche würde die Kommune in den Augen möglicher Investoren als einen "weiteren attraktiven Investitionsstandort" aufwerten. Noch mehr Kaufkraft aus der Region würde auf Zehdenick übergehen. Mehr Menschen könnten nach Überzeugung der SPD die Innenstadt besuchen.

Konkret geht es allerdings laut Leib um das schon seit Wochen in der Diskussion befindliche Grundstück an der Castrop-Rauxel-Allee. Eine Option dort lautete zwischenzeitlich, die Schaffung eines Ärztehauses sollte von der Stadt befürwortet werden.

Etwa 30 Arbeitsplätze könnten nach den Worten von Leib im Rahmen des neuen Supermarkt-Projektes entstehen. Neben Edeka würde sich wohl auch Aldi an dem Vorhaben beteiligen, auf 2 700 Quadratmeter Fläche ein neues Einkaufszentrum zu errichten. Zudem sei ja das Ärztehaus-Vorhaben noch im Gespräch. Ein Bebauungsplan sei bei diesem Vorhaben aber notwendig, erläuterte Hartmut Leib.

Stadtverordneten-Chef Waldemar Schulz (SPD) gab zu bedenken, zur Edeka-Ansiedlung gebe es einen rechtskräftigen Beschluss der Stadt. Erst vor rund zwei Jahren hatten die Stadtverordneten den Wunsch von Investoren abgelehnt, die an der Castrop-Rauxel-Allee einen Edeka-Markt errichten wollten.

Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) plädierte für eine diplomatische Lösung, und zwar den Kaufland-Antrag der SPD-Fraktion in die Ausschüsse zu verweisen. Heiko Lenz (WS/BfZ) wunderte sich über den Antrag grundsätzlich: "Es gibt doch gar keine Versorgungslücke in der Stadt, zumal jetzt der Rewe-Markt eröffnete", betonte er. Weshalb also noch ein weiterer Supermarkt? Vielmehr sollte der Standort Grünstraße mit Rewe nun nicht wieder in Gefahr gebracht werden, indem Konkurrenz geschaffen werde. Sechs Einkaufsmärkte gebe es in der Stadt Zehdenick, "wir haben keine Versorgungslücke", betonte Heiko Lenz.

Dem pflichteten andere Stadtverordnete bei, mit Verweis auf den außerordentlich großen Andrang tags zuvor bei der Eröffnung des neuen Rewe-Marktes.

Leib erwiderte, durch eine weitere Investition dieser Art würde die Innenstadt belebt, mithin könnten die Händler dort von mehr Kaufkraft profitieren. "Der entstehende Synergieeffekt kommt allen zugute", betonte Hartmut Leib. Laut Beschlussvorlage sollte außerdem "die Bevölkerung bei derartigen Entscheidungen intensiv miteinbezogen werden", plädierten die Sozialdemokraten. Zahlreiche Stadtverordnete wehrten sich vehement gegen die Idee, einem weiteren Supermarkt Tür und Tor zu öffnen, zumal dies den Einzelhandel in der Innenstadt, der bereits jetzt mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen habe, akut gefährden könnte.

Ein Beschlussantrag, das Thema in die Ausschüsse zu verweisen, wurde negativ beschieden. Der eigentliche Antrag der SPD für das Kaufland-Projekt wurde schließlich mit 19 "Nein"-Stimmen abgeschmettert.

Situation der Einkaufsmärkte

Drei Jahre nach der Schließung des Kaiser’s-Marktes an der Grünstraße öffnete vergangene Woche mit großer Resonanz der Rewe-Markt.

Aldi, der Lebensmittel-Discounter, will auf jeden Fall am Standort Zehdenick festhalten, auch wenn es mit dem Standort Bahnhofstraße nichts wurde.

Mitbewerber Lidl kommt derweil mit seinen Neubauplänen nicht voran. Knackpunkt ist der mögliche Umzug des Dänischen Bettenlagers, heißt es.⇥pilz

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