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Protest
Stadt Zehdenick setzt klares Zeichen gegen Gasbohren

Ruck-zuck: Ganz schnell ging das, was monatelanger Vorbereitung bedurfte. Nach dem Stadtverordnetenbeschluss vom 28. November enthüllten BI-Sprecher Ralph Riesenberg und Bürgermeister Bert Kronenberg (rechts) das Transparenz vor der Verwaltung
Ruck-zuck: Ganz schnell ging das, was monatelanger Vorbereitung bedurfte. Nach dem Stadtverordnetenbeschluss vom 28. November enthüllten BI-Sprecher Ralph Riesenberg und Bürgermeister Bert Kronenberg (rechts) das Transparenz vor der Verwaltung © Foto: Vorname Nachname
Martin Risken / 17.12.2019, 18:15 Uhr
Zehdenick (MOZ) Jetzt alles ganz offiziell und mit Auftrag der Stadtverordneten: An markanter Stelle bekennt sich seit Dienstag auch die Stadt Zehdenick gegen die geplante Erdgasförderung im Stadtgebiet. Schon im Sommer sollte das Protest-Transparent enthüllt werden, doch da fehlte noch der offizielle Auftrag der Stadtverordneten. Den ließ sich Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos), der noch während seines Wahlkampfes öffentlich gegen das Vorhaben gewettert hatte, am 28. November geben – auf Antrag der Fraktionsgemeinschaft Wählergruppe Schorfheide und Bürger für Zehdenick.

Es gehe um die großen Fragen von Umwelt-und Klimaschutz, sagte Kronenberg in seiner kurzen Ansprache nach der Enthüllung des Transparents, das die Bürgerinitiative "Gegen Gasbohren" der Stadt Zehdenick geschenkt hatte. Der Verwaltungschef ist sich aber auch im Klaren darüber, dass "Nein" zu sagen nicht reichen werde. Es gehe um nachhaltige Energiekonzepte, die möglichst mit den Stadtwerken Zehdenick umgesetzt werden sollten. Auch dafür brauche es überzeugende Mehrheiten. An die Gegner des Gasbohrens appellierte Kronenberg, dass diese auch Widerspruch aushalten müssten. Er forderte einen "respektvollen Umgang" mit jenen, die dem Gasbohren nicht kritisch gegenüberstehen und die Gasförderung gut hießen.

"Ein langgehegter Wunsch ist endlich in Erfüllung gegangen", sagte BI-Sprecher Ralph Riesenberg. Er dankte den Stadtverordneten, dass die notwendigen Beschlüsse zur Ablehnung der Erdgasförderung nun endlich gefasst worden seien, die ganz im Sinne der Bürgerinitiative seien. Alle Argumente und Fakten sprächen schließlich gegen die Förderung des minderwertigen Erdgases. Für die Sicherung der Energieversorgung in Deutschland sei die Gasförderung nicht notwendig.

Welche Beschlüsse umgesetzt werden müssen

Beschlossen ist, dass der Bürgermeister der Stadt Zehdenick Gespräche mit der Stadt Templin und dem Amt Gransee aufnimmt mit dem Ziel, die gemeinsame ablehnende Positionierung zu bekräftigen und zu veröffentlichen.

Gebeten wird der Bürgermeister außerdem, sich schriftlich an das Wirtschaftsministerium und das Umweltministerium des Landes Brandenburg zu wenden, um die ablehnende Haltung der Stadt zu verdeutlichen.

Ihre ablehnende Haltung gegen die weitere Erkundung von Gasvorkommen, Probebohrungen und die Förderung von Erdgas im Raum Zehdenick durch die Firma Jasper Resources haben die Abgeordneten beschlossen. ⇥ris

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