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Bald 180 Jahre alt
Schiffer halten Marienthaler Tradition hoch

Traditionspflege: Wolfgang Schulz, Walter Odermann und Peter Schenk (von links) beim Mastenstecken.
Traditionspflege: Wolfgang Schulz, Walter Odermann und Peter Schenk (von links) beim Mastenstecken. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 13.01.2020, 07:15 Uhr - Aktualisiert 13.01.2020, 09:49
Marienthal (MOZ) Der letzte verbliebene Schifferverein in der Region pflegt seine Traditionen. Wie seit fast Jahrzehnten üblich trafen sich am Sonnabend die Männer in Marienthal zum traditionellen Mastenstecken, um auf den Schifferball, der am kommenden Sonnabend in dem Dorf am Großen Wentoswee gefeiert wird, aufmerksam zu machen.

Zwei Masten wurden in die Erde gesteckt, das Transparent mit der Aufschrift "Schiffertradition Marienthal von 1841" zwischen den beiden Fahnenstangen befestigt und schließlich die deutsche Fahne und der Vereinswimpel aufgezogen. Ein zünftiger Umtrunk durfte anschließend nicht fehlen: Schiffervereins-Vorsitzender Walter Odermann und Peter Schenk, Wolfgang Schulz und Helfer Gunter Damzog genehmigten sich  ihr "Dienstbier".

Noch immer gehören der Schiffertradition Marienthal 24 Mitglieder an. Aber nur noch ein Vereinsmitglied hat eine Beziehung zu diesem Beruf. Christian Scharf erhielt gerade sein Kapitänspatent, um auf dem Rhein das Frachtschiff einer niederländisch-deutschen Reederei von Rotterdam nach Duisburg zu fahren. Geladen hat er meist Erze und Zuschlagsstoffe für die Stahlindustrie. Wegen seiner dienstlichen Verpflichtungen konnte er am Sonnabend beim Mastenstecken nicht dabei sein.

Im kommenden Jahr wird die Schiffertradition Marienthal 180 Jahre alt. Dann wird es auch wieder einen Festumzug durchs Dorf geben, vorausgesetzt, die Vereinsfinanzen erlauben das. Alle fünf Jahre feiert der Verein ein bisschen größer, während der Schifferball jährlich und das gesellschaftliche Ereignis im Norden der Stadt Zehdenick stattfindet. Kein Wunder, dass schon jetzt der Saal fast ausgebucht ist. Auch die Schifferfrauen pflegen im Vorfeld des Balls ihre Tradition. Sie treffen sich in dieser Woche zum Bänderstecken. Uralte Stoffbänder, auf denen sich die Namen ehemals unverheirateter Schifferfrauen finden, werden an alten Schiffsmodellen befestigt. Fröhlich schaukelnd werden diese am Sonnabend in den Festsaal getragen.

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