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Volleyball
Premiere einer Vereinslegende

Stefan Zwahr / 27.01.2020, 14:53 Uhr
Gransee (MOZ) Nachwuchstrainer, DJ an den Spieltagen, Chef bei der Herrichtung der Spielstätte: Holger Ribbentrop ist beim SV Lindow-Gransee unverzichtbar. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er im Dezember 2019 als Sportsympathiegewinner des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Was nun am Sonnabend passierte, sei ein weiterer Baustein in seiner Vita gewesen, sagt der Gymnasiallehrer. Da Chefcoach Peter Schwarz ebenso verhindert war wie seine Vertreter, musste Ribbentrop im Zweitliga-Heimspiel gegen den SV Warnemünde als Trainer ran.

"Die Jungs haben es mir einfach gemacht", betonte der 57-Jährige, der vier Tage vor dem Spiel von seinem Einsatz erfuhr. Seit zwei Jahrzehnten bringt sich der Granseer  als Trainer im Juniorenbereich ein, betreut dabei auch die älteren Jahrgänge der U 18 und U 20. "Ich weiß, wie Volleyball geht und was auf mich zukommt. Da ich bei allen Heimspielen vor Ort bin, weiß ich, was die Jungs können. Die sind alt genug und quasi Profis. Ich musste nichts Neues erfinden – und sie auch nicht." Ein wenig Lampenfieber sei dabei gewesen, Nervosität aber nicht. "Im Vorfeld habe ich viel mit Peter Schwarz kommuniziert. Das hat mir Sicherheit gegeben. Auch die Spieler brachten sich ein. Es hat mich gefreut, mal mit Profis zu arbeiten."

Diese verschafften Ribbentrop mit dem klaren Dreisatzsieg (25:23, 25:19, 25:20) einen ruhigen Samstagabend. "Ich musste gar nicht viel machen", scherzt der Aushilfscoach. Die Mannschaft habe relativ fehlerfrei gespielt, viele Aktionen seien geglückt. Nur in den Anfangsphasen der Sätze konnten die Gäste, die zuvor zehn von 15 Saisonspielen verloren hatten, für einen ausgeglichenen Spielstand sorgen. "Unsere Spieler haben sich die Zügel nie aus der Hand nehmen lassen und haben den Gegner überrollt." Marcin Kapusniak habe die Bälle gut verteilt, und von allen Positionen wären diese dann zu Punkten verwertet worden.

Extralob für Felix Göbert

Besonders auffällig sei in dieser Hinsicht Felix Göbert gewesen. "Der hat die Dinger eingehauen, das war unglaublich." Zudem wäre Robin Hafemann ein ebenbürtiger Ersatz für Timo Schlag gewesen. "Er war diesmal der Kapitän, was ihn irgendwie beflügelte. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht", freute sich Holger Ribbentrop – räumte aber auch ein, dass der Gegner eine Klasse schlechter gewesen sei. "Über Zuspiel, Annahme und Aufschläge kamen wir ins Spiel und ließen nichts anbrennen. Die Punkte, die der Gegner gemacht hat, taten uns nicht weh." Und als Adrian Kopij auf der gegnerischen Seite doch mal kurz in Schwung kam, nahm der Granseer Übungsleiter zum richtigen Moment eine Auszeit.

Ob seine Laufbahn als Trainer der Ersten eine Fortsetzung erfährt, vermag Holger Ribbentrop nicht zu sagen. "Es kann schon sein, dass das mal wieder passiert. Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht."

Rückkehrer und Medaillengewinner

Jan-Philipp Krabel kehrte am Sonnabend in seine alte Wirkungsstätte zurück. Der 21-Jährige spielte von 2015 bis 2017 für den SV Lindow-Gransee und trägt nun das Trikot des SV Warnemünde.

Schön sei es gewesen, bemerkte der gebürtige Leipziger. "Ich wusste von damals, wie die Stimmung in dieser Halle ist. Daher ist es toll, mal wieder zurückzukommen. Solche Spiele sind schon etwas Besonderes."

Viel zu holen gab es für sein Team, das in der dritten Saison der 2. Bundesliga angehört, nicht. "Es war zu sehen, dass einige Spieler bei Lindow-Gransee individuell eine höhere Klasse haben. Wir nehmen die positiven Sachen mit."

Matti Binder nahm sogar eine Medaille mit nach Hause. Diese bekam der Akteur des Heimteams bei der Ehrung zum wertvollsten Spieler. "Man freut sich über die Auszeichnung. Die steht aber nicht über allem", lautete sein Kommentar.

Der klare Sieg gegen die Truppe aus Rostock sei nicht so einfach gefallen, wie es das Ergebnis vermuten lässt – gerade nach dem Erlebnis der Vorwoche, als in Bocholt eine 2:0-Satzführung verspielt wurde,

Der Ausfall von Timo Schlag sei erschwerend hinzugekommen. "Als Team haben wir aber viel besser als zuletzt gespielt. Wir haben gezeigt, was wir können."⇥sz

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