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Interview
"Mit Baumgarten und Rauschendorf haben wir zwei ganz schöne Baustellen"

Dienstältester Bürgermeister im Amtsbereich: Ralf Wöller (CDU) steht seit 1993 an der Spitze der Sonnenberger Gemeindevertretung.
Dienstältester Bürgermeister im Amtsbereich: Ralf Wöller (CDU) steht seit 1993 an der Spitze der Sonnenberger Gemeindevertretung. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 10.02.2020, 10:10 Uhr - Aktualisiert 11.02.2020, 12:09
Sonnenberg (MOZ) In diesem Jahr soll mit den Arbeiten für das neue Gemeindezentrum in Baumgarten begonnen werden. Das ist nicht das einzige Projekt, das in diesem Jahr in der Gemeinde Sonnenberg angepackt wird. Auch der Trink- und Abwasserverband Lindow-Gransee will bauen. Sonnenbergs Bürgermeister Ralf Wöller (CDU) verweist außerdem auf bereits erledigte Projekte in allen Ortsteilen.

Herr Wöller, 2018 beging der Ort Sonnenberg den 700. Jahrestag seiner Ersterwähnung, 2019 konnte der neue Spielplatz übergeben werden. Können Sie und die Sonnenberger zufrieden sein mit der Entwicklung des Ortes?

Ralf Wöller:Ja, das kann man mit Sicherheit so sagen. Wobei ich betonen möchte, dass wir überall etwas gemacht haben, also auch in den anderen Ortsteilen. Rönnebeck hat die Überdachung für die Bühne bekommen, Sonnenberg den erwähnten Spielplatz und auch in Schulzendorf sind wir nicht untätig gewesen. In Rauschendorf wurde beispielsweise die Zuwegung auf dem Friedhof neu gestaltet und ein teilanonymes Gräberfeld angelegt. Der Eingangsbereich steht noch aus. Da sind wir in den Vorbereitungen. In diesem Jahr wird auch das Gemeindezentrum in Baumgarten in Angriff genommen und in Rauschendorf kündigt sich außerdem die Erschließung des Ortes seitens des Trink- und Abwasserverbandes Lindow-Gransee an.

Auf ihr Gemeindezentrum haben die Baumgartener lange warten müssen.

Das stimmt. Ausgangspunkt war die Schließung der Dorfgaststätte 2015. Sie stand zum Verkauf, aber die Immobilie zu übernehmen, war für uns als Gemeinde nicht vorteilhaft. So entschieden wir uns, selbst etwas Neues zu bauen. Aber wenn man so ein Projekt anfängt, ist man auch auf Fördermittel angewiesen.

Aber es lag nicht nur an den Fördermitteln für das Gemeindezentrum, dass das Projekt später angepackt wurde, als ursprünglich geplant?

Das ist richtig. Zuletzt hatten wir als Gemeindevertretung das Projekt zugunsten des Dorfplatzes in Sonnenberg noch einmal zurückgestellt. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir hatten eine einmalige Möglichkeit, Gelder für den Dorfplatz zu bekommen, so dass wir uns so entschieden haben. Aber dieses Jahr geht es nun los in Baumgarten. Die Baugenehmigung ist da und auch der Förderbescheid. Das wird ein richtig schönes Gemeindezentrum, bin ich mir sicher – barrierefrei und mit modernen Sanitäranlagen, so wie man sich das vorstellt.

Was muss vor dem ersten Spatenstich noch getan werden?

Jetzt geht es an die Ausführungsplanung und eine gewisse Feinabstimmung ist auch noch nötig. Der Grundriss ist schon ziemlich festgezurrt, aber in puncto Außengestaltung gibt es noch ein paar Details zu besprechen. Das alte Feuerwehrgebäude neben dem Wiegehäuschen wird in diesem Zuge auch abgerissen.

Die Sonnenberger Feuerwehr wartet noch auf ein neues Tanklöschfahrzeug. Wann ist damit zu rechnen?

Ursprünglich war das Feuerwehrfahrzeug schon für das Jahr 2018 im Plan. Ich bin hoffnungsvoll, dass Sonnenberg nun aber berücksichtigt wird. Der Kreis hat angekündigt, dass fünf neue Tanklöschfahrzeuge angeschafft werden sollen und dabei den Schwerpunkt auf den Norden des Kreises gelegt. Wie genau der Zeitplan aussieht, kann ich momentan aber nicht sagen.

Was steht für dieses Jahr noch auf der Agenda?

Mit Baumgarten und Rauschendorf haben wir ja zwei ganz schöne Baustellen. Aber natürlich sind auch immer kleinere Dinge zu reparieren und instandzusetzen. Mir fällt da beispielsweise die Bushaltestelle in Rauschendorf ein. Aber wenn der Trink- und Abwasserverband dort das Unterste zuoberst kehrt, sollte man damit doch vielleicht warten, bis wieder etwas Ruhe eingekehrt ist.

Gibt es etwas Neues in Sachen Mobilfunkempfang?

Schulzendorf und Sonnenberg haben ja bereits neue LTE-Antennen. Um etwas gegen den schlechten Empfang in den übrigen Ortsteilen zu tun, haben wir uns bekanntermaßen bei der Aktion "Wir jagen Funklöcher" der Telekom beworben. Eine aktuelle Information, ob wir zum Zuge kommen oder nicht, liegt aber noch nicht vor.

Einige neue Gesichter gibt es seit der Kommunalwahl in der Sonnenberger Gemeindevertretung. Wie finden sich die Neuen rein in ihr Ehrenamt?

Das klappt sehr gut. Es sind jetzt auch zwei Rauschendorfer dabei, damit ist dieser Ortsteil jetzt auch gut vertreten. Was fachliche Dinge angeht, erhalten sie natürlich Hinweise von den alten Hasen. Insgesamt muss man aber festhalten, dass bei vielen Detailfragen auch die erfahrenen Gemeindevertreter ihre Entscheidungen nicht ohne die gute Zuarbeit der Amtsverwaltung treffen könnten. Es sind nun einmal sehr viele Details zu beachten, mit denen die meisten in ihrem Alltag nichts weiter zu tun haben. Man kann sich bei der Verwaltung nur bedanken.

Ihre persönlichen Wünsche für das Jahr 2020?

Als Landwirt freue ich mich, wenn wir ein der Ernte zuträgliches Wetter bekommen, alle gesund bleiben und wir die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, abarbeiten können.

Zur Person

Der SonnenbergerRalf Wöller (61) ist seit 1993 ehrenamtlicher Bürgermeister und damit der dienstälteste im Granseer Amtsbereich.

Er ist Vorsitzender des Gemeindevertretung Sonnenberg und qua Amt auch Mitglied des Amtsausschusses. Dieser wählte in außerdem zu seinem zweiten Vorsitzenden.

Ferner gehört Wöller dem Schul- und Kitaausschuss des Amtes an.

Der gelernte Landtechniker bewirtschaftet mit der "Agrar GbR Wöller", der er 1994 mit seiner Mutter gründete, 350 Hektar eigenes und gepachtetes Land. Schon sein Urgroßvater hatte einst den Hof in Sonnenberg gekauft, sein Großvater und sein Vater bewirtschafteten das Land, bis eine Genossenschaft gebildet wurde.

Auch musikalisch ist Wöller unterwegs, ist er doch die Stimme des Feuerwehrblasorchesters Gransee. ⇥red

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