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Interview
"Legen Wert auf transparente Politik in Schönermark"

Bei der jüngsten Kommunalwahl im Amt bestätigt: Kirsten Schulz wurde 2014 erstmals zur Bürgermeisterin der Gemeinde Schönermark gewählt.
Bei der jüngsten Kommunalwahl im Amt bestätigt: Kirsten Schulz wurde 2014 erstmals zur Bürgermeisterin der Gemeinde Schönermark gewählt. © Foto: Jürgen Liebezeit
Matthias Henke / 14.02.2020, 09:30 Uhr
Schönermark Die Neugestaltung des Dorfplatzes  ist das größte Projekt, das die Schönermarker Gemeindevertreter mit dem Beschluss über den aktuellen Doppelhaushalt 2020/2021 festzurrten. In Sachen Gestaltung werden auch die Einwohner mit eingebunden. Doch das Interesse daran sei gering, sagt Bürgermeisterin Kirsten Schulz (WG Bürgerinitiative Schönermark). Das heißt aber nicht, dass nichts los ist im Dorf. Beliebte Veranstaltungen wie das Kinderfest und Seniorenweihnachtsfeier werden auch dieses Jahr wieder auf die Beine gestellt und haben ihre Fans.

Frau Schulz, Mitte vergangenen Jahres hat sich die Schönermarker  Gemeindevertretung konstituiert. Nach der Kommunalwahl ergaben sich einige personelle Veränderungen.  Wie hat sich das Gremium eingespielt?

Kirsten Schulz: Ja, das stimmt. Es sind viele neue Gesichter in der Gemeindevertretung, aber auch einige, die schon eine Weile dabei sind. Es hat sich nach den ersten Sitzungen schon gezeigt, dass erkennbar viele neue Ideen eingebracht werden. Ich bin mit der neuen Gemeindevertretung sehr zufrieden, weil es den Gemeindevertretern um das Wohl in der Gemeinde geht. Zurzeit sind wir intensiv mit den Vorbereitungen für unser diesjähriges Kinderfest beschäftigt und treffen uns auch außerhalb der Sitzungen, die ja alle drei Monate stattfinden.

Im neuen Doppelhaushalt, der in der letzten Sitzung des vergangenen Jahres beschlossen wurde, steht mit der Neugestaltung des Dorfplatzes ein Projekt auf der Agenda, das man ob der finanziellen Größenordnung für Schönermarker Maßstäbe wohl durchaus ambitioniert nennen kann. Was dürfen die Schönermarker konkret erwarten, wenn der Dorfplatz dann in neuem Glanz erstrahlt?

Schon im Haushaltjahr 2019 hatten wir zirka 50 000 Euro für die Gestaltung unseres Sportplatzes/Festplatzes eingeplant. Diese Summe beinhaltete unter anderem den Abriss eines Gebäudes und die Gestaltung des Festplatzes. Wer die Aktivitäten im Dorf mit verfolgt  hat, hat aber sicherlich mitbekommen, dass es eine Veränderung in dieser Planung gibt. Wir haben vor, Fördermittel zu beantragen, um die Gestaltung unseres Platzes zu finanzieren. In den zurückliegenden Jahren legten wir viel Wert auf eine mit den Bürgern gestaltete und transparente  Politik. Deshalb  wollten wir auch hier Ideen der Bevölkerung  Schönermarks  mit einfließen lassen und hatten zum Beispiel am 21. März 2019  einen Vor-Ort-Termin, zu dem alle Bewohner ausdrücklich eingeladen waren. Das heißt, es hatte jede Familie eine Einladung in ihrem Briefkasten. Es kamen aber nicht mal fünf Prozent der Bevölkerung und auch zu dem Arbeitseinsatz, der im April auf diesem Platz erfolgte, in Vorbereitung auf unser Osterfeuer waren nur sehr wenige da. Ich würde mir schon wünschen, dass die Bevölkerung sich mehr bei der Vorbereitung der Gestaltung des Sportplatzes mit einbringt, denn sie sind ja die Nutzer des Platzes. Ich hatte ja in der letzten Sitzung im November 2019 dieses Thema nochmals öffentlich angesprochen und hoffe, dass es doch noch Ideen von den Einwohnern gibt.

Die Sitzungen sind aber nicht die einzige Möglichkeit für Schönermarker, sich zu informieren.

Richtig, man kann dafür auch die Bürgermeistersprechstunden nutzen, die ja immer  am ersten Mittwoch des Monats im Büro der Gemeinde, in der Sonnenberger Straße 11 von 17 bis 18 Uhr stattfindet. Einige Wenige, die auch die Gemeindevertretersitzungen nutzen, um sich zu informieren oder auch Fragen zu stellen, haben schon Ideen vorgetragen, die wir natürlich bei unseren Zusammenkünften bei der Erarbeitung einer Konzeption zur Gestaltung mit einfließen lassen. Es gibt also noch die Möglichkeit, Ideen mit einzubringen.

Ende 2018 stoppten die Gemeindevertreter das Erstellen eines Baulandkatasters. Auf grundsätzliche Ablehnung stieß das Vorhaben damals aber nicht. Wird es da noch einmal einen neuen Anlauf geben?

Ja, davon gehe ich aus.  Die Erstellung des Baulandkatasters wurde von uns nicht grundsätzlich abgelehnt. Es ging uns vielmehr darum, dass betroffene Landbesitzer Kenntnis von diesem Vorhaben erhielten und somit die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob ihr Land, welches Bauland ist, in dieser Karte ausweisen zu lassen oder dem widersprechen zu können. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand haben einige Schönermarker Bürger ihr Widerspruchsrecht   genutzt und jetzt kann ein zweiter Anlauf starten.

Während der Ratssitzungen betonen Sie immer wieder, wie wichtig Ihnen Transparenz sei und dass bei wichtigen Entscheidungen alle mitgenommen werden. Kommt Ihnen da die neue Beteiligungssatzung entgegen?

Die Satzung über die Einzelheiten der förmlichen Einwohnerbeteiligung in der Gemeinde Schönermark wurde in unserer letzten Sitzung im November 2019 als Entwurf  von der Verwaltung vom Amt Gransee und Gemeinden vorgestellt und diskutiert. Ich persönlich würde mich über mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sehr freuen, auch wenn ich weiß, dass es nicht nur angenehme Fragen geben wird. Ich denke, dass das die gelebte Demokratie ist und dass man dadurch vielleicht auch mehr Identifikation mit dem Dorf bei den Bürgern und Bürgerinnen erreichen könnte.

Was bereits 2020 angepackt werden soll, ist der Neubau des Regenwasserkanals im Dorf. Was verbirgt sich dahinter und welcher Missstand soll dadurch beseitigt werden?

Es gab in der Vergangenheit Beschwerden von Bürgern, dass das Regenwasser nicht ordentlich abläuft. Diese Beschwerden wurden natürlich ernst genommen. Einige Missstände konnten bisher schon beseitigt werden, wie zum Beispiel die Bearbeitung der Bankette entlang der Dorfstraße. Bei Wartungsarbeiten wurde darüber hinaus festgestellt, dass weiterer Handlungsbedarf besteht. Im Ergebnis wurde Vorsorge im Haushaltsplan 2020/21 getroffen. Mit dem Ziel erforderliche Reparaturen in Auftrag geben zu können. Übrigens fanden und finden diese Wartungsarbeiten nicht nur in Schönermark statt, sondern auch in anderen umliegenden Gemeinden.

Was wird sich 2020 wieder in puncto Dorfleben tun, zum Beispiel Veranstaltungen, auf die sich die Bürger freuen können?

Wie schon erwähnt findet in diesem Jahr unser zehntes Kinderfest statt.  Die Idee, ein Kinderfest durchzuführen, ist damals von einer Gruppe Schönermarker Frauen entwickelt worden, als ich als Gemeindevertreterin aktiv war. Wir trafen uns regelmäßig, um Volleyball zu spielen. Dieses Kinderfest hat sich aber zu einem stabilen und beliebten Fest, nicht nur bei den jungen Leuten, entwickelt. Bei der Organisation des Jubiläums des Kinderfestes wirken die Mitglieder der Gemeindevertretung aktiv mit. Ein weiterer Höhepunkt ist die alljährlich stattfindende Weihnachtsfeier der Senioren und Seniorinnen, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Zur Person

Seit 2008 arbeitet Kirsten Schulz in der Schönermarker Gemeindevertretung mit. Seinerzeit wurde sie von dem Gremium auch zur stellvertretenden Bürgermeisterin der Gemeinde gewählt.

Mehr Verantwortung oblag ihr seit dem Rücktritt von Amtsinhaber Heinz Scherer 2013.

Bei der Kommunalwahl 2014 wurde sie von den Schönermarker Bürgern dann mit großer Mehrheit zur Bürgermeisterin gewählt und 2019 im Amt bestätigt.

Als ehrenamtliche Bürgermeisterin sitzt Schulz der Gemeindevertretung vor und vertritt Schönermark im Amtsausschuss.  Ferner ist sie Mitglied im Schul- und Kitaausschuss.

Beruflich ist die 55-Jährige als Lehrerin am Granseer Strittmatter-Gymnasium tätig.⇥red

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