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Volleyball
Lindow-Gransee: Sattes Polster, keine Träume

Stefan Zwahr / 07.03.2020, 09:15 Uhr
Gransee (MOZ) Am 11. April 2015 feierte der SV Lindow-Gransee mit dem Staffelsieg in der 2. Bundesliga Nord den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte. Gut fünf Jahre später scheint eine Wiederholung möglich zu sein.

Die Konstellation: Fünf Spieltage vor dem Saisonende haben die Grün-Weißen als Tabellenführer sechs Punkte und acht Sätze Vorsprung auf den direkten Verfolger Chemie Volley Mitteldeutschland. "Hätte mir das vor zwei Wochen jemand gesagt, hätte ich ihn für verrückt erklärt", räumt Teammanager Dirk Schmidt ein. Doch zuletzt lief alles optimal. Vor zehn Tagen gewann das Oberhavel-Team das Spitzenspiel bei Mitteldeutschland schier sensationell mit 3:0, legte am Sonnabend einen 3:1-Sieg gegen den FC Schüttorf 09 nach – und konnte sich tags darauf über eine 0:3-Niederlage von CVM beim TuS Mondorf freuen.

Schwere Aufgaben warten

Letzteres sei nicht zu erwarten gewesen, bemerkt Schmidt. Natürlich würde er sich über den Patzer des Meisters der drei zurückliegenden Spielzeiten freuen – an der Gesamtsituation würde es aber nichts ändern. "Wir haben das Ergebnis aus Mondorf registriert und nehmen es gern mit, dürfen uns dadurch aber nicht von unserem Weg abbringen lassen. Unser Ziel ist es, aus eigener Kraft Meister zu werden. Um das zu schaffen, darf sich am Fokus und der Konzentration nichts ändern." Bis zum letzten Spieltag am 18. April würden noch schwere und undankbare Aufgaben warten, zunächst beim VCO Berlin und gegen den Moerser SC. "Dann spielen wir gegen drei Mannschaften, die gegen den Abstieg kämpfen." Dass sich die Mannschaft in Anbetracht der Tabellenkonstellation zumindest einen Ausrutscher erlauben darf, sei ein gefährliches Wissen. Schmidt: "Auf dem Papier hätte uns nichts Besseres passieren können. Aus den Köpfen muss das aber ganz schnell raus. Da muss drin sein, dass wir es selber schaffen wollen und müssen. Diese positive Anspannung müssen wir uns erhalten."

Fakt ist: Auch bei einem positiven Ausgang des Meisterschaftsrennens wird der SV Lindow-Gransee in der kommenden Saison Zweitligist sein.

"Über die erste Liga müssen wir nicht nachdenken", betont der Manager. Im selben Atemzug fügt er an: "Nichts würden wir lieber tun, als der Region die 1. Bundesliga zu schenken. Leider fehlen uns dafür aber die Voraussetzungen." Dirk Schmidt vergleicht eigene Erstliga-Ambitionen mit einem Hürdenlauf. Auf dem ersten Hindernis würde stehen, dass ein Etat von knapp 500 000 Euro erforderlich sei, um mit den Teams der Beletage mithalten zu können. Zweites Problem sei die Halle, die für Bundesliga-Ansprüche zu flach und zu klein sei. "Ein Neubau für mindestens 1 500 Zuschauer müsste her." Und dann wäre der Hürdenlauf noch längst nicht beendet, da es beim Lizenzierungsverfahren auch hohe Erwartungen an die Geschäftsstelle sowie die Nachwuchsabteilung gibt.

"Wenn man erste Liga macht, muss das mit einem Knall funktionieren. Und dann käme in der Folge das Thema Nachhaltigkeit", stellt Dirk Schmidt klar. Der Verein könne nur zu einem Ergebnis kommen:  "Mit unseren Voraussetzungen geht 1. Bundesliga in der Region leider nicht. Wir sind am absoluten Maximum dessen, was machbar ist. Alles andere würde in einem Desaster enden. Wir werden unser Produkt nicht für irgendwelche Träumereien kaputtmachen."

Und dann betont Dirk Schmidt. "Wir brauchen keine erste Liga. Unser Produkt ist top. Man darf nicht vergessen, wo und mit welcher Manpower wir das machen. Auf das, was sich an den Heimspieltagen in Gransee abspielt, können wir verdammt stolz sein."

Manager richtet Appell an die eigenen Fans

Bis zum Saisonende stehen für Lindow-Gransee noch fünf Partien an.

In Heimspielen treffen die Grün-Weißen auf Moers (21. März) und Essen (4. April).

Heimspielflair soll aus Sicht von Teammanager Dirk Schmidt auch am 14. März herrschen, wenn es zum VCO Berlin geht. "Wir brauchen da unbedingt die Unterstützung unserer Fans. Wie Partien in fremden Hallen zu Heimspielen gemacht werden, wissen sie", sagt der Funktionär. Vor zehn Tagen hatten 60 mitgereiste Fans in Spergau für Stimmung gesorgt.⇥sz

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