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Corona
Löwenberger Land kontrolliert Kontaktverbot

Bernd-Christian Schneck, Bürgermeister des Löwenberger Landes.
Bernd-Christian Schneck, Bürgermeister des Löwenberger Landes. © Foto: Daniel Dzienian
Volkmar Ernst / 24.03.2020, 18:43 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 14:15
Löwenberger Land (MOZ) Die Arbeit nimmt Überhand, dennoch ist der der Bürgermeister des Löwenberger Landes, Bernd-Christian Schneck (SPD, Foto: Daniel Dzienian), optimistisch, dass die Herausforderungen der Corona-Krise gemeistert werden, wie er in einem Gespräch feststellt. Dass die Verwaltung inzwischen geschlossen ist, nehmen die Einwohner gelassen. Viele versuchen ihre Anliegen per Mail oder telefonisch zu erledigen. In Ausnahmefällen versucht die Verwaltung  auf andere Weise zu helfen. "Das muss im Einzelfall entschieden werden", so der Bürgermeister.

Gespräch mit Jugendlichen

Gearbeitet wird in der Verwaltung im "rollenden System", wie das Gemeindeoberhaupt klärt. Es gibt zwei Mannschaften, die sich im Wechsel das Rathaus teilen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Verwaltung arbeitsfähig bleibt, selbst wenn eine Quarantäne für einen Teil der Mitarbeiter ausgesprochen werden muss. Ein Arbeitsstab koordiniert die Arbeit und sorgt gleichzeitig dafür, dass alle Vorsorgemaßnahmen umgesetzt werden. Für die Spielplätze wurde ein "Betretungsverbot" erlassen, das kontrolliert wird. Das gilt ebenso für die Dorfgemeinschaftshäuser und Jugendclubs.  "Unsere Mitarbeiter haben auch all jene Orte besucht, an denen sich die Jugendlichen zusätzlich treffen und sie über die Anordnungen zum Schutz der Allgemeinheit aufgeklärt",  so der Bürgermeister. Er freut sich, dass die Jugendlichen das Angebot angenommen haben, vor allem aber darüber, dass sie auf Partys und Zusammenkünfte freiwillig verzichten.

Auch für die Kindereinrichtungen wurde ein "Betretungsverbot" erlassen, der Betrieb aller sieben gemeindlichen Einrichtungen wird weitergeführt. "Wir wollen damit das Ansteckungsrisiko vermindern, das deutlich höher liegt, wenn die Kinder in einer Einrichtung betreut werden".

Kinderbetreuung klappt

Derzeit werden 39 Kinder betreut, deren Eltern Berufe ausüben, die der kritischen Infrastruktur zugerechnet werden. Selbst wenn ab Mittwoch auch die Tagesmütter ihren Dienst einstellen, rechnet Schneck nicht mit Problemen, die Kinder unterbringen zu können. Die Betreuung könne jederzeit gewährleistet werden. Erzieher, die nicht für die Betreuung gebraucht würden, könnten entweder Überstunden abbummeln oder würden andere Aufgaben in den Einrichtungen übernehmen, so das Gemeindeoberhaupt weiter.

Ein dickes Lob hat er sowohl für die Libertasschule als auch die Feuerwehr übrig. "Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr im Not- und Katastrophenfall ist uneingeschränkt gewährleistet." Ebenso habe die Schule ihre Hausaufgaben gemacht und könne ihren Bildungsauftrag auch in diesen Zeiten erfüllen. "Es haben sich sogar Eltern bei uns als Schulträger gemeldet, dass wir der Bildungseinrichtung und allen Lehrern und sonstigen Mitarbeitern für ihre Arbeit danken sollen", so Schneck. Mit einem Schmunzeln verweist er auf ein Handy-Video, dass Jugendliche ihm geschickt haben, die gerade Sport zu Hause vor dem Bildschirm machen.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Coronablog.

Die vier im Löwenberger Land ansässigen Ärzte und die Christliche Bürgerhilfe haben sich zusätzlich über die Gemeindeverwaltung an alle Einwohner gewandt und bitten um deren Unterstützung, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Ergänzt wird der Aufruf mit Verhaltensmaßnahmen, wie sich jeder einzelne selbst und andere schützen und damit auch den Medizinern die Arbeit erleichtern kann.

Angebote, zu helfen, gibt es ebenso von vielen Einwohnern, die bereit sind, gesundheitlich angeschlagenen oder älteren Personen zu helfen, sei es mit einem Einkauf oder dem Besorgen von Medikamenten. Viele Hilfsangebote werden von karitativen und kirchlichen Einrichtungen oder Organisationen unterstützt. Wenn dennoch jemand Hilfe benötigt und nicht weiß, an wen er sich wenden kann, so bietet sich die Gemeindeverwaltung unter der Telefonnummer 033094 89616 als Vermittler an.

Ganz unbürokratisch helfen will die Verwaltung auch den von der Corona-Krise betroffenen Gewerbetreibenden. Erste Anträge auf Stundung der Gewerbesteuer gebe es bereits, sagt Bürgermeister Schneck.

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