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Coronakrise
Zehdenicker Lebenshilfe arbeitet fast wie gewohnt

Erst im Sommer vergangenen Jahres eröffnet: In der neuen Wäscherei in Zehdenick begrüßte Lebenshilfegeschäftsführer Bernd Reinicke (links) zahlreiche Gäste.
Erst im Sommer vergangenen Jahres eröffnet: In der neuen Wäscherei in Zehdenick begrüßte Lebenshilfegeschäftsführer Bernd Reinicke (links) zahlreiche Gäste. © Foto: Thomas Pilz
Martin Risken / 24.03.2020, 18:51 Uhr - Aktualisiert 25.03.2020, 14:16
Zehdenick (MOZ) Die Zehdenicker Werkstatt für Behinderte der Lebenshilfe Oberhavel-Nord mit ihren 230 Menschen mit Handicap und den 45 Mitarbeitern bleibt weiterhin geöffnet, auch die durch die Coronakrise arg gebeutelte Küche sowie alle Wohngruppen. Darauf hat der Geschäftsführer der Lebenshilfe für geistig Behinderte Oberhavel-Nord, Bernd Reinicke, hingewiesen.

Zwar würden wegen der Corona-Pandemie derzeit nur noch 30 Prozent der rund 1 100 Essensportionen täglich hergestellt, weil Kitas und Schulen geschlossen sind, die von der Lebenshilfe in der Region beliefert werden, dennoch zeigte sich Reinicke sehr zuversichtlich, dass er alle Mitarbeiter durch die Krise bringen werde, voraussichtlich auch ohne Kurzarbeit. Schließlich sei er schon mehr als 30 Jahre im Geschäft und wisse deshalb, wie so etwas funktioniere. Bislang gebe es auch nur wenige Krankmeldungen.

"Wir haben zwar einen eingeschränkten Betrieb, aber alle Geschäftsbereiche haben weiterhin geöffnet: Wäscherei, Gärtnerei, Garten- und Landschaftspflege, der Reiterhof in Liebenberg, die eigentliche Werkstatt und natürlich die Großküche", so der Lebenshilfechef.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Coronablog.

Lieferservice eingeführt

Um die Küche in den nächsten Wochen noch besser auszulasten und das Bistro durch die herausfordernde Krise zu bringen, bietet die Lebenshilfe seit einigen Tagen auch einen Lieferservice für Privatleute an. Zwar muss das Bistro der Lebenshilfe am Bahnhof in Zehdenick wie alle anderen Gastronomiebetriebe auch für Gäste geschlossen bleiben, auch wenn es sich um einen "Sozialbetrieb mit Einzelintegrationsmaßnahme" handelt. Die Lebenshilfe nutzt aber wie andere Gaststätte auch die Möglichkeit des Außerhausverkaufs und bietet innerhalb der Kernstadt Zehdenick einen Lieferservice an. Das gibt es bereits ab einem Essen. Dies kostet 4,50 Euro, wer fünf Portionen abnimmt, erhält pro Essen einen Rabatt von 50 Cent. Täglich wechselnde Gerichte und zwei Alternativen zur Auswahl: jeden Tag werde frisch gekocht. Topfwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffeln oder Gnocchi mit Paprika-Tomaten-Soße standen am Dienstag auf der Menükarte. Bestellungen werden spätestens am Vortag unter 0171 5578229 von Bistrochefin Katrin Schmidt und ihrem Team entgegengenommen.

Anfeindungen von Mitarbeitern der Wohngruppen beim Einkauf im Supermarkt aufgrund großer Warenmengen im Einkaufswagen, wie von der Lebenshilfe Süd in Oranienburg in der vergangenen Woche berichtet, gebe es in Zehdenick nicht. Überhaupt habe es noch nie Anfeindungen gegenüber den Behinderten in Zehdenick, "weil wir ganz langsam gewachsen sind", betonte Reinicke. Die beiden von der Lebenshilfe in Zehdenick geführten Kindertagesstätten hätten zurzeit wegen der staatlich verordneten Begrenzung eine Auslastung von etwa zehn Prozent.

Das Privileg, die Werkstatt teilweise offenzuhalten, hätten allerdings nur Brandenburger Einrichtungen, betonte Reinicke, der 23 Jahre lang ehrenamtlicher Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Brandenburg war und die Aufgabe mittlerweile an einen jüngeren Nachfolger abgegeben  hat.

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