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Corona-Krise
Tornower Tierheim brechen Helfer und Spenden weg

Ein kranker Igel wird von Leiterin Ellen Schütze versorgt. Aufgrund der Corona-Krise kämpft der Verein ums Überleben.
Ein kranker Igel wird von Leiterin Ellen Schütze versorgt. Aufgrund der Corona-Krise kämpft der Verein ums Überleben. © Foto: Burkhard Keeve
Burkhard Keeve / 25.03.2020, 15:51 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 12:07
Fürstenberg (MOZ) Etliche Katzen, viele Hunde, aber auch Hühner, Schafe, Ziegen und ein Igel leben aktuell im Tierheim Tornow, insgesamt sind es 120 Tiere. "Ihnen geht es gut", sagt Ellen Schütze, Vorsitzende vom Tierschutzverein Oberhavel. Das war es aber auch schon mit den guten Nachrichten. Denn: "Dem Verein geht es mittelmäßig bis schlecht", so Schütze.

Schon seit zehn Tagen ist das Tierheim für Besucher geschlossen. Damit sind aber auch einige Finanzquellen gekappt worden, die den Verein am Leben erhalten. "Die Einnahmen aus Pensionen und Vermittlungen sind weggebrochen", sagt Ellen Schütze. Seit dem 16. März ist der Hof für Publikum gesperrt. "Das ist für manches Tier schade. Wir hatten zum Beispiel einen Interessenten für einen Hund. Da wird jetzt nichts draus." Fund- und Abgabetiere werden jedoch weiterhin entgegengenommen, auch telefonisch ist der Verein jederzeit erreichbar.

Keine ehrenamtliche Hilfe für Tierheim Tornow mehr

Fünf Mitarbeiter kümmern sich um den gesamten Ablauf, ehrenamtliche Helfer dürfen nicht mehr mit anpacken, um Ansteckungen zu vermeiden. "Was ist aber, wenn es einen Coronafall bei uns gibt?", fragt die Tierheim-Chefin. "Dann ist keiner mehr da, der sich um die Tiere kümmern kann." Über die Folgen will sie lieber nicht nachdenken.

Was aber schon jetzt durchschlägt, ist das Ausbleiben der Spenden. Das Tierheim ist darauf angewiesen. "Die Menschen haben verständlicherweise gerade andere Sorgen. Vielen geht es nicht gut und sie haben Geldprobleme wegen Kurzarbeit zum Beispiel." Rund 10 000 Euro verschlingt das Tierheim Tornow jeden Monat für Tierarztrechnungen, Betriebskosten, Futter. Rund 60 bis 70 Prozent dieser Kosten werden aus Spenden gedeckt. "Für zwei bis drei Monate haben wir noch Futter. Aber wie sieht es danach aus?", fragt sich Ellen Schütze. Hilfen von der Investitionsbank Brandenburg gebe es für Tierheime nicht,  "da habe ich mich erkundigt". Bislang konnte ihr noch keine amtliche Stelle sagen, wie Vereine wie der Tierschutzverein Hilfe erfahren. Schütze: "Ich kann nur hoffen, dass es weitergeht und nicht noch schlimmer wird."

Kontakt zum Tierheim Tornow per Telefon: 033080 40808

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