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Corona-Maßnahmen
Viele Autofahrer in Oberhavel haben Verständnis für Grenzkontrollen

Auch diese Autofahrerin hat das Recht, nach Mecklenburg einzureisen. Sie kann ein entsprechendes Schriftstück vorweisen.
Auch diese Autofahrerin hat das Recht, nach Mecklenburg einzureisen. Sie kann ein entsprechendes Schriftstück vorweisen. © Foto: Thomas Pilz
Thomas Pilz / 25.03.2020, 21:15 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 12:13
Fürstenberg (MOZ) Abgesehen vom ständig lärmenden Gütertransport durch Kolonnen von 40-Tonnern: Die Verkehrssituation auf der B 96 nördlich der Oberhavel-Landesgrenze in Mecklenburg-Vorpommern hat sich spürbar entspannt.

Die teils drastischen Kontrollen durch die Polizei, vor dem Hintergrund des von der mecklenburgischen Landesregierung ab dem 19. März verhängten Einreisestopps vor allem für Touristen aber auch Tagesausflügler zum Beispiel aus Brandenburg, zeigen Wirkung.

Polizeiobermeister Felix Wahl, der eigentlich in Rostock seinen Dienst tut, aber zur Absicherung der Kontrollen an die südliche Landesgrenze abkommandiert wurde, sowie seine Crew können wieder etwas durchatmen.

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Lediglich alle paar Minuten muss etwa ein Pkw mit "nicht-mecklenburgischem" Kennzeichen, herausgewunken werden. Zum Beispiel trifft das einen älteren blauen Ford Fiesta mit Hallenser Polizeilichem. Der Fahrer kurbelt die Seitenscheibe herunter. "Ich wohne aber in Neubrandenburg", ruft er reflexartig. Der Polizeibeamte, der ihn kontrolliert, bittet ihn freundlich um den Personalausweis. Mühsam kramt der Ruheständler ihn hervor. Und siehe da, es stimmt, er kann weiterfahren.

"Inzwischen gibt es kaum noch Probleme", erklärt POM Wahl. Die allermeisten, die zurzeit angehalten werden, seien sowieso Pendler, die ein entsprechendes Schriftstück vorweisen können. Außerdem habe sich die allgemeine Situation zum Beispiel für Leute aus Oberhavel, die kurz mal in Neustrelitz shoppen gehen wollten, grundsätzlich geändert. Die Schweriner Landesregierung hat sämtliche Bau- und Gartenfachmärkte schließen lassen. Ein wesentlicher Grund, einzukaufen, sei damit entfallen.

Am 20. und 21. März sei die Situation aber eine völlig andere gewesen, berichtet der Polizeibeamte. Hunderte Autos mussten wieder kehrt machen. Nicole Buchfink, die Sprecherin des Polizeipräsidiums in Neubrandenburg, weiß es ganz genau: 224 Autos durften nach ihren Worten an diesen beiden Tagen den Kontrollpunkt nicht passieren. Da waren Ärger und lange Staus programmiert.

Wie lange die Kontrollen andauern werden? Das könne derzeit niemand mit Gewissheit sagen. "Es hängt davon ab, wie sich die Leute grundsätzlich verhalten werden", meint Nicole Buchfink. Dies werde auch von der Polizei sorgfältig beobachtet und registriert. Schließlich gehe es um die Gesundheit aller, so die Sprecherin. Gerade das Gesundheitssystem in den touristischen Hochburgen, also auf den Inseln Usedom und Rügen, dürfe nicht zusammenbrechen.

Denunzianten unterwegs

Es gebe derzeit viele verunsicherte und verängstigte Bürger in den Gemeinden an der Küste, bei denen sofort die Alarmglocken schrillten, wenn sie ein Fahrzeug antreffen oder es an ihnen vorüberfährt, das kein mecklenburgisches Kennzeichen hat. "Dann werden die Leute tatsächlich zu Denunzianten. Sie notieren sich die Kennzeichen und verständigen die Polizei", berichtet die Pressesprecherin.

Dabei handele es sich zumeist um Firmenfahrzeuge, also Leute, die beruflich an der Küste unterwegs seien. Ganz schlimm werde es, wenn es sich um ausländische, vor allem polnische Kennzeichen handelt.

So wurde kürzlich im Radiosender Ostseewelle berichtet, dass Auswärtige, die einem Auto mit fremdem Nummernschild entstiegen, von Einheimischen mit Steinen  beworfen und beschimpft wurden. Nicole Buchfink betonte, letztlich gehe es unterm Strich nur um eines, dass alle Bürger die schlimme Situation mit ihren Gefährdungen für die Gesundheit überstehen.

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Soziale Kontakt-Vorgaben in Mecklenburg

Grundsätzlich darf man innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern als Bürger Mecklenburg-Vorpommerns reisen, allerdings ohne in einem Hotel oder einer Ferienwohnung etcera zu übernachten.

Ausflüge und Reisen sind unbedingt auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren. Unter dem Aspekt des Gemeinwohls möge man sich lediglich in der näheren Umgebung bewegen.

Öffentliche Verkehrsmittel können unter Einhaltung der empfohlenen Hygiene und der Abstandsregeln benutzt werden. Persönliche Kontakte sind zu beschränken, touristische Einreisen verboten.⇥pilz

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