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Notversorgung
Zehdenicker Tafel schließt vorübergehend

Gabenzaun statt Tafelausgabe: Wer etwas an Essbarem übrig hat, kann diese kontaktlos an den  Zaun am Adolf-Mann-Platz hängen.
Gabenzaun statt Tafelausgabe: Wer etwas an Essbarem übrig hat, kann diese kontaktlos an den Zaun am Adolf-Mann-Platz hängen. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 26.03.2020, 15:06 Uhr - Aktualisiert 26.03.2020, 16:18
Zehdenick (MOZ) Erst brachen wegen der Coronakrise die Lebensmittelspenden größtenteils weg, jetzt fehlt auch noch das Personal: Die Zehdenicker Tafel schließt vorübergehend bis zum 30. März, wie die Leiterin des Mehrgenerationenhauses "Zehdenicker Bienenstock" , Madlen Kaliebe, auf ihrer Facebook-Seite bekannt gegeben hat. "Aufgrund personeller und Versorgungsengpässen können wir bis einschließlich 30. März keine Tafelausgabe gewährleisten", heißt es in ihrer Mitteilung. Auch sonst ist das Haus in der Amtswallstraße schwer erreichbar, denn die telefonische Kontaktaufnahme beschränkt sich bis auf Weiteres täglich von 9 bis 12 Uhr. Für die telefonische Beratung stehe sie gern zur Verfügung.

Zum Trost für alle, die aufgrund ihres geringen Einkommens auf Lebensmittelspenden angewiesen sind, hat Madlen Kaliebe zusammen mit Ronny Erdmann vom SV Zehdenick 1920 den sogenannten Gabenzaun eingerichtet. Direkt am Parkplatz auf dem Adolf-Mann-Platz hängt das Transparent mit der Aufschrift "Wir setzen ein Zeichen" am Maschendrahtzaun. Hinweise zur Aktion fehlen vor Ort. Neben dem Transparent baumeln ein paar Frischhaltebeutel mit Brot und Brötchen. Was wohl als Hinweis verstanden werden soll, hier seine Spenden anzubringen. Darunter hing am Donnerstagmittag ein Beutel mit Nudeln und Pastasauce. Auf Facebook erklärt Kaliebe die Aktion: " Ab sofort können original verpackte Lebensmittel, möglichst in einem verschlossenen Beutel, an den Zaun des Sportplatzes des SV Zehdenick an der Seite vom Adolf-Mann-Platz gehangen werden. Wir reden hier über Kleinigkeiten wie Mehl, Zucker oder auch einer Rolle Toilettenpapier. Von leicht verderblichen Lebensmitteln ist hierbei abzusehen.. Um Missbrauch vorzubeugen wird es regelmäßige Kontrollfahrten vor Ort geben." In größeren Städten wie Berlin sind Gabenzäune eingerichtet worden, um in erster Linie Obdachlose zu versorgen, denn wegen der Coronakrise sind deutlich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs, die Obdachlosen etwas spenden könnten.

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