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Erinnerung
Gedenktafeln für KZ-Außenlager Grüneberg werden noch restauriert

Potsdamer Studentinnen restaurieren die Erinnerungstafel.
Potsdamer Studentinnen restaurieren die Erinnerungstafel. © Foto: privat
Burkhard Keeve / 19.04.2020, 11:24 Uhr - Aktualisiert 19.04.2020, 11:24
Grüneberg (MOZ) In diesen Tagen jährt sich die Räumung des Ravensbrücker KZ-Außenlagers in Grüneberg zum 75. Mal. Dort wurden Frauen aus unterschiedlichen Ländern gefangen gehalten.

"Viele Grausamkeiten und Folterungen mussten sie auf der Arbeit in der Munitionsfabrik und im Lager durchstehen, manche bezahlten den Aufenthalt mit ihrem Leben", so die Grüneberger Pfarrerin Ruth-Barbara Schlenker. Eine Gedenktafel erinnert seit dem 1. September 1989 an die Schicksale. Sie trägt die Aufschrift: "Frieden den Völkern, Frieden der Welt ist unser höchstes Streben, wir geloben es! Hier wurden von 1943 bis1945 in einem Außenlager des KZ Ravensbrück 1800 weibliche Häftlinge verschiedener Nationen gezwungen, für die faschistische Rüstungsindustrie zu arbeiten. Den Gequälten und Ermordeten zum Gedenken und uns zur Mahnung!"

Im Sommer 2018 bot sich die Potsdamer Hochschule für Bauen an, die Kupferplatte restaurieren zu lassen. Leider konnte diese zum Gedenktag am 1. September 2019 nicht fertig werden, und auch jetzt wird sich ihre Fertigstellung noch einmal verzögern. Die beiden Studentinnen Naja Völker vom Fach Metallrestaurierung und Anastasia Herzen, Studentin des Faches Restaurierung,  sind noch dabei, die Buchstaben mit einem Schutzlack zu umgeben. An der besten Möglichkeit zur Konservierung wird noch gearbeitet. "Im kommenden Jahr sollen die Gedenkfeierlichkeiten nachgeholt werden. Dann wird die Tafel frisch restauriert zur Verfügung stehen", hofft Ruth-Barbara Schlenker. Sie leitet das Projekt, das über das Programm des Landesjugendringes "überLAGERt – lokale Jugendgeschichtsarbeit an Orten ehemaliger KZ-Außenlager in Brandenburg" gefördert wird. "Als die Botschaft über den Entfall der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen KZs eintraf, waren wir traurig, aber nicht überrascht", sagt Tony Sieg. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Löwenberger Land hatte das Projekt mitinitiiert.   "Zusammen mit Pastorin Ruth-Barbara Schlenker und einer Pädagogin wollten wir eine Performance einstudieren als Teil der interreligiösen Veranstaltung", so Sieg. Auch wollten sie eine eigene Gedenktafel anbringen. Beides wurde verschoben.

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