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Fußball
Trainerwechsel beim SV Altlüdersdorf

Vorstandsmitglied Andreas Hirchert (links) und Steffen Borkowski.
Vorstandsmitglied Andreas Hirchert (links) und Steffen Borkowski. © Foto: Stefan Zwahr
Stefan Zwahr / 23.04.2020, 10:08 Uhr - Aktualisiert 23.04.2020, 15:28
Altlüdersdorf (MOZ) Der SV Altlüdersdorf wird in der kommenden Spielzeit nicht mehr von Steffen Borkowski trainiert. Der am Saisonende auslaufende Vertrag des 55-Jährigen wird nicht verlängert.

Das teilte der Brandenburgligist am Donnerstag mit. In der kurzen Erklärung des SVA heißt es: "Nach reichlichen und gründlichen Überlegungen hat der geschäftsführende Vorstand einvernehmlich entschieden, dass der zum 30. Juni 2020 auslaufende Vertrag mit dem Trainer Steffen Borkowski nicht verlängert wird."

Dieser zeigte sich von den Entwicklungen überrascht. "Die Entscheidung des Vorstandes habe ich zu respektieren, auf Akzeptanz stößt sie bei mir jedoch nicht." Nachfragen dazu will Borkowski nicht beantworten. Auch von Seiten des Vorstandes heißt es, dass beide Seiten vereinbart hätten, "dass weitere Informationen nicht veröffentlicht werden".

Borkowski selbst war bereits Ende vergangenen Monats über die Entscheidung des Vereins informiert worden. "Die verspätete Bekanntmachung trifft auf Unverständnis meinerseits." Ihm fehle zudem die Wertschätzung seiner Arbeit. Steffen Borkowski trainierte den SVA seit zwei Jahren. Im Sommer 2019 hatte sich der Verein freiwillig aus der Oberliga zurückgezogen, in der Platz sieben belegt wurde. Bei seiner ersten Amtszeit an der Gasse führte Borkowski das Team in den Spielzeiten 2013/14 sowie 2014/15 jeweils auf Rang sechs.

"Es waren sportlich sehr erfolgreiche Jahre", betont Borkowski rückblickend und erinnert an massive Umbrüche (17 neue Spieler), den Zwangsabstieg sowie wiederkehrende Querelen im Verein. "Trotz allem habe ich mich immer wieder auf die neuen Gegebenheiten und Herausforderungen eingestellt." Der SV Altlüdersdorf sei nicht nur sein Heimatverein, sondern auch eine Herzensangelegenheit. "Darum ist diese Entscheidung nicht einfach zu verdauen."

Fußball sei ein Teamsport. "Kollegialer Umgang, um ein harmonisches sowie zielorientiertes Arbeiten zu erreichen, sollten bei allen Beteiligten oberste Priorität haben", so Borkowski. "Diese Philosophie habe ich meiner Mannschaft, innerhalb des Trainerteams, als auch gegenüber den Vereinsverantwortlichen immer vorgelebt."

Ob der in Grüneberg lebende A-Lizenz-Inhaber überhaupt noch einmal bei einem Spiel der Lila-Weißen an der Seitenlinie steht, ist ungewiss. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist der Spielbetrieb seit Anfang März und bis auf Weiteres unterbrochen worden. "Vor diesem Hintergrund, dass niemand genau weiß, wie die kommenden Wochen ablaufen werden, möchte ich mich bei meinen Jungs und meinem Co-Trainer für den Saisonverlauf und die professionelle Arbeit sowie die jederzeit aufrichtige, ehrliche Kommunikation bedanken." Die Mannschaft habe im Saisonverlauf aufgrund kommunikativer Probleme einige Schwierigkeiten überragend gemeistert. "Auch dafür nochmal ein ausdrückliches Kompliment."

Wer den SVA, der sich im Sommer vergangenen Jahres freiwillig aus dem Spielbetrieb der Oberliga zurückgezogen hatte, künftig trainieren wird, steht nach Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Hirchert noch nicht fest.

Zur Person

Steffen Borkowski wurde am 26. Juli 1964 geboren.

Bei Dynamo Gransee sammelte er als Aktiver Erfahrungen im Nachwuchsbereich, verabschiedete sich als Jugendlicher in Richtung Fußballinternat und bestritt 1984 sein erstes Spiel für den damaligen DDR-Oberligisten 1. FC Union Berlin.

Im Männerbereich war Borkowski dann auch für Motor Ludwigsfelde, Rotation Berlin und Tennis Borussia am Ball.

Erste Erfahrungen als Trainer sammelte er bei den Veilchen und blieb dem Verein aus Charlottenburg elf Jahre treu. "Von den D-Junioren bis zur Bundesliga der A-Junioren habe ich alles gemacht und war auch ein Jahr für die U 23 zuständig."

2010 übernahm Borkowski den SC Gatow, mit dem er in der Berlinliga unterwegs war.

Im Sommer 2013 heuerte Borkowski als Nachfolger von Ersan Parlatan beim SV Altlüdersdorf an. In der Oberliga sprangen zwei sechste Plätze heraus. Der auslaufende Vertrag wurde nicht verlängert.

In den folgenden Spielzeiten betreute der A-Lizenz-Inhaber den Brandenburgligisten SV Falkensee-Finkenkrug und den Oberligisten Brandenburger SC Süd 05.

Altlüdersdorf holte Borkowski 2018 zurück – zunächst als Assistent von Dariusz Bucinski, den er im September 2018 beerbte. Nach Platz sieben in der Oberliga zog der Verein zehn Monate später das Team freiwillig zurück. In der Brandenburgliga rangiert der SVA aktuell auf Rang vier.⇥sz

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