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Spendenaktion
Neuglobsowerin näht hunderte Masken für den guten Zweck

Sie tauscht Maske gegen Spende: Margitta Schmolke möchte mit ihrer Aktion ein Berliner Kinderhospiz unterstützen.
Sie tauscht Maske gegen Spende: Margitta Schmolke möchte mit ihrer Aktion ein Berliner Kinderhospiz unterstützen. © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 20.05.2020, 08:00 Uhr
Neuglobsow (MOZ) Normalerweise hätte Margitta Schmolke die vergangenen Wochen schon alle Hände voll damit zu tun gehabt, die drei Ferienwohnungen im Landhaus Labes sowie den alten Zirkuswagen auf ihrem Grundstück in Neuglobsow herzurichten, die sie mit ihrem Mann Wolfgang an Gäste vermietet. Doch daran war nicht zu denken. Die Corona-Eindämmungsverordnung des Landes verbot lange die Beherbergung von Touristen. Einfach die Beine hochlegen, wollte die Ruheständlerin aber nicht. Sie begann Mund-Nasen-Masken zu nähen – für den guten Zweck.

"Eine Pflicht, solche Masken zu tragen, zum Beispiel in Geschäften, gab es damals noch nicht, aber irgendwie war absehbar, dass so etwas kommt", sagt Margitta Schmolke. "Ein paar Anfragen von Nachbarn hatte ich schon und außerdem ja gerade nichts zu tun, weil keine Gäste. Also dachte ich mir, nähst du mal ein paar." Es wurden dann ein paar mehr. Nur wie diese an den Mann beziehungsweise die Frau bringen, die nicht unmittelbar mit ihr bekannt sind, aber dennoch Interesse haben? Erster Ansprechpartner war die Fischerei Böttcher am Stechlinsee. Dort sei man gleich begeistert gewesen und habe eine Kiste voller Masken aufgestellt. Wenig später kam dann Susanne Ludwig vom Café Glasklar vis-à-vis von Schmolkes Haus auf sie zu. Mittlerweile gibt es die Masken auch in der Tourist-Information im Ort. Einen festen Preis gibt es nicht. Jeder zahlt, so viel er möchte.

Die Tausender-Marke soll fallen

Zugute kommen sollen die Einnahmen zu einhundert Prozent dem Berliner Kinderhospiz "Sonnenhof". Mehr als 800 Euro seien bereits zusammengekommen. Wenn die Tausender-Marke geknackt wird, soll überwiesen werden. "Ich habe vor einigen Jahren einen Bericht über das Hospiz im Radio gehört und gedacht, es wäre eine gute Sache, die Einrichtung zu unterstützen. Dabei bin ich dann geblieben", erzählt Margitta Schmolke weiter.

Fast jedes Jahr beim Weihnachtsmarkt war die Neuglobsowerin mit selbst gehäkelten Mützen und Schals vor Ort, deren Erlös auch an das Berliner Hospiz ging. 300 bis 400 Euro seien so schon einmal zusammengekommen. "Es gibt sicher viele Organisationen, die eine Spende verdienen. Aber für eine muss ich mich nun einmal entscheiden", sagt sie.

Von der aktuellen Spendenbereitschaft sei sie jedenfalls begeistert. "Manche haben auch einfach etwas in die Box geworfen, ohne dafür eine Maske mitzunehmen. Das dürfte das Trinkgeld in der Fischerei etwas geschmälert haben, aber es ist eine tolle Sache, dass sich alle daran beteiligen", pflichtet ihr Mann Wolfgang Schmolke schmunzelnd bei.

Zwar wird in Sachen Spendengeld penibel Buch geführt, darüber, wie viele Masken unters Volk gebracht wurden, aber nicht. "400 könnten es mittlerweile sein. So genau weiß ich das nicht. Anfangs bin ich mit dem Nähen kaum hinterher gekommen, aber mittlerweile gibt es Masken ja auch beim Discounter. Da ist die Nachfrage nicht mehr so groß. Und wenn jetzt wieder Gäste kommen dürfen, habe ich ja auch wieder andere Sachen zu tun", sagt Margitta Schmolke. Doch einen kleinen Vorrat hat sie noch. Und schließlich soll ja auch die 1000-Euro-Marke noch geknackt werden.

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