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Justiz
Mutmaßliche Drogenkuriere traf Polizeirazzia völlig unvorbereitet

Der Prozess wuede am Landgericht Neuruppin fortgesetzt.
Der Prozess wuede am Landgericht Neuruppin fortgesetzt. © Foto: Jürgen Liebezeit
Matthias Henke / 21.05.2020, 22:27 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 10:27
Wolfsruh/Neuruppin (MOZ) Der Zugriff der Polizei am 14. Juni vergangenen Jahres in einer Lagerhalle auf dem alten Armeegelände bei Wolfsruh traf vier mutmaßlich in Drogengeschäfte verwickelte Personen völlig unvorbereitet. Mit zwei Teams stürmte die Polizei das Objekt.

"Die Personen sollten möglicherweise bewaffnet sein, dementsprechend rigoros sind wir vorgegangen", schilderte ein an der Aktion beteiligter Beamter am Mittwoch am Landgericht Neuruppin. Zum Teil hätten die Festgenommenen Blessuren davon getragen. Unter den Festgenommenen waren zwei Litauer, denen vorgeworfen wird, rund 200 Kilogramm Marihuana von Spanien  bis nach Wolfsruh transportiert zu haben. Sie müssen sich seit der vergangenen Woche vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Am Mittwoch war der dritte Verhandlungstag. Eine weitere Verhandlung mit weiteren Angeklagten in dieser Angelegenheit findet vor dem Landgericht Cottbus statt.

Irritationen um Übergabeort

Fast wäre der Zugriff seinerzeit schief gegangen. Zwar hatten die Vorgesetzten der an der Razzia beteiligten Spezialkräfte das frühere Armeeobjekt beizeiten als wahrscheinlichen Übergabeort der Drogen identifiziert. Doch als die Beamten schon Beobachtungsposition in der Umgebung bezogen hatten, habe es geheißen, der Übergabeort habe sich noch einmal geändert, erinnerte sich der Polizist im Zeugenstand, dessen Personalien geheim gehalten wurden. Man sei demzufolge zunächst unverrichteter Dinge mit neuem Ziel abgerückt. Nach einiger Zeit kam dann das Kommando, doch wieder zurück nach Wolfsruh zu fahren. Dort angekommen sei der Lastwagen mit den Drogen, die unter tonnenweise Salat versteckt waren, bereits vor Ort gewesen und die Polizei schritt doch noch zur Tat.

Offenbar hatten die Männer bereits versucht, den Laster zu entladen. Doch einen bereitstehenden Gabelstapler zu starten, misslang aus unbekannten Gründen. Ferner waren die Beamten vor dem Zugriff zunächst von Knallgeräuschen irritiert worden. Später wurden in der Halle Paintball-Waffen sowie Farbmarkierungen an den Wänden gefunden und diese den Geräuschen zugeordnet.

Nicht abschließend geklärt werden konnte am Mittwoch, welcher der Angeklagten den Lastwagen auf der letzten Etappe vom Granseer Penny-Parkplatz nach Wolfsruh gefahren hat. Eine an der Observierung beteiligte Beamtin wollte sich daran erinnern können, dass der ältere der beiden, Arvydas D. (48), auf der Fahrerseite einstieg. Im Fahrtenschreiber steckte aber offenbar die Identifikationskarte seines jüngeren Begleiters, Rytis K (40).

Festzustehen scheint, dass zwischen dem Start in Spanien und dem Zugriff in Wolfsruh keine Zuladungsstopps mehr eingelegt wurden. Zu diesem Schluss kam ein Fachmann vom Landeskriminalamt, der die Temperaturschreiber des Kühl-Anhängers ausgewertet hatte. Es seien keine Schwankungen festgestellt worden.

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