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Freiluftgottesdienste jetzt explizit erlaubt – Kirchenkreis erleichtert

Auf der Wiese vor der Meseberger Kirche hatte die Gemeinde schon zu Himmelfahrt alles für einen coronagemäßen Gottesdienstablauf getan.
Auf der Wiese vor der Meseberger Kirche hatte die Gemeinde schon zu Himmelfahrt alles für einen coronagemäßen Gottesdienstablauf getan. © Foto: Kirchengemeinde Meseberg
Matthias Henke / 27.05.2020, 18:14 Uhr - Aktualisiert 27.05.2020, 20:48
Oberhavel (MOZ) Erleichtert zeigen sich die Verantwortlichen des Kirchenkreises Oberes Havelland angesichts der jüngsten Äußerung der Landesregierung, wonach Freiluftgottesdienste explizit möglich sind. Noch zu Himmelfahrt hatte der Wunsch nach solchen Veranstaltungen, die schließlich auch stattfanden, für Irritationen zwischen Kirche und Landkreis gesorgt (wir berichteten).

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Nach den Aufregungen um die Open-Air-Gottesdienste zu Christi Himmelfahrt kommt die Pressemitteilung der Brandenburger Staatskanzlei mit einer Klarstellung und gleichzeitiger Lockerung für Superintendent Simon genau zum richtigen Zeitpunkt. "Sicher haben wir mit unserem Zehdenicker Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt auch einen kleinen Anteil daran", zeigt sich Superintendent Uwe Simon erfreut, dass die Rechtslage endlich geklärt scheint. In Zehdenick war auch Landesbischof Christian Stäblein anwesend, mit der Absicht, ein Zeichen angesichts der zu diesem Zeitpunkt noch verfahrenen Situation.

Regionalgottesdienst in Marwitz

An Pfingstsonntag und Pfingstmontag werden in den Gemeinden des Kirchenkreises rund 50 Gottesdienste gefeiert, viele davon unter freiem Himmel. Unter den vielen Angeboten macht der Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises, Stefan Determann, auf einige Höhepunkte in Oberhavel aufmerksam: So wird an der Kirche in Marwitz am Pfingstmontag ein Regionalgottesdienst mit Superintendent Uwe Simon unter freiem Himmel stattfinden. Beginn ist um 11 Uhr. In Tornow lädt Pfarrerin Anne Lauschus die Gemeinde in den Pfarrgarten ein. Außerdem hofft man in Grieben und im Pfarrbereich Gransee auf gutes Wetter, um draußen feiern zu können. Eine Liste aller Gottesdienste ist auf www.kk-ohl.de zu finden.

Auch der Veltener Pfarrer Markus Schütte will an der Marwitzer Kirche draußen auf der Wiese feiern. "Wir sind froh, dass nun Klarheit herrscht", zeigt sich Pfarrer Markus Schütte erleichtert. Natürlich habe er die Vorgänge um die Himmelfahrtsgottesdienste in Oberhavel verfolgt. Zumal er mit seiner Gemeinde selbst betroffen war. "Wir haben ja eine direkten Anruf aus dem Landratsamt bekommen mit der Mitteilung, dass die Gottesdienst unter freiem Himmel an Himmelfahrt und zu Pfingsten nicht stattfinden dürfen. Wir entschieden daraufhin, nicht nach draußen zu gehen – auch im Hinblick auf unsere älteren Gemeindeglieder, denen wir einen möglichen Konflikt oder gar eine Konfrontation mit den Ordnungsbehörden ersparen wollten."

Vorfreude in den Gemeinden

Dass nun wieder Gottesdienste im Freien offiziell möglich sind, freut Schütte deshalb ganz besonders. Traditionell feiert seine Gemeinde mit der katholischen Gemeinde einen ökumenischen Pfingstgottesdienst. "Das haben wir in diesem Jahr nun erst einmal abgesagt. Aber feiern werden wir – im kleineren Rahmen." Rückblickend sagt Schütte, dass er froh und dankbar sei, wie verantwortungsvoll alle mit der Situation umgegangen seien. "Es gab keine Gottesdienste in der Kirche. Aber ich habe persönliche Andachten angeboten mit Gebet, Segen und einem Orgelstück. Das hat vielen Gemeindegliedern über die Zeit geholfen."

Vorfreude auf den nächsten Freiluftgottesdienst herrscht auch in Gransee: "Nachdem der Himmelfahrtsgottesdienst in Meseberg ein so großer Erfolg war, haben wir uns entschlossen auch das Pfingstfest – vorausgesetzt das Wetter spielt mit – im Freien zu feiern. Denn gerade zu Corona-Zeiten bedeutet draußen im Freien zu feiern wirklich Freiheit", so Pfarrer Christian Guth.  "Ich bin sehr dankbar dafür, auch für das ernsthafte Gesprächsangebot des Landrats", so Guth weiter.  Für ihn zeigten die Ereignisse der vergangenen Tage, wie wichtig zwei Fragestellungen seien: Wo sei es an der Zeit oder vielleicht sogar geboten, Freiräume zu ermöglichen? Aber auch: Welche Regeln seien notwendig, damit alle so gut es geht geschützt werden? Denn: "Wer Freiheit will, muss auch bereit sein, Verantwortung zu tragen – auch wenn das zuweilen unbequem ist", betont der Pfarrer.

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