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Protest
Kreistag Oberhavel lehnt Gasbohren mehrheitlich ab

Rückenwind für die Bürgerinitiative "Gegen Gasbohren": Am Mittwoch sprach sich auch der Kreistag Oberhavel mehrheitlich gegen die weitere Suche und Förderung von Erdgas im Feld Zehdenick-Nord aus. Archiv-Foto: Wolfgang Gumprich
Rückenwind für die Bürgerinitiative "Gegen Gasbohren": Am Mittwoch sprach sich auch der Kreistag Oberhavel mehrheitlich gegen die weitere Suche und Förderung von Erdgas im Feld Zehdenick-Nord aus. Archiv-Foto: Wolfgang Gumprich © Foto: Wolfgang Gumprich
Martin Risken / 28.05.2020, 07:31 Uhr
Zehdenick (MOZ) Nach einer hitzigen Debatte um Geschäftsordnungsanträge hat sich der Kreistag Oberhavel am Mittwochabend mehrheitlich gegen das weitere Aufsuchen und die Förderung von Erdgas im Feld Zehdenick-Nord ausgesprochen. Dem Antrag der CDU-Fraktion stimmten 47 Abgeordnete zu, drei waren dagegen, zwei enthielten sich der Stimme.

Zuvor war ein kurzfristig von der Fraktion Die Linke eingebrachter Änderungsantrag abgelehnt worden. In dem CDU-Antrag sollte das Wort Erdgas gegen Kohlenwasserstoffe ausgetauscht werden, um klarzustellen, dass das Aufsuchen von bergfreien Bodenschätzen nicht generell beanstandet wird. Über den ursprünglichen Antrag der Linksfraktion wurde nicht abgestimmt, danach wäre der Landkreis verpflichtet worden, alle rechtlichen Möglichkeiten zur Versagung einer Genehmigung auszuschöpfen, bis die Landesregierung anhand von Studien nachweisen kann, dass die Förderung von Erdgas keine Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschäden verursacht. Die Granseer SPD-Abgeordnete Andrea Suhr machte deutlich, dass der Landkreis nicht am Genehmigungsverfahren beteiligt werde, sondern nur die Kommunen vor Ort und sie deshalb die Forderung der Linken kritisch sehe. "Damit schießt dieser Antrag über das Ziel hinaus", sagte Suhr. Für richtig und wichtig halte sie es jedoch, dass der Kreistag ein eindeutiges Signal gegen die Erdgasförderung an die Landesregierung sendet. Das taten auch die Redner der meisten anderen Fraktionen.

Für Empörung im Plenum hingegen sorgte der Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen, den Antrag zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse zu verweisen. Fraktionsmitglied Reiner Merker machte deutlich, dass dort die betroffenen Einwohner zu Wort kommen könnten. Dabei hatte Ralph Riesenberg von der Bürgerinitiative "Gegen Gasbohren" an die Kreistagsabgeordneten appelliert, sich einstimmig gegen das Gasbohren auszusprechen.

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