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Fußball
Eintracht Gransee und die Mission Fünfjahresplan

André Bruns, Trainer der Eintracht
André Bruns, Trainer der Eintracht © Foto: Karsten Schirmer
Steffen Kretschmer / 21.07.2020, 16:25 Uhr
Gransee (MOZ) Der Moment, welchen Trainer André Bruns als Tiefpunkt bezeichnet, liegt mittlerweile drei Jahre zurück: Das Männerteam der Granseer Eintracht war in der 2. Kreisklasse angekommen. Aus fußballerischer Sicht war dies eine Bankrotterklärung für diesen Traditionsverein.

Dass heutzutage wieder reichlich Optimismus auf der Sportanlage in Gransee verbreitet werden kann, liegt nicht nur an einem Fahrplan, den sich die Eintracht damals zurechtgelegt hat, sondern auch daran, dass die eigene Vorgabe vielleicht sogar eingehalten werden kann. "Wir wollten innerhalb von fünf Jahren wieder in der Kreisliga ankommen", sagt Coach André Bruns. "Dafür hätten wir noch zwei Jahre Zeit. Wenn es jedoch schon jetzt klappen sollte, würden wir uns nicht dagegen wehren. Trotzdem wollen wir nichts überstürzen. Wir wissen, dass wir einen steilen Abstieg hinter uns haben."

Mehr Qualität

In der zurückliegenden Abbruch-Saison in der 1. Kreisklasse West landete Gransee am Ende auf Rang zehn. Nicht wenige trauen dem Verein aus dem Norden Oberhavels nun jedoch einiges zu. Vielleicht sogar den ganz großen Wurf und damit den Sprung in die Kreisliga. Zuletzt unterfütterte die Eintracht die Erwartungshaltung selbst mit einem 3:0-Testspiel-Erfolg über den Löwenberger SV (Fünfter der abgelaufenen Kreisliga-Serie).

Zwar möchte Trainer André Bruns diesen Sieg nicht zu hoch hängen, doch ist auch er sich der Qualität seiner Granseer Mannschaft bewusst, die im Vergleich zur vorangegangenen Saison noch einmal deutlich gesteigert werden konnte. "Wir wollten das Mannschaftsgefüge im Auge behalten und die Mannschaft punktuell verstärken", sagt Bruns.

Genau das ist gelungen. Mit Kevin Bogenhardt, Elias Viertel, Stefan Seitz sowie den Brüdern André Luis Jimenez Lucas Corrêa und David Hugo Jimenez de Lucas hat die Eintracht fünf Spieler verpflichtet, die jeweils ihre Erfahrung vom Fußball auf Landesebene einbringen sollen. "Wichtig ist für uns, dass das alle keine Diven sind. Sie passen charakterlich sehr gut zu uns", sagt André Bruns, der von den anderen Jungs in Bezug auf die Neuzugänge "nur positives Feedback vernommen hat. Die Qualität im Training ging automatisch nach oben".

Dass es gelungen ist, diese Spieler in Gransee präsentieren zu können, bezeichnet der Trainer als alles andere als selbstverständlich. Er danke deshalb dem SV Altlüdersdorf, dem FSV Forst Borgsdorf sowie Schwarz-Rot Neustadt für das Entgegenkommen. "Geld fließt für die Spieler bei uns nicht. Das wäre nicht machbar. Die Grundvoraussetzung war es aber, dass wir uns mit den abgebenden Vereinen einig werden. Das hat zum Glück geklappt", so Bruns.

Und was passiert, wenn Eintracht Gransee die Zielvorgabe Kreisliga-Rückkehr zeitnah erreicht? "Dann", sagt der Trainer, "können wir weiter denken und planen. Wir wollen den ganzen Verein voranbringen". Im Raum stehe der verstärkte Aufbau des Nachwuchsbereiches, eine Ü-35-Mannschaft im Spielbetrieb sowie die Wiederbelebung der eigenen Reservemannschaft. "Letzteres geht aber nur, wenn wir sicher sein können, dass wir sie nicht schon wieder nach acht Wochen abmelden müssen."

Verstärkung mit Landeserfahrung

Kevin Bogenhardt: Er spielte bereits in Gransee und findet nun über die Stationen Altlüdersdorf und Borgsdorf den Weg zurück. Für beide Vereine lief er in der Landesklasse auf.Elias Viertel: Auch Elias Viertel konnte sich bei Altlüdersdorf und Borgsdorf auf Landesebene beweisen. Mit seiner Erfahrung soll er der Granseer Defensive zu mehr Stabilität verhelfen.Stefan Seitz: Mit ihm steht künftig ebenso ein Kicker im Aufgebot, der wie Bogenhardt und Viertel bereits die Schuhe für Altlüdersdorf und Borgsdorf schnürte.David Hugo Jimenez de Lucas: Der vielseitig einsetzbare Offensivspieler war schon für Altlüdersdorf und zuletzt für Neustadt am Ball.André Luis Jimenez Lucas Corrêa: Der Bruder von David arbeitet sich aktuell nach einem Kreuzbandriss zurück auf den Platz. Diesen hatte er sich im November zugezogen.

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