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Arbeitseinsatz
Bernöwer sanieren ihre Straßen selbst

Tilman Trebs / 01.08.2020, 13:46 Uhr - Aktualisiert 01.08.2020, 14:16
Bernöwe (MOZ) Für rund zwei Stunden reißen die Bernöwer ihren Ort am Sonnabend  aus der hochsommerlichen Idylle und Stille. In den Straßen sind Menschen mit Schaufeln und Harken unterwegs. Den Ton geben Radlader und Rüttelplatten an. An der Dorfstraße schippen Torsten Natusch und Thomas Steinke Recyclingmaterial von der Ladefläche eines Multicars und hinterlassen es in den Schlaglöchern neben der Asphaltdecke am Fahrbahnrand. Es ist sonnig und zunehmend heiß. Trotzdem sind die beiden Männer lieber hier, als unten am Fluss. "Wir wollen unserem Dorf helfen. Aus der Stadt kommt ja nicht so viel Unterstützung bei uns an."

Eine Erfahrung die auch Andreas Lücke von der Bürgerinitiative "Zukunft" und Wirt Oliver Hellwig vom Gasthaus "Zum Flößer" immer wieder gemacht haben. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache. In einer Stadt wie Oranienburg, in der die Wünsche grenzenlos, die Mittel aber begrenzt sind, fallen die Wünsche der abgelegenen Exklave schnell mal hinten runter. "Wir haben uns deshalb zum Ziel gesetzt, die Dinge selbst zu regeln, die wir selbst regeln können", sagt Andreas Lücke. Die BI hat begonnen, die Fläche vor der Feuerwehr als Dorfgemeinschaftsplatz zu gestalten, das Feuerwehrdepot soll saniert werden, die Bushaltestelle als Rastplatz für Radtouristen dienen. An diesem Sonnabend stehen die Straßen im Fokus. An der Dorfstraße werden die Schlaglöcher gestopft. Die unbefestigten Wege werden mit Hilfe eines Radladers und vieler Helfer begradigt, nachher wird mit Rüttelplatten verdichtet. "Das machen wir alles in Eigenleistung", sagt Lücke. Und nicht nur das. Auch das Recyclingmaterial haben die Bernöwer organisiert und bezahlt.  Für die Helfer gibt es später zur Belohnung  gebackenes Wildschwein und kühle Getränke auf dem Platz vor der Feuerwehr.  "Am Ende stärkt die Aktion auch die Gemeinschaft im Ort. Junge und Alte packen hier gemeinsam an. Wir wollen zusammen die Lebensqualität verbessern", sagt der BI-Vorsitzende.

Und die nächsten Projekte sind schon in der Vorbereitung. Die Bernöwer haben Geld für eine neue Glocke in der Friedhofskapelle gesammelt. Sie warten noch auf die Genehmigung, sie auch aufstellen zu dürfen. Und einen Kinderspielplatz wollen die Bernöwer bauen. "Auch unser Ort wächst. Junge Familien ziehen hierher. Wir haben  zurzeit 20 schulpflichtige Kinder im Ort. Denen  wollen  wir auch etwas bieten."

Im Herbst steht die traditionelle Müllsammlung entlang der Zufahrtsstraße und am Radfernweg Berlin-Kopenhagen an, der durch den Ort führt. Die Aktion war schon im Frühjahr geplant, wegen Corona dann aber ausgefallen.

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